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Landesamt: Silberschatz von Rügen in „sehr gutem Zustand“

Stralsund/Schwerin Landesamt: Silberschatz von Rügen in „sehr gutem Zustand“

1000 Jahre lagen die Schmuckstücke und Münzen im Acker – und sind dennoch gut erhalten. Grund ist der wohl hohe Silbergehalt. Den beiden Erstfindern gebührt Ehre und Ruhm. Sie erhalten aber keinen Finderlohn.

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Teile des Silberschatzes von Schaprode.

Quelle: Stefan Sauer/archiv

Stralsund/Schwerin. Der vor 1000 Jahren vergrabene und jetzt entdeckte Silberschatz von der Insel Rügen ist nach erster Einschätzung des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege sehr gut erhalten. Er sei „nahezu blinkend“ aus dem Boden geholt worden, sagte Grabungsleiter Michael Schirren am Dienstag. Es gebe zwar einige mechanische Schäden, die durch die landwirtschaftliche Nutzung des Ackers entstanden seien. Einige Stücke seien verbogen oder gebrochen.

Grund für den ansonsten sehr guten Erhaltungszustand seien der wohl hohe Silbergehalt und günstige Bodenverhältnisse mit einem weniger sauren Bodenklima. Von den islamischen Münzen wisse man, dass sie einen Silbergehalt von 99 Prozent haben, erklärte der Landesamt-Dezernent und Archäologe Schirren.

Gesamtgewicht: 1,5 Kilogramm

Der aus diversen Schmuckteilen und etwa 500 bis 600 Münzen – darunter rund 100 Münzen aus der Regentschaft des Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) – bestehende Schatz mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Kilogramm wird derzeit in der Stralsunder Außenstelle des Amtes nummeriert und in Fundlisten zusammengefasst. Danach geht er nach Schwerin, wo er restauratorisch begutachtet und konserviert werden soll, wie Landesarchäologe Detlef Jantzen erklärte. Dabei werde auch der Silbergehalt festgestellt. Nach der Begutachtung stehe der Schatz der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung.

In MV wird kein Finderlohn gezahlt

Den Erstfindern René Schön und Luca Malaschnitschenko – beide ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger – gebührt Ruhm und Ehre, sie gehen ansonsten aber leer aus. In Mecklenburg-Vorpommern wird im Gegensatz zu anderen Bundesländern kein Finderlohn gezahlt. Als ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger arbeiten sie für die Landesarchäologie. „Der Fund ist der größte Lohn der Mühe. Die Finder bleiben auf immer mit der Entdeckung verbunden und werden in Veröffentlichungen erwähnt“, betonte Jantzen. Ihre Arbeit werde im Rahmen einer Regionalkonferenz in Stralsund gewürdigt.

Schön und der 13-jährige Luca hatten im Januar die erste Münze entdeckt und bis zur Bergung des Gesamtschatzes Stillschweigen gewahrt. „Stillschweigen zeichnet gute Bodendenkmalpfleger aus. Sie wissen, wie gefährdet diese Sachen sind, und wir wissen, dass wir uns auf die Bodendenkmalpfleger verlassen können“, so Jantzen. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten 148 Frauen und Männer als ausgebildete Bodendenkmalpfleger. Rund 100 weitere – darunter auch der 13-jährige Luca – befänden sich in der Ausbildung.

Ort der Präsentation ist noch unklar

Wo der dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehörende Schatz künftig präsentiert wird, ist bislang unklar. Er gehöre wegen seiner großen Bedeutung mit Sicherheit zu den Funden, die man in einem Archäologischen Landesmuseum präsentieren sollte, sagte Jantzen. Der Schatz sei von hervorragendem wissenschaftlichem Wert und falle damit unter das sogenannte Schatzregal des Landes.

dpa/mv

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