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Land unter in 13 Kleingärten

Stralsund Land unter in 13 Kleingärten

Die Sparte „Frohes Schaffen“ hat mit Überschwemmungen zu kämpfen. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

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In der Sparte „Frohes Schaffen“ sind mindestens 13 Parzellen durch den Wasserstand dauerhaft nicht zu bewirtschaften. Vor zwei Wochen stand das Wasser hier noch gut einen halben Meter höher. Fotos(3): Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Die Kleingärtner in der Sparte „Frohes Schaffen“ haben seit mehreren Jahren ein großes Problem: Immer wieder herrscht in ihren Parzellen Land unter. Viele Pächter haben ihre Parzellen inzwischen aufgegeben, was zu hohem Leerstand in der mit über 450 Parzellen größten Kleingartenanlage der Stadt führte.

„Von den 22 leerstehenden Parzellen sind 13 vernässt. Die stehen teilweise so unter Wasser, dass selbst die Lauben nicht mehr genutzt werden können, weil die Wände nass sind“, erklärt der Vereinsvorsitzende Dirk Döring. Seit 2010/2011 stehen die Gärten immer wieder unter Wasser. Der Zeitpunkt lässt die Gärtner darauf schließen, dass die fehlgeschlagene Entwässerung mit dem Bau der Ortsumgehung zusammenhängt.

Die Parzelle hinter dem Kleingarten von Maik Napiwotzki verfügt seit Jahren über einen eigenen, nicht geplanten Gartenteich. „Vor zwei Wochen stand das Wasser noch gut einen halben Meter höher und dichter an unser Land“, sagt der 34-Jährige. Der Keller seiner Laube, wo ursprünglich mal Äpfel und Kartoffeln gelagert wurden, ist seit Jahren feucht. Einen Weg weiter, musste eine Trafostation schon versetzt werden, bevor die Kombination aus Wasser und Strom ein Unglück provoziert.

„Das dauerhafte Wasser spült doch auch Mineralien aus. Der Boden ist übersäuert“, sagt Napiwotzki. Viele Gärtner erreichen ihre Parzellen gar nicht, weil schon der Weg dorthin überflutet ist.

Lediglich im Hochsommer bekommen einige Pächter ihren Boden zu sehen. Zum Bewirtschaften ist es dann aber zu spät.

Nach etlichen vergeblichen Kommunikationsversuchen mit der Stadt soll nun zur Tat geschritten werden. „Der Stadtkleingartenausschuss hat zugesichert, dass auf Antrag des Vereins, eine Begehung mit dem Straßenbauamt, Kreisverband und Stadtvertretern realisiert werden soll“, bestätigt Geschäftsführerin Margit Kutzbach vom Kreisverband der Gartenfreunde.

Bei Bedarf soll dann jederzeit eine Kamerabefahrung der Abflüsse beantragt werden können. „Ich hoffe, dass nun endlich Bewegung in die Sache kommt und das Straßenbauamt sich der Sache annimmt“, sehnt Dirk Döring trockenen Zeiten entgegen.

Leerstand ist aber nicht nur in der Sparte „Frohes Schaffen“ ein Thema. Die Abteilung Planung und Denkmalpflege und der Kreisverband der Gartenfreunde wollen nun mit einem neuen Kleingartenentwicklungskonzept, an dem seit 2010 gearbeitet wird, den Problemen der Vereine zu Leibe rücken. Mit Hilfe der Kleingartenvereine wurde anhand von Luftbildern, Lageplänen und Befragungsbögen seit 2011 an der Erstellung von Parzellenplänen gearbeitet.

Ein erster von drei Teilen, der 19 Vereine in den Stadtteilen Tribseer und Langendorfer Berg umfasst, soll der Arbeitsgruppe im Frühjahr vorgelegt und mit den Vereinen besprochen werden. An Teil zwei für die nächsten 26 Anlagen erfolgen derzeit Bestandsaufnahmen, weitere 14 Anlagen werden im dritten Teil überdacht.

In der Arbeitsgruppe suchen Vertreter aus Kleingartenausschuss, Kreisverband, SWS und Stadt gemeinsam nach Möglichkeiten, den Leerstand aus den Anlagen langfristig abzubauen. Eine Möglichkeit wäre, leere Parzellen zusammenzufassen, dazu müssten aber bewirtschaftete Parzellen umgelegt werden.

Oder Freiräume könnten genutzt werden, um Spielplätze zu errichten, die wiederum junge Familien in die Vereine ziehen könnten.

„Das muss aber jeder Verein für sich entscheiden. Das Kleingartenentwicklungskonzept soll lediglich Angebote aufzeigen, nichts ist ein Muss“, betont Katharina Schultz von der Abteilung Planung und Denkmalpflege.

Das Planungsbüro Morgenstern hat auch darauf hingewiesen, dass ein Internetauftritt helfen könne, Interessierte in die eigene Anlage zu holen. Noch präsentieren sich die wenigsten Vereine im Netz.

Außerdem sollen mit Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen an Gräben und Zuflüssen zu Gewässern die Sorgen des Wasser- und Bodenverbandes berücksichtigt werden.

 



Wenke Büssow-Krämer

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