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Stralsund Meisterleistung der Zimmerleute im Mittelalter
Vorpommern Stralsund Meisterleistung der Zimmerleute im Mittelalter
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00:00 23.03.2013
Blick in den Dachboden der Katharinenhalle. Das Holz der Konstruktion stammt größtenteils aus dem 13. Jahrhundert. Quelle: Bernd Hinkeldey
Stralsund

Der Vortrag begann mit einem Rückblick. Als der Stralsunder Architekt und Bauhistoriker Frank Hoffmann (60) am Donnerstagabend im Chor der Katharinenkirche über die historische Bauentwicklung des mittelalterlichen Klosterensembles referierte, erinnerte er an eine spektakuläre Entdeckung, die seinerzeit als bauhistorische Sensation galt.

Im Rahmen der Dachsanierung im Jahr 2009 stieß Bauforscher Dr. Tilo Schöfbeck bei der Untersuchung von Holzproben auf Originalbalken aus der Gründerzeit des Dominikanerklosters. Auf 1281/82 ließen sich Teile der Dachkonstruktion im Chor zurückdatieren und verliehen der Katharinenkirche das Prädikat „ältestes Großkirchendach Deutschlands“. Das gab den Anstoß für weitere Untersuchungen, deren Ergebnisse Frank Hoffmann bei seinem Vortrag im vollbesetzten Chor vorstellte.

Als einen „bedeutenden Schatz“ wertete Dr. Harald Benke, Direktor des Meeresmuseums, anschließend die Klosterkirche. Er bestätigte damit das Fazit der Untersuchung. Schon optisch kann die Katharinenkirche neben den drei großen Pfarrkirchen bestehen, machte Frank Hoffmann in historischen Stichen und in zeitgenössischen Stadtpanoramen deutlich. Zusammen mit einem spannenden Exkurs durch die frühe Stadtgeschichte ließ er die Bedeutung des Klosterbaus in jener Zeit miterleben.

Aus seinen detaillierten und akribischen Untersuchungen lassen sich nun die unterschiedlichen Bauabschnitte der Kirche und der anschließenden Klostergebäude herleiten. Neuerliche Bohrproben ergaben sogar, dass einzelne Dachhölzer noch älter sind als bislang bekannt. Sie stammen aus dem Jahr 1260.

Die gewaltige Dachhalle der Kirche bezeichnet der Architekt als „Meisterleistung der mittelalterlichen Zimmerleute“. Sie besteht aus 60 kunstvollen Gebinden, die zunächst am Boden vorgefertigt, dann gekennzeichnet und zerlegt und schließlich in der Höhe erneut zusammengefügt wurden. Rund 6400 laufende Meter Holz wurden dafür verbaut. Zumeist Kiefern, die auch von der Insel Rügen herbeigeholt wurden, wie Spuren von Flößerbindungen belegen. Nahezu 67 Prozent Originalhölzer sind bis heute erhalten geblieben.

Bernd Hinkeldey

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23.03.2013

(Sa/So 8-12 Uhr, 14-18 Uhr).Dr. Dehl, Heinrich-Heine-Ring 107a (Sa 8-12 Uhr, 14-18 Uhr).☎ 116 117 (7 Uhr- Mo 7 Uhr).(Sa/So 8-12 Uhr, 14-18 Uhr, 19-22 Uhr).Olof-Palme-Platz 2, ☎ 3 09 20 20 (Sa/So 9-11 Uhr, 17-19 Uhr).

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