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Stralsund Land streicht Fachoberschule in Stralsund
Vorpommern Stralsund Land streicht Fachoberschule in Stralsund
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00:01 20.06.2017

Stralsund. Schlechte Nachrichten für all jene jungen Leute, die ab dem neuen Schuljahr am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Vorpommern-Rügen die Fachoberschule besuchen wollten. Die Klasse, die in Stralsund dem Fachgymnasium angegliedert ist, wurde vom Land gestrichen.

Genutzt wurde die Fachoberschule bisher von Azubis, die ihre Lehre beendet haben und später an einer Fachhochschule studieren wollten. Aber auch junge Leute, die schon gearbeitet haben, werden in diesem einjährigen Bildungsgang zum so genannten Fachabitur geführt und besitzen nach erfolgreichem Abschluss die Fachhochschul-Reife. „Die Fachoberschule als Bildungsgang am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Vorpommern-Rügen wird im Schuljahr 2018/19 auf Grund sehr geringer Anmeldezahlen nicht gebildet. Es hatten sich nur neun Schüler gemeldet“, bestätigt Henning Lipski, Pressesprecher des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf OZ-Anfrage den Wegfall der Klasse.

„Das stimmt so nicht“, protestiert Ute Bartel von der SPD und erklärt: „Der Schule lagen zum 28. Februar für die Fachoberschule Sozialpädagogik 16 und für die Wirtschaftsklasse 18 Bewerbungen vor. Die Schule beantragte eine Mischklasse, um eine volle Klassenstärke zu erreichen. Hinzu kommen jetzt sechs junge Leute, die aus der bisherigen Klasse wiederholen möchten.“ Sie geht davon aus, dass die Ausbildung gestrichen wird, weil sie zu teuer ist.

„Aber es kann nicht sein, dass im mit 3245 Schülern größten Bildungszentrum des Landes Mecklenburg-Vorpommern keine Möglichkeit mehr besteht, sich mit dem Fachabitur auf ein Fachhochschul-Studium vorzubereiten. Schließlich haben die so eine Hochschule in Stralsund direkt vor der Tür“, sagt sie und kann die Entscheidung nicht verstehen, zumal wieder Menschen im strukturschwachen Vorpommern benachteiligt werden. Jugendliche, die eine Fachoberschule besuchen wollen, müssten jetzt nach Waren/Müritz fahren. Um dem entgegenzuwirken, habe sich auch die Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen für diese Ausbildung stark gemacht, so Ute Bartel.

Die Fachoberschule zu schließen, folge einem seit Jahren anhaltenden Trend rückläufiger Bewerberzahlen, da den Schulabgängern inzwischen ausreichende Möglichkeiten zur weiteren beruflichen Entwicklung zur Verfügung stehen, heißt es aus dem Ministerium.

„Das ist keine Entscheidung für immer, sondern nur für dieses Schuljahr. Wir sollten einfach gemeinsam für mehr Schüler werben, die dieses Angebot nutzen wollen“, so Patrick Dahlemann (SPD), Staatssekretär für Vorpommern, gestern gegenüber der OZ.

Ines Sommer

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