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Stralsund Mercedes landete im Barhöfter Hafenbecken
Vorpommern Stralsund Mercedes landete im Barhöfter Hafenbecken
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00:00 26.08.2013
Als ein Leipziger sein Boot nach einer erfolgreichen Angeltour mit dem Trailer wieder aus dem Wasser ziehen wollte, ereilte ihn ein Missgeschick: Das gesamte Gespann ging im Barhöfter Hafenbecker unter. Fotos (2): Ines Engelbrecht
Barhöft

So ein Pech wünscht man wohl niemandem: Die Angeltour war für Sergej aus Sachsen, der in Barhöft Stammgast ist, erfolgreich. Einen 1,28 Meter langen Hecht hatte er an Land gezogen. Doch als er diesmal sein Boot slippen wollte, landete er mit seinem Mercedes im bis zu dreieinhalb Meter tiefen Hafenbecken.

„Ich habe schon mehrere Schiffsunfälle miterlebt. Aber so etwas hatten wir noch nicht“, sagt Hafenmeister Sven Marquardt (26), der seinen Job seit drei Jahren in Barhöft macht und Dienst hatte.

Das Dilemma passierte am Freitag gegen 15 Uhr. Der Autohändler aus Leipzig wollte diesmal sein Boot allein rausholen und fuhr rückwärts ans Wasser. Er hatte dann den Angelkahn bereits auf dem Trailer. Doch plötzlich müssen sich die Bremsen gelöst haben. Das komplette Gespann ging unter. „Vom Auto habe das Dach zeitweise nur noch fünf Zentimeter herausgeschaut“, beschreibt Sven Marquardt.

Zum Glück habe das angekoppelte Boot wie ein Ballon mit Auftrieb gewirkt, sonst wäre wohl alles zu spät gewesen.

Marquardt organisierte Hilfe und rief den ADAC an. Außerdem sprang Fischer Jan Wienholz (33) ein. Der Mann ist Hobbytaucher. Er war es dann auch, der mit Tauchausrüstung ins Wasser stieg und versuchte, an dem Wagen das Seil zu befestigen. Das wiederum war nicht ganz einfach, denn die Abschlepp-Öse befindet sich bekanntlich am Kofferraum. Da kam er aber wegen des Bootstrailers schwer ran.

So band Jan Wienholz das Abschleppseil einfach um eine Felge an einem Rad. Langsam konnte das Auto aus den Fluten gezogen werden — beobachtet von einer Menge an Schaulustigen. Schnell hatte sich in Barhöft herumgesprochen, was passiert war.

Hafenmeister Marquardt, der gelernter Fertigungsmechaniker ist, rückte schließlich noch mit dem Radlader an, um den abgekoppelten Trailer samt Boot ebenfalls aus dem Wasser zu ziehen.

„Sergej ist eigentlich ein erfahrener Angler und hat ja auch schon oft geslippt“, sagt der Nisdorfer. Ein bis zweimal im Monat sei der 48-Jährige in Barhöft. Deshalb kann sich niemand so recht erklären, warum ihn dieses Schicksal ereilte. „Vielleicht war er wegen des gefangenen Hechtes so aufgeregt“, vermutet der Hafenmeister.

Auf den kapitalen Fisch allerdings hatte der Petrijünger am Ende keinen Appetit mehr. Den schenkte er einer Touristin, die das ganze Unglücksspektakel mit ihrer Video-Kamera gefilmt hatte.

Das versenkte Auto hat Totalschaden. Nicht mehr zu gebrauchen sind auch weitere Wertsachen, wie ein Laptop und das gesamte Reisegepäck. Das hatte der Pechvogel schon ins Auto gepackt, wollte er doch anschließend gleich wieder in den Süden fahren. Dem Angler selbst ist zum Glück nichts passiert. Mit einigem Galgenhumor meinte er zum Schluss: „Hauptsache, mein Boot ist heil.“

Marlies Walther

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