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Stralsund Lieber einen Frosch oder eine Katze im Hals haben?
Vorpommern Stralsund Lieber einen Frosch oder eine Katze im Hals haben?
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00:01 20.10.2017
Angelina Wulf, Keelia Foucreau, Elisa Quéron, Louise Milliot, Awijah-Hope Kruse und Sarah Tönnies (v.l.).
Stralsund

Regard croisés – Blickwechsel. Unter diesem Motto hat der deutsch-französische Austausch gestanden, an dem in der vergangenen Woche 45 Mädchen und Jungen der 8. und 9. Klasse teilgenommen haben. Zur Gruppe gehörten Schüler des Hansa-Gymnasiums und des Collège St. Joseph im französischen Parthenay. Der Ort liegt übrigens in der Region Poitou-Charentes, der Partnerregion unseres Bundeslandes.

Beim deutsch- französischen Austausch räumten 45 Mädchen und Jungen mit Vorurteilen auf.

Für Nelly Robert, die die französischen Schüler mit ihrem Kollegen Matthieu Chaigne begleitete, war es fast wie ein Nach-Hause-Kommen. Bereits seit 15 Jahren ist die Deutschlehrerin bei diesem Austauschprogramm dabei und besucht immer wieder gern die Hansestadt. Doch in diesem Jahr verschaffte auch sie sich eine andere Perspektive auf die Stadt, denn Nelly Robert nahm kurzentschlossen am Rügenbrückenmarathon teil. „Ich mag Stralsund und die Kollegen hier. Ich genieße die Landschaft und die Ostsee, das ist nun mal ganz anders als der Atlantik.“

Zurück zu den Schülern, denn die standen bei diesem Austausch im Mittelpunkt. Blickwechsel, das bedeutet vor allem auch, dass man den Blick für das Gegenüber einnimmt, dass man sich austauscht. Und so setzten sich die Schüler in verschiedenen Workshops und mit ganz unterschiedlichen Ansätzen mit Klischees und Vorurteilen auseinander, die man jeweils über die andere Nation hat. Witzig wurde es in der Spielkartenfabrik. Dort entwickelten die Schüler ein Memory-Spiel, dass auf Redewendungen basiert, die zwar im Französischen und Deutschen die gleiche Bedeutung haben, aber eben doch komplett anders sind. Ein Beispiel? Spricht man etwa im Deutschen davon, Perlen vor die Säue zu werfen, so ist es im Französischen die Konfitüre, die vor die Säue geworfen wird. Haben wir einen Frosch im Hals, plagen sich die Nachbarn mit einer Katze. Es wurde gemeinsam musiziert, Kap Arkona und Prora und das Ozeaneum besucht... Und vor allem viel miteinander gelacht und geredet. Für Barbara Winkler, Französischlehrerin am Hansa-Gymnasium, verlangt der Austausch „viel Toleranz, Offenheit und Spontaneität. Aber man wird so viel reicher an Erfahrung, lernt eine andere Kultur und Sprache besser zu verstehen, arbeitet und lacht gemeinsam, findet neue Freunde und es lohnt sich immer wieder, einander zu begegnen.“ Ihr Kollege Jan-Markus Seidlein ergänzt: „Es ist schön, dass wir auf diesem Weg Frankreich nach MV, nach Stralsund holen können.“ Dass das Austauschprogramm funktioniert, dafür hat Jan-Markus Seidlein einen anderen schönen Beweis: „Mittlerweile sind die jüngeren Geschwister von Leuten dabei, die vor mehreren Jahren an diesem Austausch teilgenommen haben.“

Doch nicht nur für die Lehrer waren die Tage etwas Besonderes. Auch die Schüler hatten jede Menge Spaß. „Das Beste war die gemeinsame Zeit, wenn alle zusammen waren“, sagt die Neuntklässlerin Jette Freier und die Französin Raphaëlle Bergeon nickt bestätigend. So wundert es nicht, dass sich alle auf den Gegenbesuch im März in Frankreich freuen.

Sophie Heinen und Miriam Weber

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