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Stralsund Laute Fahrrad-Demo gegen Schulpolitik
Vorpommern Stralsund Laute Fahrrad-Demo gegen Schulpolitik
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00:01 30.06.2016

Unter Polizeischutz fuhr ein Protestzug mit etwa 100 radelnden Eltern und Schülern gestern am späten Nachmittag von der Grundschule Andershof in Richtung Burmeister-Schule ab. Mit schrillen Tönen aus ihren Trillerpfeifen wollten die aufgebrachten Eltern lautstark auf ihre Wut gegen die Pläne der Stadtverwaltung hinweisen. Die sehen vor, dass Kinder aus Andershof nach der Grundschule nicht mehr ans Schulzentrum am Sund, sondern auf die Hermann-Burmeister-Schule gehen sollen.

Aus Sicht der Eltern wäre der daraus folgende Schulweg aber viel zu gefährlich. „Die Radwege an der Greifswalder Chaussee sind schwer bis gar nicht einsehbar für unsere Kinder“, meinte Evelyne Elflein, die sich als Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Andershof und Mitglied des Kreiselternschulrates Vorpommern-Rügen engagiert. Sie führte den Protestzug an. Für die 148 Grundschüler aus Andershof ist es nach Ansicht von Evelyne Elflein einfach zu gefährlich und auch zu zeitaufwändig, den weiten Weg zur Burmeister-Schule mit dem Rad zurückzulegen. „Wir haben das Gefühl, hier soll kurz vor den Sommerferien noch etwas durchgezogen werden, was wir als Elternschaft nicht akzeptieren können“, so die 29-jährige Mutter von drei Kindern.

Auslöser für den Ärger ist, dass die Stadtverwaltung die Schullandschaft in Stralsund wegen steigender Schülerzahlen umstrukturieren muss. Sie hat daher vier Szenarien entwickelt, wie das Problem gelöst werden könnte, sich aber gleichzeitig bereits für eine Variante ausgesprochen: Die Erneuerung der früheren Allende-Schule, die direkt neben der Burmeister-Schule (Grundschule und Regionalschule) steht. Die Grundschüler könnten dann auf das erneuerte Nachbargebäude ausweichen und so Platz für die fünften bis zehnten Klassen schaffen. Die Andershofer sollen dann dort unterrichtet werden, um am Schulzentrum am Sund für Entlastung zu sorgen.

Die Stadtverwaltung hatte eine zusätzliche Buslinie in Aussicht gestellt, damit die Kinder aus Andershof und der Frankenvorstadt schneller zu der neuen Schule kommen. Evelyne Elflein befürchtet allerdings, dass das nur eine Hinhaltetaktik ist, mit der die Eltern besänftigt werden sollen.

Die besorgte Mutter Sandra Huber, deren Sohn Schüler an der Grundschule Andershof ist, unterstellt der momentanen Politik des Schulverwaltungsamtes ein eklatantes Demokratiedefizit. Ihr Vorwurf lautet: „Wir fühlen uns in unserer Schulwahlfreiheit stark eingeschränkt“.

Alexander Wilhelm vom Förderverein der Andershofer Grundschule will in seiner Funktion als sachkundiger Bürger noch einmal den Kontakt zur Schulverwaltung aufnehmen, um eine Kompromisslösung herbeizuführen.

Christian Rödel

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