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Kurtaxe für Sundschwimmer: Altefähr will Rabatt anbieten

Altefähr/Stralsund Kurtaxe für Sundschwimmer: Altefähr will Rabatt anbieten

Trotz Anfragen der Stralsunder Organisatoren haben sich Gemeinde und Kurbetrieb gegenüber der DLRG offiziell noch nicht geäußert

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Schwimmer zwischen Stralsund und Altefähr.

Quelle: Christian Rödel

Altefähr/Stralsund. Müssen die Schwimmer der ältesten Freiland-Veranstaltung nun in Altefähr Kurtaxe aus dem Badeanzug ziehen oder nicht? Diese Frage bewegt die 1000 Mutigen, die jedes Jahr vom Inselstrand ins Strandbad auf der Stralsunder Seite kraulen. Laut einer im Dezember verabschiedeten Satzung müsste jeder Teilnehmer des international bekannten Schwimm-Wettkampfes ebenso wie Urlauber 1,20 Euro bezahlen – andernfalls wäre der Strand des Seebades tabu (die OZ berichtete). Die Veranstalter protestierten sofort. Doch bisher herrscht Funkstille zwischen Insel und Festland.

„Wir haben gleich nach Bekanntwerden des Beschlusses an die Gemeinde Altefähr geschrieben und um Kontakt gebeten. Bis heute haben wir keine Antwort bekommen“, sagt Ulf Schwarzer, Chef der Stralsunder Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die seit der Wende das Sundschwimmen organisiert.

Die Rettungsschwimmer haben sich längst bei anderen Kommunen umgehört. „Ob beim Internationalen DLRG-Cup in Warnemünde, beim Iron Man in Binz, beim Inselschwimmen auf Hiddensee oder beim Darß-Marathon – nirgendwo müssen unsere Sportler Kurtaxe bezahlen. Eher erleben und empfinden wir, dass die Orte und Gemeinden diese sportlichen Wettkämpfe unterstützen und damit weitere Urlauber auf sich aufmerksam machen.“

An dieser Stelle sieht Schwarzer schon den zweiten wichtigen Punkt. „Wir machen mit dem Sundschwimmen Werbung für Altefähr und Stralsund. Auf jedem Plakat sind Start- und Zielort genannt, und dafür muss keiner extra was zahlen.“ Deshalb plädiert der Stralsunder DLRG-Chef dafür, auch weiterhin partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, ohne dem Gegenüber Geld abzuknöpfen.

Sollte sich die Gemeinde Altefähr dafür entscheiden, dass die Sundschwimmer den Kurbeitrag auf den Tisch legen sollen, steht für das Organisationsteam der DLRG eins fest: „Wir werden die Schwimmer nicht zusätzlich belasten. Sie bezahlen ihre Anmeldegebühr, und alles andere ist dann unser Problem“, so Schwarzer.

Christopher Fetting, der Kurdirektor von Altefähr, versucht indes, die Situation zu entschärfen. Er wolle der DLRG eine Kooperationsvereinbarung vorschlagen, kündigt Fetting an. Zwar wisse die DLRG noch nichts davon, ein entsprechendes Schreiben soll dem Verein aber in den nächsten Tagen zugehen. Darin werde den Schwimmern eine rabattierte Form der Kurtaxe angeboten, „die dann nicht jeder Schwimmer einzeln, sondern die DLRG als Veranstalter zentral bezahlen soll“, sagt Fetting. „Wir werden niemandem das Geld aus der Badehose ziehen.“ Auch weitere Besucher des Sundschwimmens seien darin eingeschlossen. Zur konkreten Höhe des Rabattes wollte der Kurdirektor noch keine Angaben machen.

Laut Fetting liege es dann an der DLRG, diese Vereinbarung zu unterzeichnen. Er sei von der Gemeindevertretung mit diesem Schritt beauftragt worden. Ein weiterer Beschluss des Ortsparlamentes sei deshalb nicht mehr nötig.

Inhalt der Vereinbarung seien auch verschiedene Leistungen, die die Kurverwaltung Altefähr im Gegenzug erbringen will – wie die Bereitstellung von Booten und Toiletten, betont Fetting.

Ganz auf eine Kurtaxe für die Sundschwimmer verzichten könne er jedoch nicht. Dies verbiete der Gleichbehandlungsgrundsatz, der im kommunalen Abgabengesetz verankert sei. Fetting: „Bei unserem Heringsfest müssen auch alle Gäste eine Kurtaxe zahlen.“

Ines Sommer und Benjamin Fischer

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