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Kurdirektor fordert mehr Gastfreundlichkeit

Prerow Kurdirektor fordert mehr Gastfreundlichkeit

Tourismus in Prerow: Gäste kommen hauptsächlich aus Sachsen und Berlin

Prerow. Mit einem Appell zu mehr Gastfreundlichkeit beim Umgang mit Urlaubern hat der Prerower Kurdirektor Lothar Jaeschke seine Auswertung der zurückliegenden Saison abgeschlossen.

Eine zunehmende Zahl von Beschwerden im letzten Jahr zeige ihm: „Dieses Signal darf nicht übersehen werden“. Es sei nicht die Politik des Ostseebades, den Gast zu verprellen.

Bei Henry Plotka, Sicherheitsagentur ZDF und Betreiber der Darßbahn, rannte der Kurdirektor offene Türen ein. Schon die geringe Resonanz an der Veranstaltung – nur etwa 20 Interessierte waren in den Kulturkarten „Kiek in“ gekommen – ließ für Plotka die Begeisterung für den Ort vermissen. „Wir dürfen nicht nur verwalten, wir müssen für Prerow brennen“, forderte er.

Auf ein fehlendes Wir-Gefühl wurde aus dem Publikum verwiesen. Diejenigen, die am Tourismus gut verdienten, hingen bei Innovationen leider hinterher. Zudem wurde eine überregionale Vernetzung gefordert, etwa durch Mitarbeit im Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst. Bürgermeister René Roloff erklärte dazu: „Wir profitieren bereits vom Verband, ohne selbst Mitglied zu sein.“

Lothar Jaeschke wertete die Situation des Kurbetriebs als weiter stabilisiert. Zuletzt war das gemeindeeigene Unternehmen in die Schlagzeilen gekommen, weil der Landesrechnungshof Misswirtschaft in den Vorjahren angeprangert hatte. Die Betriebsführung wurde daraufhin in das Amt Darß/Fischland verlagert.

Seit der Übernahme des Kurbetriebs im Jahr 2014 blickt Jaeschke nach vorn. Zwei „technische Mitarbeiter“ wurden eingestellt, zusätzlich eine Kraft für das touristische Marketing. Die Anschaffung eines neues Arbeits- und Rettungsbootes für die Rettungsschwimmer, die Eröffnung des Sportstrandes oder die komplette Neueindeckung der Freilichtbühne komme den Urlaubern zugute.

Die kommen laut Statistik des Kurbetriebs weiterhin zumeist aus Sachsen und Berlin. Jeweils mehr als 10000 Urlauber sind 2016 aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in das Ostseebad gereist. Laut Jaeschke ist das eine „erfreuliche Zahl“. Allen Gästen wurde mit 398 von der Kurverwaltung organisierten Veranstaltungen auch viel geboten. So habe die zweite Auflage des Folk-Festivals mehr als 1200 Besucher gelockt.

Mit Studenten der Musikhochschule Halle sei der Klassikherbst wiederbelebt worden, und beim Oldtimertreffen könne künftig noch stärker der Fokus auf Qualität statt Quantität liegen.

In der minderen Qualität mancher Unterkünfte – auch hier häuften sich zuletzt die Beschwerden – sah der Kurdirektor dann auch eine weitere künftige Herausforderung. Ungelöst ist zudem das Problem nicht angeleinter Hunde im Ort oder am Strand.

Zahl der Gästebetten steigt kontinuierlich an

9689 Gästebetten haben die Vermieter in Prerow gemeldet. Der Großteil, nämlich 8134 Betten, steht in Ferienwohnungen oder -appartements. Kurdirektor Lothar Jaeschke geht allerdings von tatsächlich bis zu 11300 Gästebetten aus.

905300 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt. 2015 waren es es rund 913170 an der Zahl, im Jahr davor mehr als 916600 Übernachtungen.

121500 Urlauber sind im Vorjahr angereist. Auch hier lagen die Zahlen in den beiden Vorjahren höher. Jaeschke rechnet aber mit einem Zuwachs aufgrund verspätet abgerechneter Meldescheine.

2,26 Millionen Euro betrug im vergangenen Jahr der Umsatz des gemeindeeigenen Kurbetriebs. Die Ausgaben beliefen sich auf 1,79 Millionen Euro. Annähernd 11 Prozent der Ausgaben wurden für Marketingaufgaben aufgebracht.

398 Veranstaltungen hat der Prerower Kurbetrieb im zurückliegenden Jahr auf die Beine gestellt. Allein 52 Aktionen fanden im Zusammenhang mit dem „Kindersommer“ statt. Mehr als 1200

Besucher kamen zum Folk-Festival.

OZ

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