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Mit Deutsch mehr Chancen für die Zukunft

Stralsund Mit Deutsch mehr Chancen für die Zukunft

Minister Brodkorb überreichte gestern im Rathaus Sprachdiplome an Migrantenkinder

Stralsund. Buntes Sprachgewirr gestern im Löwenschen Saal des Stralsunder Rathauses. Migrantenkinder aus ganz Mecklenburg-Vorpommern erhielten dort ihre Bestätigung dafür, dass sie in den letzten Jahren und Monaten fleißig im Unterrichtsfach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) aufgepasst hatten. 109 Mädchen und Jungen haben die Prüfungen für das Deutsche Sprachdiplom bestanden, die Hälfte von ihnen auf dem Niveau B1.

 

OZ-Bild

Bushra Maao aus Syrien (l.) und Sofija Batt aus der Ukraine präsentieren vor dem Rathaus stolz ihre Urkunden, die ihnen bescheinigen, dass sie die deutsche Sprache beherrschen.

Quelle: Jörg Mattern

95 Schüler waren zu der vom Schulzentrum am Sund ausgerichteten Feierstunde gekommen. Sie alle erhielten aus den Händen von Bildungsminister Mathias Brodkorb die Urkunde und einen Büchergutschein über 20 Euro.

Bushra Maao aus Syrien und Sofija Batt aus der Ukraine wissen genau, was sie sich für den Gutschein kaufen wollen. „Ein Wörterbuch“, sagt die 17-jährige Syrerin. Die 15-jährige Ukrainerin möchte sich Taschenbücher aus der fünfbändigen „Night School“-Reihe kaufen. Sofija hatte die spannenden Geschichten der englischen Autorin C. J. Daugherty einst auf Russisch gelesen. Jetzt möchte sie dies auch in der deutschsprachigen Übersetzung.

Die beiden Mädchen lernen in den 9. Klassen des Schulzentrums am Sund. Die 17-jährige Bushra Maao im Regionalschulteil, ihre ukrainische Mitschülerin im Gymnasialteil. Sie gehören zu den neun Mädchen und Jungen, die bei Elke Zöger Deutsch als Zweitsprache gelernt und sich zu den diesjährigen Prüfungen angemeldet haben.

„Der Unterricht ist eine Herausforderung“, sagt Elke Zöger. Immerhin gilt es, in einem zweijährigen Intensivkurs Schüler mit Migrationshintergrund im Alter zwischen zehn und 18 Jahren aus zuletzt bis zu fünf verschiedenen Nationen auf einen einheitlichen Sprachstand in Deutsch zu bringen. Junge Syrer, Ukrainer, Afghanen oder Ägypter. „Das ist nicht immer ganz einfach, dafür lerne ich dann aber auch so unendlich viel über die Kulturen, aus denen meine Schüler zu uns gekommen sind“, sagt Elke Zöger, die sonst Philosophie und Englisch unterrichtet.

Für ihre Schützlinge Bushra und Sofija steht jetzt fest: Wir wollen in Deutschland bleiben. Sofija will Ärztin werden. „Ich möchte den Menschen helfen“, sagt sie. Und Bushra ist sich noch nicht ganz sicher: „Vielleicht Polizistin oder Erzieherin.“ Auf jeden Fall aber in Deutschland. In der alten Heimat in Syrien ist viel zerstört worden. Auch das Haus steht nicht mehr.

Bildungsminister Mathias Brodkorb bestärkte die frischgebackenen Besitzer des Sprachdiploms. „Deutsch ist eine schwere Sprache“, räumte er ein. „Doch sie ist der Schlüssel dafür, in Deutschland seinen Platz zu finden und den Beruf zu ergreifen, den man schon immer ausüben wollte.“

Deutsch als Fremdsprache

109 Mädchen und Jungen haben aktuell das Deutsche Sprachdiplom in MV abgelegt. Die Hälfte von ihnen in Stufe B1. Dafür gab’s gestern im Rathaus Urkunden aus der Hand von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD).

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz ist das einzige schulische Programm der Bundesrepublik für Deutsch als Fremdsprache.

Das DSD-Programm wird vom Bund und den Ländern getragen.

Das Deutsche Sprachdiplom wird zurzeit in über 70 Staaten von mehr als 70000 Prüflingen pro Jahr abgelegt.

Jörg Mattern

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