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MV-Werften: Das Jobwunder lässt auf sich warten

Stralsund MV-Werften: Das Jobwunder lässt auf sich warten

Die von Wirtschaftsminister Glawe (CDU) im März verkündete Qualifizierungsoffensive zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der MV-Werften soll nicht vor dem Spätsommer dieses Jahres starten. Die Abstimmungen zwischen den beteiligten Stellen laufen laut Ministerium.

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Noch tut sich wenig auf der Werft. 2019 soll hier das erste Schiff einer Serie eisgängiger Kreuzfahrtschiffe vom Stapel laufen.

Quelle: Foto: Alexander Müller

Stralsund. Die von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) im März verkündete Qualifizierungsoffensive zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der MV-Werften soll entgegen erster Annahmen nicht vor dem Spätsommer dieses Jahres starten. Laut Ministeriumssprecher Gunnar Bauer würden aber alle Beteiligten im Plan liegen: „Die Abstimmungen laufen.“ Dazu gehöre, dass „verschiedene Behörden auf Planung und Finanzierung schauen müssen, da Fördermittel dafür ausgegeben werden sollen“. Das Finanzministerium habe laut Bauer bereits das Okay gegeben, „der Landesrechnungshof muss noch draufschauen“. Verschiedene Arbeitsmarkt-Experten sagten im März sogar ein Jobwunder für MV voraus. Bislang ist davon jedoch wenig zu spüren.

OZ-Bild

Die von Wirtschaftsminister Glawe (CDU) im März verkündete Qualifizierungsoffensive zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der MV-Werften soll nicht vor dem Spätsommer dieses Jahres starten. Die Abstimmungen zwischen den beteiligten Stellen laufen laut Ministerium.

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Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock ist die Initiative bekannt. Björn Swinarski, Fachbereichsleiter maritime Wirtschaft, verweist darauf, dass das Förderprogramm zur Qualifizierungsoffensive das gesamte verarbeitende Gewerbe und Teile des Handwerks unterstützen soll, da Fachkräfte in allen Branchen gesucht würden. Um den Fachkräftebedarf abzuschätzen, haben die Kammern im Land eine Umfrage bei Unternehmen durchführen lassen. Deren Auswertung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Einer, der sich wünscht, dass es mit der Qualifizierungsoffensive etwas schneller geht im Land, ist Alexander Spiegel. „Wir sitzen hier in den Startlöchern und könnten sofort mit der Aus- und Weiterbildung für die maritime Industrie beginnen. Aber – still ruht der See“, sagt der Marketingchef des Berufsfortbildungswerkes (BFW) Stralsund. Was das BFW noch braucht, sind die Anforderungsprofile der zu besetzenden Stellen.

Was die benötigten Fachkräfte für die Werft in Stralsund betrifft, so hat die Arbeitsagentur in der Hansestadt bislang lediglich folgenden Bedarf von den MV-Werften gemeldet bekommen: sieben Stellen Ingenieure für Maschinenbau, Lüftung, Forschung. Zudem sollen 30 Lehrlinge im nächsten Ausbildungsjahr die Lehre aufnehmen, darunter befinden sich 15 angehende Fertigungs- und zehn Anlagenmechaniker sowie fünf Mechatroniker. „Für uns ist das aber normales Geschäft, dafür die passenden Fachkräfte zu suchen und nicht Teil der vom Wirtschaftsministerium angekündigten Qualifizierungsoffensive“, sagt Jürgen Radloff, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Stralsund. Er sieht den Bedarf erst in die Höhe schnellen, sobald die Werft ihre volle Produktion aufnimmt.

Nach OZ-Informationen sind derzeit Konstrukteure und Projektanten mit Hochdruck dabei, die künftig in Stralsund zu bauenden eisgängigen Kreuzfahrtschiffe der Endeavour-Klasse zu konstruieren. Von den aktuell 250 Mitarbeitern sind zurzeit 50 in Kurzarbeit, der Rest soll damit befasst sein, die Produktionsanlagen zu ertüchtigen.

Das Bauprogramm der MV-Werften sieht vor, von 2019 bis 2021 drei dieser Schiffe zu fertigen. Um die nötigen Fachkräfte dafür wird derzeit gerungen. Nach Angaben von Werftsprecher Stefan Sprunk seien bislang insgesamt rund 4000 Bewerbungen aus ganz Deutschland eingegangen.

Torsten Koppe macht sich über die Sogwirkung dieser Bewerbungen, die sich in Richtung Werften entfaltet, so seine Gedanken. „Es besteht die Gefahr, dass kleinere Firmen durch diese Nachfrage Fachkräfte verlieren“, sagt der Betriebsleiter bei Ostseestaal, der schon den ersten Verlust im mittleren Management zu verzeichnen hatte. Allerdings plädiert Koppe dennoch dafür, gelassen zu bleiben. „Wir sind als Ostseestaal auch ein attraktiver Arbeitgeber und versuchen, geeignetes junges Personal nachzuziehen und gegebenenfalls selbst zu qualifizieren.“ Die versprochene Qualifizierungsoffensive des Landes könne Härten abfedern, betont er.

Jörg Mattern

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