Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Lange Denkmalnacht soll 2018 ausfallen
Vorpommern Stralsund Lange Denkmalnacht soll 2018 ausfallen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:14 12.04.2018
Es ist eine tolle Veranstaltung. Aber vielleicht ist es besser, durch eine Pause wieder das Interesse der Leute zu wecken.André Kretzschmar, Tourismuschef
Stralsund

Muss Stralsund in diesem Jahr ohne eine der größten Veranstaltungen auskommen? Alles deutet darauf hin, dass die Lange Nacht des offenen Denkmals 2018 ausfallen wird. „Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber die Zeichen stehen auf Pause“, sagt André Kretzschmar, Chef der Stralsunder Tourismuszentrale, die das Kulturevent hauptsächlich organisiert. Man wolle im Mai das Gespräch mit den kulturellen Partnern der Denkmalnacht suchen, um sich ein Stimmungsbild zu machen. „Wir sind uns einig, dass das eine tolle Veranstaltung ist. Aber vielleicht ist es besser, durch eine Pause wieder das Interesse der Leute zu wecken“, sagt Kretzschmar. Bleibt es dabei, würde die Denkmalnacht das erste Mal seit 15 Jahren nicht stattfinden.

Zuletzt kamen immer weniger Besucher / Stadt blieb auf Kosten sitzen / Fraktion der Grünen wagt Rettungsversuch

Grund sind die seit Jahren rückläufigen Besucherzahlen. Während in den Anfangsjahren noch bis zu 10000 Menschen ein Eintrittsbändchen kauften, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 3500 Leute. Dadurch hat sich die Veranstaltung für die Hansestadt zu einem dicken Minusgeschäft entwickelt. Die Gesamtkosten belaufen sich laut André Kretzschmar auf einen hohen fünfstelligen Betrag. „Das können wir nur über verkaufte Eintrittsbändchen wieder reinholen. Leider waren in den vergangenen Jahren mehr Leute auf der Straße, als wir Bändchen verkauft haben. Vielen reicht es, einfach nur die Stimmung in der Stadt zu genießen und irgendwo ein Bier zu trinken.“ Bei der Denkmalnacht öffnen Rathaus, Kirchen, Klöster, Stadthäuser und Innenhöfe bis Mitternacht ihre Türen.

Auch wenn die Zeichen auf Zwangspause stehen, noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Fraktion der Grünen fordert, die Denkmalnacht auch 2018 stattfinden zu lassen. Sie will in der Bürgerschaft am 19. April einen entsprechenden Antrag stellen. „Die Lange Nacht des offenen Denkmals gehört fest zum Stralsunder Veranstaltungskalender. Das sollte auch so bleiben, und zwar jedes Jahr“, sagt Fraktionschef Jürgen Suhr. Er sei zwar auch für eine Überarbeitung des Konzepts. Dies dürfe aber nicht dazu führen, das Event in diesem Jahr einfach ausfallen zu lassen. Er könne sich in diesem Jahr eine abgespeckte Variante mit weniger Aufwand vorstellen, um 2019 dann mit einem neuen Konzept zu starten. Suhr: „Die Stralsunder Hafentage, deren Durchführung für 2018 mit Komplikationen behaftet war, werden derzeit neu organisiert, um einen Ausfall in diesem Jahr zu verhindern. Dann schaffen wir das mit der Langen Nacht auch!“

Allerdings dürfte es schwer werden, dafür eine Mehrheit in der Bürgerschaft zu bekommen. SPD-Fraktionschef Peter van Slooten hält angesichts der rückläufigen Besucherzahlen einen Veranstaltungsrhythmus von zwei oder drei Jahren für denkbar. Ronald Zabel, Chef der CDU-Fraktion, sieht es ähnlich, er plädiert aber für einen Kompromiss. „Anstatt die Veranstaltung alle zwei Jahre ausfallen zu lassen, sollten wir eine Alternative anbieten, etwa eine lange Nacht der Museen“, sagt Zabel. Auch OB Alexander Badrow (CDU) möchte an der Veranstaltung festhalten. „Dennoch gebietet die Vernunft, die Veranstaltung grundsätzlich auf den Prüfstein zu stellen. Sicher finden sich Möglichkeiten, die Attraktivität der Langen Nacht zu steigern. Dazu sprechen wir in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten.“

Alexander Müller

Holger Albrecht sagte Kandidatur kurz vor Wahl ab / Vereine befürchteten Interessenkonflikt / Zwei Bewerber gehen heute ins Rennen: Hofmann und Täubrich

12.04.2018

15 Jahre nachdem die Hansestadt Stralsund ihr Kreditinstitut an eine Privatbank verkaufen wollte, ist die juristische Aufarbeitung noch immer nicht abgeschlossen.

17.04.2018

15 Jahre nachdem die Hansestadt Stralsund ihr Kreditinstitut an eine Privatbank verkaufen wollte, ist die juristische Aufarbeitung noch immer nicht abgeschlossen.

17.04.2018