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Leichte Jungs und schwere Mädchen im Nachtlokal

Richtenberg Leichte Jungs und schwere Mädchen im Nachtlokal

Zombies, Mafiosi und Panzerknacker baten in der 35. Saison in Richtenberg zum teuflischen Tanz aufs Parkett

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Stimmungskanonier „Buggi“ im Mittelpunkt. Die Party zum Karneval in Richtenberg war Samstagabend wieder ein Knaller. FOTOS (3): SUSANNE RETZLAFF

Richtenberg. Huuuh, die Unterwelt hat Ausgang! Knarrend öffneten Gruften und Gefängnisse ihre Tore und entließen die Insassen: Vampire, Zombies, kleine Ganoven und große Gangster bemächtigten sich am Samstag des Richtenberger Kulturhauses, verfolgt von schwarzen Sheriffs und sehnsüchtig erwartet von fetzigen Hexen, scharfen Miezen und halbseidenen Damen.

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Zombies, Mafiosi und Panzerknacker baten in der 35. Saison in Richtenberg zum teuflischen Tanz aufs Parkett

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Klar, dass so mancher Gast dieser ehrenwerten Gesellschaft am liebsten anonym blieb. „Meinen Namen habe ich schon lange vergessen“, bedauerte ein quicklebendiger Untoter im Foyer, wo Christine und Martina in knapp eineinhalb Stunden Schmalzstullen und Leberwurstbrote an Teufel und Teufelin brachten. Sechs Brote hatten sie mit Hausgemachtem geschmiert und Rollmöpse zur Verstärkung mitgebracht – alles wurde verdrückt.

„Erst war das Volk gekommen“, verriet Zeugin Christine, dann folgten die Majestäten Stefanie und Arne. Die ließen die Garden so richtig tanzen. Nachdem aus der Bütt Schulprobleme und Richtenberger Spezialitäten auf die Schippe, Missverständnisse zwischen Mann und Frau unter die närrische Lupe genommen waren, gaben sich Maulwurf, Wühlmaus und Jäger ein launiges Stelldichein. „Hast Du Kummer, hast du Ärger, trink 'nen echten Richtenberger!“ – höchste Zeit, das Nachtlokal zu eröffnen.

Leichte Jungs und schwere Mädchen geizten nicht mit ihren Reizen, die Prinzengarde wirbelte zwischen zwischen Himmel und Hölle und lockte Knastbrüder und -schwestern auf die Tanzfläche, Fledermäuse flatterten mit Panzerknackern übers Parkett Stimmungskanonier „Buggi“ drehte Dana durch den Saal, ein Knochenmann klapperte mit der Gangsterbraut, die gruftige Mieze Celina aus Stralsund hakte ihre Mutter Ines und Panzerknacker Malte unter: „Es ist wunderbar hier. Seit ich 16 bin, komme ich zum Richtenberger Karneval“, sagte sie.

Unterdessen schossen Anna Ettrich, Kati Roock und Clubmitglied Leona Wagner, alle drei 27 und mehr oder weniger aus Richtenberg, ein Selfie nach dem anderen: „Es ist so schön hier, wie immer, gute Laune, tolles Programm.“ Und an der Tür lehnte lässig der Pate, lenkte seinen Blick die tolle Kulisse entlang, die Dekogruppe des Richtenberger Carneval Clubs hatte gemalt, um seine Aufmerksamkeit wieder den Gaunern, Dieben und leichten Mädchen zu schenken. Die Stricknadelstreifen seines Anzugs glättend, ließ er kurz das Gold im Mund blinken und machte fast flüstern klar: „Ich bin hier der Boss!“

Susanne Retzlaff

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