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Stralsund Glühwein-Sause für den guten Zweck
Vorpommern Stralsund Glühwein-Sause für den guten Zweck
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08:23 14.02.2019
MTS hilft helfen: An der Glühweinbude der Marinesoldaten in Stralsund im Dezember 2018 kamen über 18 000 Euro zusammen, die nun für soziale Projekte gespendet werden. Quelle: Ines Sommer
Parow

„Wir sind konkurrenzfähig“, zeigt sich MTS-Kommandeur Oliver Jülke ebenso selbstbewusst wie erfreut. Nein, diesmal geht es nicht um die militärische Ausbildung an der Marinetechnikschule, sondern um ein leckeres rotes Heißgetränk, das es ganz schön in sich hat. „Auch wenn wir noch nie beim Glühweintest gewonnen haben – den Gästen des Stralsunder Weihnachtsmarktes schmeckt unser Glühwein. Die Zahlen sprechen da für sich. Allein im letzten Dezember sind 18 413, 20 Euro zusammengekommen“, so der Kapitän zur See bei einer kleinen Festveranstaltung am Dienstagnachmittag in der MTS in Parow und betont: „Das ist absoluter Rekord.“ Und noch eine Zahl verkündet er stolz: „Seit die Aktion 2002 ins Leben gerufen wurde, konnten wir insgesamt 158968,47 Euro für soziale Projekte spenden.“

Trinken mit gutem Gewissen

Nach Parow eingeladen wurden die Nutznießer des wochenlangen fröhlichen Umtrunks in der Fußgängerzone der Hansestadt, zu dem auf Wunsch auch Erbsensuppe gereicht wurde. Vier Stralsunder Vereine und die Kranich-Grundschule Altenpleen können sich nun über die 18 000 Euro freuen, denn sie bekommen auf diesem Wege Unterstützung für Projekte, die ohne das Geld der MTS nicht möglich wären. Die vier Stralsunder Vereine und Organisationen bekommen jeweils 4300 Euro.

Das sind die glücklichen Spenden-Empfänger

Die Wohlfahrtseinrichtung der Hansestadt will ihr Hospiz unterstützen. „Wir wollen damit Weiterbildungen finanzieren, aber auch Veranstaltungen für Gäste und Angehörige sind uns wichtig“, sagte Kathleen Schneider vom Hospiz, das im April 2016 eröffnet wurde. Der Kindertisch des DRK-Kreisverbandes möchte von dem Geld eine Osterüberraschung für die etwa 180 Kinder kaufen, die hier ein Mittagessen bekommen. Der Kinder- und Jugendnotdienst des Internationalen Bundes in Stralsund hat vor, das Gelände in der Naumann-Straße aufzuwerten und plant eine Verschönerung des Außengeländes, unter anderem mit Hochbeeten. Die Herberge für Obdachlose in Grünhufe möchte unter anderem eine Waschmaschine anschaffen, damit die Bewohner ihre Sachen selbst waschen können.

Neu ist in diesem Jahr ein fünfter Spenden-Empfänger: die Kranich-Grundschule in Altenpleen. Sie bekommt 1213,20 Euro aufs Konto überwiesen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass soviel Geld zusammenkommt. Wir freuen uns riesig. Auf jeden Fall wollen wir mit der Spende den Schulgarten aufwerten. Der Anfang ist zwar schon getan, aber unsere frisch sanierte Schule soll ja auch von außen was hermachen“, strahlen die beiden Lehrerinnen Katja Baier und Julia Dreßler.

„Man fragt sich ja: Alkohol trinken und etwas Soziales tun – passt das überhaupt zusammen? Ich denke, in diesem Fall können wir da ein gutes Gewissen haben“, findet Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) und schiebt nach: „Die Marinetechnikschule, mit der wir auch als Stadt seht gut zusammenarbeiten, tut hier etwas fürs Gemeinwohl und setzt damit ein Zeichen für Stralsund.“

Glühwein-Koch Klaus Hofmann lässt sich Rezept entlocken

Die Glühwein-Sause für den guten Zweck soll zum nächsten Weihnachtsmarkt weitergehen. Allerdings bleibt das Rezept streng geheim. Nur soviel hat Kommandeur Oliver Jülke verraten: „Das ist, als wenn Sie den Dacia bezahlen, aber den BMW bekommen...“, denn ein gewisser Rum-Anteil gehöre schon zur „Grundausstattung“. Die OZ ließ natürlich nicht locker und fragte einen, der sich auskennt: Glühweinkoch Klaus Hofmann. „Viele Liter Wein, dazu eine Flasche Rum, aber auch Zucker, Nelken, Zimt und Vanillezucker kommen rein, in welchen Mengen, das verrate ich nun wirklich nicht. Das Ganze wird erhitzt auf 70 Grad, und wenn nix mehr oben schwimmt, ist der Glühwein ausschankfertig“, so der Stralsunder Reserve-Unteroffizier, der sich noch immer emsig in der Messe engagiert –und auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen darf.

Soldaten stehen gern am Verkaufstresen

Denn schließlich müssen immer genug Bottiche bereitstehen, aus denen fleißig verkauft wird. „Das macht wirklich Spaß, zumal wir mit den Leuten ja auch nett ins Plaudern kommen“, sagt Gordon Rose. Der 34-jährige Obermaat aus dem Marine-Bootshafen, der aus der Magdeburger Ecke stammt, war 2018 zum ersten Mal am Verkaufstresen dabei. „Ja, manche Leute unterschätzen, dass bei uns der Schuss schon drin ist...“, grinst er. Kalt sei den Soldaten nie, wie Oberstabsgefreiter Marvin Kelm betont. „Wir haben in dem Häuschen eine Heizung, das geht schon. Und wir haben ja immer gut zu tun“, sagt der 27-Jährige und erklärt, dass sich alle Verkäufer in Uniform freiwillig zu diesem besonderen Dienst melden.

Ines Sommer

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