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Stralsund Mehr Mädchen in Handwerksberufe
Vorpommern Stralsund Mehr Mädchen in Handwerksberufe
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00:14 26.04.2018
Katharina Wenk lernt den Beruf der Holzmechanikerin Möbel- und Innenausbau bei den Stralsunder Möbelwerken. Quelle: Foto: Miriam Weber
Stralsund

Mädchen werden Bürokauffrau und Jungs Mechatroniker. Diese Zeiten sind zum Glück fast vorbei. Die Geschlechtermischung in vermeintlich typischen Frauen- oder Männerberufen wächst. Um diesen Trend weiter voranzutreiben, wird heute, am Girls’- und Boys’Day, dazu eingeladen, dass Mädchen und Jungen bei ganz verschiedenen Berufen hinter die Kulissen schauen dürfen.

Jungs haben übrigens die Nase vorn, wenn es darum geht, bei der Berufswahl über den Tellerrand zu schauen, da ist bei den Mädels noch deutlich Luft nach oben. „56 Prozent aller weiblichen Jugendlichen beschränken sich bei ihrer Berufswahl auf einen kleinen Ausschnitt von gerade mal zehn Berufsbildern, ausschließlich ,Frauenberufe’ wie Frisörin oder Verkäuferin“, sagt Christian Glaser von der Agentur für Arbeit Stralsund. „Keine einzige Ausbildung aus dem handwerklichen, technischen, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Bereich findet sich in dieser Top-10-Liste.“

Noch ist Katharina Wenk also eine Ausnahme. Die 23-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung zur Holzmechanikerin Möbel- und Innenausbau bei den Stralsunder Möbelwerken. „Dieser Beruf ist so unglaublich vielseitig“, sagt Katharina, die in Berlin ihr Fachabitur ablegte.

„Die ersten beiden Jahre wird viel Handwerkliches gemacht, das ist wie bei einem Tischler“, erklärt Katharina. Der Grundrohstoff, mit dem gearbeitet wird, ist Holz. „Aber sowohl die Materialien als auch die Arbeitsschritte, die wir kennenlernen, sind sehr unterschiedlich.“ Im dritten Lehrjahr, in dem sie sich gerade befindet, geht es dann an die CNC-Maschine. „Diese zu programmieren, dazu gehört schon eine große Verantwortung“, sagt Jan Schattschneider von den Möbelwerken. Er erklärt, dass das Unternehmen sich darüber freut, wenn Mädchen oder Frauen unter den Auszubildenden und auch Mitarbeitern sind. „Männer und Frauen haben unterschiedliche Arbeitsweisen und das ergänzt sich gut.“ Er weist außerdem darauf hin, dass es in Zeiten der Technisierung im Bewusstsein der Leute ankommen muss, dass in vielen berufen nicht mehr körperlich schwer gearbeitet wird.

Wenn Katharina im Sommer ihren Abschluss geschafft hat, ist eine Option für sie, einen dualen Studiengang zu beginnen. „Wenn das klappen würde, hätte ich am Ende den Ingenieur für Holztechnik ,in der Tasche’“, sagt die junge Frau. Das Gute: Der Theorieteil wäre in Dresden, den praktischen Teil könnte sie in Stralsund absolvieren.

Miriam Weber

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