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Mieter und Vermieter gemeinsam gegen Gebühren-Horror

Stralsund Mieter und Vermieter gemeinsam gegen Gebühren-Horror

Am Rande des 25. Jubiläums des Mieterbundes in Stralsund hat der Verein Haus und Grund Zusammenarbeit vorgeschlagen

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Die Vorsitzende des Mietervereins Stralsund-Rügen, Mechthild Heimrich, und der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, während der Festveranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum des Mietervereins Stralsund.

Quelle: Jens-Peter Woldt

Stralsund. Mieter und Vermieter wollen in Stralsund künftig möglicherweise gemeinsam gegen hohe Betriebs- und Nebenkosten vorgehen. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete gestern Jens Pergande vom Verein Haus und Grund während der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Mietervereins Stralsund im Brauhaus in der Knieperstraße. „Wir haben ein gemeinsames Interesse, diese Kosten so gering wie möglich zu halten“, betonte er. Als Beispiel nannte er die in diesem Jahr exorbitant gestiegenen Müllgebühren. Hier müsse Druck auf die Kommunalpolitik ausgeübt werden, betonte Pergande.

Tatsächlich sind es die Mietneben- und Betriebskosten, die Mieter immer häufiger vor Probleme stellen. Mechthild Heimrich, Vorsitzende des Mietervereins Stralsund-Rügen: „Etwa 60 Prozent unserer Beratungstätigkeit bezieht sich auf Probleme in diesem Bereich.“ Das sei in den ersten zehn bis 15 Jahren des Vereins noch ganz anders gewesen. „Damals ging es vor allem noch darum, das neue Mietrecht der Bundesrepublik zu verstehen.“

Dieter Hartlieb, Stellvertreter des Oberbürgermeisters und Bauamtsleiter der Hansestadt, erinnerte an jene Zeit Anfang der 90er-Jahre, da er selbst Leiter des städtischen Wohnungsamtes war und in Stralsund eine große Wohnungsnot geherrscht habe. Zudem hätten Immobilienspekulanten wie Gustav Sommer von der Berliner Firma Weyland und Quast, der in der Stadt 70 Immobilien in bester Lage gehörten, für erhebliche Probleme gesorgt. Damals, so Hartlieb, sei es gelungen, gemeinsam mit dem Mieterverein viele schwierige Situationen zu meistern. „Es ist gut, dass es jetzt in Ihrer Arbeit nicht mehr um solche für Menschen existenzbedrohlichen Probleme geht“, betonte Hartlieb.

An der Festveranstaltung nahmen der Direktor und Bundesgeschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, und der Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Jochen Lansky, teil. Zu den Gratulanten gehörten auch Vertreter der Wohnungswirtschaft wie Christian Griwahn von der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft. Er bezeichnet die Zusammenarbeit mit dem Mieterverein als konstruktiv.

Der Mieterverein Stralsund-Rügen hat etwa 1750 Mitglieder. Die Geschäftsstelle in der Frankenstraße 1 wird geleitet von Anja Vit. Mehrere Rechtsberater arbeiten auf Honorarbasis für die Organisation.

Pro Jahr finden im Durchschnitt 1600 Beratungsgespräche statt.

• www.mieterverein-stralsund.de

Jens-Peter Woldt

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