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Leere Kassen: Gras wuchert meterhoch

Stralsund Leere Kassen: Gras wuchert meterhoch

Der Welterbestadt fehlen die Mittel, um alle Grünflächen regelmäßig zu pflegen. Die Anwohner sind verärgert.

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Das Sundufer begrünt sich so langsam von alleine. Ein Bunsenbrenner könnte hier schnelle Abhilfe leisten.

Stralsund. Grüner Alarm in der Hansestadt. An vielen Ecken wuchern Gras und Unkraut ungehindert in die Höhe. „Es mag ja stimmen, dass Geld nicht im Überfluss da ist“, sagt Wolfgang Siebert. „Aber um das Antlitz einer Welterbestadt zu pflegen, muss genügend aufgebracht werden“, meint der Rentner. Er ist sich sicher, dass dafür nicht immer Unmengen an Zeit und Investitionen nötig sind.

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Stralsunder Biotope: Schon seit Jahren stören sich die Anwohner im Ehm-Welk-Weg an sprießenden Gräsern auf dem Parkplatz. Erst nach mehrfachen Anrufen handelte die Stadt in den vergangenen Jahren.

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Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hatte auf der Bürgerschaftssitzung im August eingestanden, dass der Stadt oft die nötigen Mittel fehlen, um bei der Grünflächenpflege, der Straßensanierung oder der Säuberung der Spielplätze einen Standard zu erreichen, wie es sich alle wünschen. Teilweise wuchere auf Gehwegen das Gras schon 1,50 Meter hoch. Er schimpfte auf das Land, das den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln verboten habe, aber auch keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellt, um den Mehraufwand zu wuppen.

„Hier am Sundufer könnte der Bewuchs relativ einfach weg gebrannt werden“, meint Wolfgang Siebert. „Die meisten Touristen kommen doch am Hafen an und sehen nur die unmittelbare Umgebung. Da sollten gerade die Vorzeigestrecken in Ordnung sein“, bekräftigt der 75-Jährige. Für den Senior ist das Finanzierungsproblem nur eine Frage der Verteilung im Haushalt.

Ein Beispiel dafür hat Sabine Wordoff parat, die als Tagesmutter täglich auf den Spielplätzen der Umgebung unterwegs ist. „Der Spielplatz Kalandshof ist zwar sauber und ordentlich, aber eigentlich ungenutzt“, nennt die 50-Jährige eine Einsparmöglichkeit. Solche ruhigen abgelegenen Plätze ziehen dann eher Gäste an, die dort am helllichten Tag ihre Bierdosen leeren. Das eine schöne Karussell sehe sie lieber im Gebiet der alten Zuckerfabrik, dessen Spielplatz stets gut besucht ist. „Wir sind ja meistens auf den gleichen Plätzen, die auch sehr schön und gut gepflegt sind. Nur auf dem Spielplatz am Frankendamm wird grundsätzlich erst gemäht, wenn das Gras bis zur Hüfte reicht“, schildert die Tagesmutter ihre Erfahrungen.

Auch die Mieter des Blockes der WBG Volkswerft im Ehm-WelkWeg könnten sich an der Aussicht auf den Stadtwald erfreuen, wenn nicht der Grünstreifen auf dem gegenüberliegenden Parkplatz für Verdruss sorgen würde. Auch hier stören sich die Anwohner seit Jahren an sprießenden Gräsern und Büschen auf dem Streifen zwischen den beiden Parkflächen, für den niemand verantwortlich scheint. Nur nach ständigen Anrufen bei der Abteilung für Straßen und Stadtgrün wurde die Stadt in den letzten Jahren tätig.

Ursprünglich mit Gehwegplatten befestigt, durch die das Unkraut wucherte, wurden die vor zwei Jahren entfernt. Ein Rasenstreifen sollte entstehen. Doch stellte sich bald heraus, dass diese Variante nicht gerade pflegeleichter ist. Denn auch weiterhin fühlte sich keiner dafür zuständig. Wieder wurde nur nach Beschwerden der Anwohner der Rasenmäher rausgeholt.

„Es wäre schön, wenn man alle Wohngebiete regelmäßig kontrollieren würde“, bekräftigt Ute Berneike. Auch bei ihr im Caspar-David-Friedrich-Weg gibt es unbeachtete Ecken. „Hier wurde angefangen und mittendrin aufgehört. Viel wird bei uns schon von den Anwohnern gemacht, die weit mehr als nur ihr Grundstück pflegen“, berichtet die 78-Jährige.

Dabei werden die Hansestädter von den Touristen um die Lage am Sund beneidet. „Aber das ist wie mit dem Familiensilber. Auch das muss regelmäßig geputzt werden, damit es glänzt“, sagt Wolfgang Siebert.

 

Wenke Büssow-Krämer

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