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Stralsund Lego-Robotern und Polizisten auf der Spur
Vorpommern Stralsund Lego-Robotern und Polizisten auf der Spur
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07:18 28.03.2014
Dinah Blunk (12, l.) und Denise Wiedergold (13) hatten beim Nahverkehr die Möglichkeit, auf dem Fahrersitz eines Busses Platz zu nehmen und mit zwei Fahrerinnen unterwegs zu sein. Fotos (3): Miriam Weber
Stralsund

Aus 350 unterschiedlichen Angeboten und fast 3000 Plätzen konnten gestern in Mecklenburg-Vorpommern die Mädchen auswählen. Am 13. Girls-Day drehte sich in vielen Institutionen, Einrichtungen und Unternehmen alles um sie.

Der Zukunftstag soll die Mädchen ermutigen, sich mit vermeintlichen Jungs-Berufen zu beschäftigen. „Es sagt ja niemand, dass alle Mädchen ein naturwissenschaftliches Studium aufnehmen sollen“, sagte Katrin Köppen, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, am Rande der offiziellen Eröffnung durch Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) und Landrat Ralf Drescher (CDU) an der Fachhochschule Stralsund. „Aber sie wissen auch nicht, ob es etwas für sie ist, wenn sie es nicht wenigstens ausprobieren.“ Genau das ist das Ziel des Girls-Days.

Eifrig bei der Sache waren Leonie Schwart (11) vom Schulzentrum am Sund und Noreen Junges (12) aus der Diesterweg-Schule. Sie ließen sich von den Elektrotechnik-Studenten Johannes Küssner und Robert Garbe erklären, wie man einen Krokodilroboter baut. Einen Tisch weiter tüftelten Fenja Straka und Jule Schlicht am Lego-Baukasten. Die beiden 13-Jährigen besuchen das Goethe-Gymnasium in Schwerin, waren zum ersten Mal an der Stralsunder FH. „Das ist wirklich cool, mal was anderes“, war Fenja begeistert. Insgesamt schauten sich an der FH 32 Mädchen in verschiedenen Laboren um, ließen sich erklären, was regenerative Energien sind oder wie Bilder in der Medizin entstehen.

Etwas mehr zur Sache ging es auf dem Dänholm. Dort ließen sich die Beamten der Bundespolizei von 15 Mädchen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. „Wir waren im vergangenen Jahr an der Marinetechnikschule in Stralsund“, sagte Carisma Kroll aus Grimmen. „Das hat uns gut gefallen, und diesmal fiel unsere Wahl auf die Bundespolizei“, so de 15-Jährige von der Regionalschule Robert Koch.

Die 14-jährige Elisabeth Bonin vom Grimmener Gymnasium möchte später gern zur Bundeswehr oder zur Bundespolizei. „Bevor ich mich entscheide, verschaffe ich mir unter anderem am Girls-Day einen Überblick.“ Elea Jenner und Louisa Dittrich (13) von der Jona-Schule waren begeistert vom Angebot: „Toll, was sich die Beamten alles für uns ausgedacht haben“, staunte Elea. Da ging es auch in die Praxis, etwa mit dem Überlebensrettungsanzug auf einem Einsatzboot. „Die Bandbreite der Berufe bei uns ist vielfältig“, sagt Uta Bluhm von der Bundespolizei. „Um das deutlich zu machen, nehmen wir regelmäßig am Girls-Day teil.“ Die 16-jährige Ranea Ahmed, die das Goethe-Gymnasium besucht, kann den Tag nur weiter empfehlen. „Alle haben sich hier so viel Mühe gegeben, und ich konnte meine vielen Fragen loswerden.“

Mädchen lernen im Theater, was Lampenfieber bedeutet
Frauen arbeiten am Theater. Das ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Denkt man doch zuerst an eine Schauspielerin, Maskenbildnerin oder Kostümdesignerin. Doch das sind nur einige Theaterberufe. Denn wenn sich der Vorhang einmal lüftet, gibt es viel zu sehen und zu erleben. So schnupperten 16 Schülerinnen am Girls-Day hinter die Kulissen des Stralsunder Theaters und lernten, was es heißt, Lampenfieber zu haben.
Viele der Mädchen waren zwar schon im Schauspielhaus, um sich Aufführungen anzusehen, doch beim Rundgang konnten sie auch in Räume schauen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Die 15-jährige Annika Hausmann sagte: „Der Girls-Day ist eine gute Möglichkeit, etwas nicht Alltägliches zu erleben und dabei vielleicht herauszufinden, was einem liegt.“ Michelle Blase, die gerade am Theater ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, führte sie vom Keller bis ins Dachgeschoss, um ihnen einen groben Einblick zu geben. „Das Theater bietet viele Optionen, dennoch sind wir daran gebunden, was heute im Haus so los ist“, erklärte die Volontärin. Auf dem Plan stand die Beleuchtungsprobe für den am Samstag stattfindenden Theaterball. Die Mädchen sahen den vorwiegenden Männern beim Einstellen der Lampen zu. Beleuchtungsmeister Karl-Heinz Scholz: „Unsere Chefin, Konstanze Gindl, ist das beste Beispiel. Sie fing als Beleuchterin an und ist jetzt technische Direktorin.“
Nachdem die Lichtschaltzentrale und die Elektroräume besucht wurden, ging es spielerisch im Probenraum weiter. Stimm- und Aufwärmübungen rundeten den Girls-Day perfekt ab. Zwar möchten die meisten Mädchen keinen technischen Beruf erlernen, doch allein der Blick hinter die Bühne war applauswürdig.
Busfahrerin für einen Tag
War das ein Gekicher gestern beim Stralsunder Nahverkehr. „Ist das aufregend“, entfuhr es Denise Wiedergold immer wieder. Die 13-Jährige hatte mit ihrer Freundin Dinah Blunk den Girls-Day genutzt, um sich einen Tag lang beim Nahverkehr umzuschauen und vor allem, um in den Alltag einer Busfahrerin hinein zu schnuppern.
Nach einer kurzen Einführung in das Unternehmen und die Geschichte des Nahverkehrs durch den Geschäftsführer Karsten Bööck konnten die beiden Mädchen sowohl einen Blick in die Waschstraße als auch die Werkstatt werfen. Dort krabbelten sie auch mal unter einen Bus. „Sind das viele Schläuche“, sagte die zwölfjährige Dinah. Dann ging es schon mal probeweise zu einem Bus, den das Duo genau inspizierte — inklusive des Fahrersitzes. Scheibenwischer an. Ansage durch das Mikro. Am großen Lenkrad drehen und den Fahrscheinautomaten genauer unter die Lupe nehmen — für die Mädels war das alles möglich.
„Der Girls-Day ist eine gute Aktion, um Einblicke zu gewähren“, erklärte Karsten Bööck. Von den 71 Busfahrern im Unternehmen sind nur drei weiblich. „Es wäre schön, wenn sich das ändern würde. Die Chance, nach einer Ausbildung zur Berufskraftfahrerin einen Job in unserer Region zu bekommen, sind gut.“
Eine der Busfahrerinnen ist Michaela Jarling. Die 40-Jährige schwärmt in den höchsten Tönen von ihrem Beruf: „Ich mag die Vielseitigkeit und den Kontakt mit den Menschen“, sagte die Stralsunderin.
Sie freute sich über das Interesse von Denise und Dinah, denn die nahmen kein Blatt vor den Mund und fragten ihr Löcher in den Bauch. „Das ist doch auch gut so“, findet Michaela Jarling.
Doch für Denise, die die 7. Klasse der IGS Grünthal besucht, und Dinah, die in der 7. Klasse an der Jona-Schule lernt, war das noch nicht alles. Sie durften ein paar reguläre Fahrten mit Michaela Jarling auf der Linie 3 und Anja Reinharz auf der Linie 4 miterleben. mwe



Nicole Arndt Miriam Weber

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