Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Mehmel-Orgel: Stiftung gibt Widerstand gegen Neubau auf

Stralsund Mehmel-Orgel: Stiftung gibt Widerstand gegen Neubau auf

Damit dürfte sich die Debatte um die Sanierung des Instrumentes beruhigen

Voriger Artikel
Stralsunder wollen ins Filmgeschäft
Nächster Artikel
Sex fürs Zwerchfell im Vorpommernhus

In der Debatte über die Zukunft des sakralen Großinstrumentes, das in der Jakobikirche über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war, hatte sich die Ewe-Stiftung bisher vehement für eine originalgetreue Wiederherstellung der Orgel eingesetzt.

Quelle: Foto: Stefan Sauer

Stralsund. Herber Schlag für das Gedenken an den letzten großen Stralsunder Orgelbauer Friedrich Albert Mehmel (1827-1888): Die Stralsunder Herbert-Ewe-Stiftung hat ihren Widerstand gegen einen faktischen Neubau des Klangwerks der Mehmel-Orgel in der St. Jakobikirche überraschend aufgegeben. „Wir haben eingesehen, dass eine Rekonstruktion der Mehmel-Orgel mit großen Schwierigkeiten verbunden wäre“, sagte Professor Rupert Eilsberger (SPD) am Donnerstagabend während der Sitzung des Bauausschusses der Bürgerschaft. Er gehört zugleich dem Stiftungsvorstand an.

In der Debatte über die Zukunft des wertvollen sakralen Großinstrumentes, das in der Jakobikirche über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war, hatte sich die Ewe-Stiftung bisher vehement für eine originalgetreue Wiederherstellung der Orgel nach dem Vorbild ihres Erbauers, Mehmel, eingesetzt.

Auch für ihn sei die neue Haltung der Ewe-Stiftung zur Mehmel-Orgel überraschend, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Hendrik Lastovka (CDU).

Eilsberger legte aber Wert darauf, dass der Name Mehmel-Orgel erhalten bleibe, da Mehmel Stralsunds großer Orgelbauer gewesen sei, auch wenn der Name aus fachlicher Sicht dann nicht ganz zutreffend sei. Welcher Name für die Orgel später nach ihrer Rekonstruktion der gebräuchliche ist, wird sich zeigen.

Aus Sicht des Geschäftsführers der Stralsunder Stadterneuerungsgesellschaft (SES), Carsten Schwarzlose, müsse die Namensbildung „aus sich selbst heraus vonstatten gehen“. Auch nach dem Abschluss der Arbeiten an dem Instrument bleibe der Name Mehmel aber mit der Orgel verbunden. Die Sanierung läuft unter Federführung der SES. Oft werden Orgeln nach ihrem Erbauer benannt, üblich ist die Verwendung dieses Namens 40 Jahre, nachdem das Instrument fertiggestellt worden ist.

Im Fall der Mehmel-Orgel wäre dieser Ansatz allerdings schwierig durchzuhalten, weil das Instrument auf den Einfluss von drei Orgelbauern zurückgeht: Christian Gottlieb Richter (Stettin), Ernst Julius Marx (Berlin) und Mehmel. Die Reste des historischen Klangwerks, das sie nacheinander verändert und erweitert haben, sollen fast vollständig durch einen Neubau ersetzt werden. Lediglich ein kleiner Teil historischer Elemente wird in die neue Orgel übernommen. Alles Übrige soll im Kunstgutlager der Kirche eingelagert und für museale Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Dagegen hatte sich die Ewe-Stiftung, die jahrelang Spenden für eine 1:1-Rekonstruktion der Mehmel-Orgel gesammelt hat, stets gewehrt.

Angesichts der verschiedenen Einflüsse auf die Orgel könnte sich am Ende auch „Jakobiorgel“ als ein Name mit ausreichend hoher Integrationskraft durchsetzen. Der Neubau des Klangwerks entsteht derzeit in der Dresdner Orgelwerkstatt von Kristian Wegscheider. „Auch der könnte die Hand heben, wenn es um die Namensfindung geht“, sagte Schwarzlose. Das Orgelgehäuse wird indes nach historischem Vorbild restauriert, sodass das neue Instrument dahinter kaum als solches auszumachen sein wird. Die Sanierung soll insgesamt 2,6 Millionen Euro kosten.

Benjamin Fischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Der Straßenbau in der Martin-Luther-Straße dauert voraussichtlich bis zum Frühjahr 2019 an.

Greifswald will in diesem Jahr für rund 560000 Euro zahlreiche Fahrbahnabschnitte instand setzen. Daneben läuft bereits der grundhafte Ausbau zweier Strecken in der Innenstadt. Einige Maßnahmen haben sich indes verzögert.

mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.