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Lärmschutzwand soll Rambiner entlasten

Rambin Lärmschutzwand soll Rambiner entlasten

Für die B 96n ist statt einer Nachbesserung der Waschbetondecke der Bau einer Schallschutzmauer im Gespräch

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Eine kleine Lärmschutzwand (rechts) hält bereits den größten Verkehrslärm von einer Kleingartenanlage an der B 96n fern. Jetzt wird erwogen, auch die Wohnhäuser auf der anderen Seite zu schützen.

Quelle: Frank Levermann

Rambin. In die verfahrene Situation um den Lärmschutz an der B 96n auf Rügen kommt Bewegung: Eine Lärmschutzwand könnte für die Einwohner von Rambin die Lösung sein.

Die hatten sich immer wieder über den Lärm beschwert, der durch Fahrgeräusche auf dem Betonbelag entsteht, der auf der B 96n bei Rambin verbaut wurde. In anderen Bereichen wurde leiserer Asphaltbelag verwendet.

Vorgesehen war eigentlich eine Nachbesserung der Waschbetonfahrbahn mit einem lärmmindernden Asphaltüberzug. Jetzt könnte es doch zum Bau einer Lärmschutzwand kommen. Jedenfalls wird dies im Schweriner Infrastrukturministerium und beim Bauträger als Alternative zur vorgesehenen Asphaltdecke erwogen. Die schlechte Nachricht: Aller Voraussicht nach werden in diesem Jahr keine Baumaschinen mehr anrücken.

Bislang wurden Forderungen nach dem Bau einer Lärmschutzwand mit Verweis auf den Planfeststellungsbeschluss abgelehnt. Stattdessen hatte Infrastrukturminister Christian Pegel im Sommer angekündigt, dass die Waschbetonfahrbahn im Gemeindegebiet von Rambin noch in diesem Jahr mit einer lärmmindernden Asphaltschicht überzogen werden solle. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock nannte diese Maßnahme in einem Brief an die Rambiner Bürgerinitiative „eine rechtliche Verpflichtung“. In der Tat hatte sich herausgestellt, dass die Fahrbahnoberfläche aus Waschbeton „nicht planfeststellungskonform“ ist, wie es jetzt in einer E-Mail des Ministeriums an die OSTSEE-ZEITUNG heißt. So besagt die entscheidende Passage des Planfeststellungsbeschlusses: „Im Einvernehmen mit dem Land MV ist der Einsatz eines modifizierten Splittmastixasphaltes im Bereich der Ortschaft Rambin vorgesehen.“ Die Waschbetonfahrbahn, die allein im Bereich der Gemeinde verbaut wurde, ist nach Ansicht der Bürgerinitiative eine zusätzliche Quelle des Verkehrslärms.

Bauträger der B 96n auf Rügen ist die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ (Deges) in Berlin. Bei dem von Bund und Ländern getragenen Staatsunternehmen ist man offenbar in den Erkenntnissen bereits weiter. „Mit der zusätzlichen Asphaltoberfläche würde es zu einer Reduzierung um maximal zwei Dezibel kommen. Eine Lärmschutzwand hingegen hätte einen besseren Effekt“, sagt Deges-Manager Joachim Rascher. „Jetzt untersuchen wir, ob bei gleichem finanziellen Aufwand eine Lärmschutzwand zu realisieren ist.“ Dabei seien zwei Alternativen im Gespräch: Der Verlauf zwischen der neuen Bundesstraße und den Bahnschienen oder nördlich der Schienen entlang eines parallel verlaufenden Weges. Letztere Version hätte den Vorteil, dass gleichzeitig die Geräuschemissionen der Bahn reduziert würden. „Allerdings brauchen wir hierzu die Zustimmung der Deutschen Bundesbahn“, so Rascher. Diese habe bereits in Gesprächen signalisiert, dass es dazu „kein kategorisches Nein“

gebe.

„Über die Lärmschutzwand soll noch in diesem Monat mit dem Bund beraten werden“, sagt Juliane Schultz vom Schweriner Infrastrukturministerium. „Anschließend werden die Ergebnisse vor Ort mit der Gemeinde gemeinsam erörtert.“

Bei Anrainern der dreispurigen „Rügenautobahn“ liegen inzwischen die Nerven blank. Für Jörg und Kathrin Stavenhagen, deren Haus gerade mal 70 Meter neben der dreispurigen Schnellstraße steht, geht der Verkehrslärm an die Substanz. „Wir überlegen inzwischen, anderswo nochmal bei null anzufangen“, sagt der selbstständige Elektroingenieur. Allerdings sei es schwer, das Haus in dieser Situation zu verkaufen. Selbst wenn sich ein Käufer finden ließe, sei ein Preis wie noch vor Jahren kaum zu realisieren. Andreas Klug, Vermessungsingenieur und stellvertretender Bürgermeister von Rambin, kann es noch gar nicht glauben, dass man jetzt beim Ministerium auch an eine Lärmschutzwand denkt. „Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, lasse ich mich überraschen, in welcher Qualität das ausgeführt wird.“

Frank Levermann

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