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Mit „Erna“ auf Törn zum Seebad-Fest in Altefähr

Altefähr Mit „Erna“ auf Törn zum Seebad-Fest in Altefähr

Entspannt feierten Einheimische und Gäste am Strand die Verleihung des staatlichen Titels

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Zum Mitsegeln lud der 1904 im holländischen Doordrecht gebaute Frachtensegler „Erna“, der heute in Altefähr liegt, ein.

Quelle: Christian Rödel

Altefähr. So, nun könnte Altefähr tatsächlich das „neue Blankenese“ von Stralsund werden, wie es sich Bürgermeister Ingulf Donig (SPD) schon lange vorstellt.

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Entspannt feierten Einheimische und Gäste am Strand die Verleihung des staatlichen Titels

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Am Freitagmittag wurde der kleine Ort auf Rügen gegenüber von Stralsund offiziell als Seebad gekürt – und zwar mit ministerieller Erlaubnis. „Hier komme ich auf jeden Fall auch mal als Privatperson her“, hatte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) versichert, als sie mit ihrem Kabinettskollegen Harry Glawe (CDU) aus dem Wirtschaftsressort die Seebad-Urkunde an Ingulf Donig übergab.

In dem Rahmen wurde auch der ehemalige Altefährer Bürgermeister und Pfarrer Martin Stemmler als Ehrenbürger des Ortes ausgezeichnet, weil er 1990 als kurzzeitiger Gemeindechef die Idee geboren hatte, den Seebad-Titel zu erlangen. In seiner Laudatio würdigte Donig seinen Vorgänger mit sehr persönlichen Worten. Nach dem feierlichen Akt wurde am Freitagabend ausgiebig am neuen Altefährer Strand in einem Festzelt gefeiert. Am Samstag ging die Party entspannt weiter, und sowohl Einheimische als auch Touristen feierten gemeinsam und stießen auf den neuen Seebad-Titel an.

Im Festzelt gab es Live-Musik von der Gruppe „Zeitreise“. Die Altefährer gehen solche Feste sehr entspannt an und steigern sich erst zu vorgerückter Stunde. Das war auch am Sonnabend der Fall, denn tagsüber herrschte wegen des sommerlichen Kaiserwetters am Strand ganz normaler Badebetrieb.

Die Schiffslady „Erna“ aus dem Heimathafen Altefähr lud Gäste zu kleinen Ausfahrten ein. An Bord des 1904 im holländischen Doordrecht gebauten Frachtenseglers waren unter anderem ein halbes Dutzend Passagiere aus Niedersachsen und Brandenburg, die sich feucht-fröhlich über den Strelasund schippern ließen.

Zu den Gästen an Deck zählte auch Timo Bauer aus Hameln, der mit seinen Kumpels ein frauenfreies Wochenende auf Rügen verleben wollte. Die bierselige Männergruppe charterte die „Erna“ gleich zweimal , weil’s so schön war. Für die Kasse des Vereins „Erna – Alte Schiffe in Vorpommern“ war das ein warmer Geldregen, denn die Instandhaltung des Plattbodenschiffes ist finanziell sehr aufwändig.

Im Jahre 2008 nahmen sich die heutigen Betreiber des völlig verwahrlosten Schiffes an und bauten es in sechseinhalb Jahren wieder komplett neu auf. Seit Mai 2015 segelt die „Erna“ wieder auf Boddengewässern und der Ostsee.

Im Hafen trafen sich viele zum Klönen. „Ich bin nach meinem Studium und längerer Arbeitszeit aus Berlin wieder in meine alte Heimat zurückgekehrt“, erzählte Ursula Friedenstab. Bereits vor der Wende leitete sie die Frauensportgruppe Altefähr, und das tut sie auch heute noch im Gemeindehaus. Die vitale Rentnerin arbeitet in einer Binzer Reisebegleitungsagentur und kann viel aus der Geschichte des Ortes berichten. Zum Beispiel, wie die Volksmarine zu DDR-Zeiten den Hafen des Ortes für Anlandungsübungen mit Amphibienfahrzeugen in der Nacht nutzte.

Christian Rödel

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