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Stralsund Landrat fordert mehr Geld für die Schulen
Vorpommern Stralsund Landrat fordert mehr Geld für die Schulen
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06:00 11.02.2019
Das wird teuer: Bei der Digitalisierung der Schulen hofft man im Landkreis bislang vergebens auf Hilfe aus Schwerin. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Stralsund

Die gute Nachricht: Die Schulen im Landkreis sollen möglichst bald einen Sprung beim Thema Digitalisierung machen. Und sogar Geld steht dafür in Aussicht. Die schlechte: An fast allen politischen Enden wird derzeit noch gestritten, wie genau das alles funktionieren soll. Auch der Bildungsausschuss des Kreises hat sich nun mit dem Thema befasst und festgestellt: Politisch, technisch, pädagogisch ist es ganz schön kompliziert.

Fünf Milliarden Euro will der Bund zur Verfügung stellen, um die Schulen in den nächsten Jahren fit zu machen. Doch über das Wie dieser Finanzspritze herrscht noch Uneinigkeit mit den Ländern. Die Summe klingt riesig: Pro Bildungseinrichtung ist der Zuschuss überschaubarer. Berufs-, Grund- und weiterführende Schulen erhalten einen mittleren fünfstelligen Sockelbetrag, zwischen 50 000 und 75 000 Euro. Dazu gibt es pro Schüler knapp 350 Euro.

Landrat will externe Berater

Was genau mit diesem Geld geschehen soll, ist ungeklärt. Und das beginnt schon bei der Frage, wie sich die neue Technik denn auf den Unterricht und seine Inhalte auswirken soll. Deswegen fordert Landrat Stefan Kerth (SPD) nun die Erarbeitung eines „Medienentwicklungsplanes“, räumt aber gleichzeitig ein, dass seine Verwaltung mit vielen technischen Detailfragen wohl überfordert wäre. 50 000 Euro für eine externe Ausschreibung soll der Kreistag bereitstellen. Dabei geht es allerdings nur um die Gymnasien in Grimmen, Ribnitz-Dammgarten und Bergen, Förder- sowie Berufsschulen und dazugehörige Wohnheime. Für die anderen Schulen liegt die Zuständigkeit bei den jeweiligen Gemeinden. Kerths Vorschlag ist nicht ohne Risiko. Denn ob und welche Vorschriften das Land zu dem Thema noch auf den Tisch legt, ist völlig offen. Es gebe ein gewisses Risiko, dass „hinterher einer kommt und uns sagt, was wir dann doch noch anders machen sollen. Es wäre aber falsch jetzt einfach nur abzuwarten und nichts zu tun“, warb Kerth vor dem Bildungsausschuss. Selbst wenn man das Projekt nun anstoße sei mit einem fertigen Konzept erst 2020 zu rechnen.

„Abitur wie zu Kaisers Zeiten“

Die 50 000 Euro addieren sich derweil zu den Digitalisierungskosten, die ohnehin für die kommenden beiden Jahre aus dem Kreishaushalt fließen. Um die Schulen und Wohnheime überhaupt an das neue Breitbandnetz anzuschließen, sind bereits Planungskosten von rund 150 000 Euro eingeplant. Dass all dies am Ende beim ohnehin klammen Landkreis hängen bleiben, rief im Bildungsausschuss auch Kritik hervor. „Natürlich ist die technische Ausstattung eine Sache des Trägers, aber bei der Digitalisierung reden wir letztlich über eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an der sich auch das Land finanziell beteiligen müsste“, so Gerd Rüting, der in der Kreisverwaltung für das Gebäudemanagement zuständig ist.Offen sei auch, wie die zukünftig steigenden Kosten für technische Wartungen und Software-Lizenzen eigentlich finanziert werden. Auch Ausschussmitglied Ute Bartel (SPD) schimpfte auf das Land: „Alle wissen, was da auf uns zukommt, aber es gibt noch keine entsprechenden Rahmenpläne für den Unterricht. Wir nehmen das Abitur ab, wie zu Kaisers Zeiten.“

Trotz allen Ärgers: Der Bildungsausschuss schloss sich dem Vorschlag des Landrates an. Die Entscheidung liegt am Ende beim Kreistag, der erst Mitte März wieder tagt. Offen blieb, inwieweit der Landkreis auch den Gemeinden bei der Konzeption für die Grund- und Regionalen Schulen unter die Arme greifen kann. Damit am Ende ein einheitliches Konzept entsteht, aber auch weil gerade kleinere Schulen und Verwaltungen mit dem Thema überfordert seien. Landrat Kerth bremste da die Erwartungen der Politik. Man sei natürlich offen für jedes Gespräch mit anderen Verwaltungen, aber die 50 000 Euro würden bei weitem nicht ausreichen, um alle Schulen im Kreis in die Planung einzubeziehen.

Carsten Schönebeck

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