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Land, Leute und kaputte Planken

Stralsund Land, Leute und kaputte Planken

Vier junge Spanier und Italiener verbringen zwei arbeitsreiche Wochen beim Bootsbau für das Meeresmuseum

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Bootsbauer Jens Lochmann erläutert den Spaniern Ana de Rosselló und Miguel Miret den Austausch der Planken. Fotos(5): Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Nicht nur die Kultur und Sprache anderer Länder kennenlernen, sondern dort auch selbst Spuren hinterlassen wollen die Jugendlichen, die mit dem Verein „Experiment“ nach Deutschland gekommen sind. Nach einer Woche voller Höhepunkt in der Hauptstadt besichtigen zwei junge Spanier und zwei Italiener nicht nur die Hansestadt, sondern packen hier auch zwei Wochen lang selbst mit an.

OZ-Bild

Vier junge Spanier und Italiener verbringen zwei arbeitsreiche Wochen beim Bootsbau für das Meeresmuseum

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Die 16-jährige Ana de Rosselló aus Barcelona ist von den drei Wochen in Deutschland sehr angetan. „Ich liebe Deutschland. Es ist schön hier. Aber dass ich hier auch noch die Möglichkeit habe, etwas Neues zu lernen, bringt mich in der Zukunft weiter“, meint die junge Spanierin. Das Meeresmuseum unterstützt dieses Freiwilligenprojekt, indem sich die 16- bis 17-Jährigen bei der Restaurierung eines alten Fischerbootes auf dem Gelände des Nautineums auf dem Dänholm einbringen können. Zwei Wochen lang werden alte Farbschichten gelöst oder neue Planken hergestellt.

Die „Seeschwalbe“, an der die jungen Gäste arbeiten, ist ein Strandboot aus den 80er-Jahren, das auf Usedom in der Fischerei eingesetzt wurde. Hieran arbeiten die Jugendlichen unter Anleitung des erfahrenen Bootsbauers Jens Lochmann und des Projektbetreuers des Meeresmuseums, Michael Mäuslein. „Das sind Arbeiten, die gemacht werden müssen. Indem wir dafür Jugendliche begeistern, erfüllen wir auch unseren Bildungsauftrag, den wir als Meeresmuseum haben“, meint Michael Mäuslein, Kurator für Meerestechnik und Fischerei.

Ungewohnte Tätigkeiten, für die die Schüler die Hälfte ihrer Sommerferien hergeben. „Die Arbeit hier ist zwar neu, aber nicht zu schwer“, sagt Anita Salbatani. „Das Schöne darin ist die Zusammenarbeit mit Freunden – auch wenn die Sprache nicht einfach ist“, meint die 16-Jährige aus Rom. Aber auch die alte Hansestadt ist eine neue Erfahrung für die Besucher, die allesamt aus Großstädten kommen. „Ich mag die Stimmung in der Altstadt und am Hafen. Aber auch die Gastfamilie ist sehr nett“, sagt der 16-jährige Spanier Miguel Miret aus Madrid. Sümeyra Demiroglu steht den vier Gästen über den gesamten Zeitraum zur Seite. „Die Jugendlichen hatten alle Deutsch-Unterricht und können so mehr Praxis erlangen. Bisher sind sie durchaus positiv überrascht von Kultur und Menschen hier“, sagt die Betreuerin. Aber auch das Essen ist ein tägliches wiederkehrendes Thema.

„Die Pasta hier schmeckt nicht so gut“, bestätigt Anita Salbatani ihre Erlebnisse aus der Mittagskantine. Im Gegenzug überzeugte sie ihre Gastfamilie mit echter italienischer Pasta mit Tomatensauce.

Iris Hollensen betreut regelmäßig Austauschschüler und Projekte des Vereins „Experiment“. „Die Idee hinter diesem Projekt ist, eben nicht nur als Tourist nach Deutschland zu kommen, sondern in einem Freiwilligenprojekt an einer Sache zu arbeiten. Die Jugendlichen gehen jedenfalls Abend für Abend mit einer Menge Eindrücke ins Bett“, so Iris Hollensen.

Der Verein „Experiment“

In Stralsund ist dieses Projekt der dritte Freiwilligendienst, den „Experiment“ hier in den letzten zehn Jahren vermittelt hat.

In über 70 verschiedene Länder werden außerdem auch Schüleraustausche, Praktika und Sprachreisen vermittelt.

Hauptaugenmerk liegt dabei aber immer auf dem Gastfamilienaufenthalt, um die Teilnehmer Kultur und Alltag in Deutschland hautnah erleben zu lassen und als „Familienmitglied auf Zeit“

willkommen zu heißen.

Knapp 2000 Teilnehmer reisen jährlich über „Experiment“ nach Deutschland und ins Ausland.

www.experiment-ev.de.

Wenke Büssow-Krämer

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