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Mit Isländern und Italienern in Frankreich Baguette essen

Stralsund Mit Isländern und Italienern in Frankreich Baguette essen

Fünf Schülerinnen von der IGS Grünthal haben bei Paris Kartoffeln gepflanzt

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Laura Martens (15), Lisa Cholle (17, beide von der IGS Grünthal) und Alessandro Cipolletti (18, aus Italien) vor dem Louvre.

Quelle: Fotos: Privat

Stralsund. Jeder kennt sie, die typischen Vorurteile: Nationen: Deutsche sind überpünktlich, Italiener sind laut, Isländer verschlossen und Franzosen essen viel Baguette.

OZ-Bild

Fünf Schülerinnen von der IGS Grünthal haben bei Paris Kartoffeln gepflanzt

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Von der EU gefördert

Unter dem Motto „Think, Act, Work Sustainable“ (Denke, handle, arbeite nachhaltig) arbeiten seit Herbst 2016 für zwei Jahre Schulen aus Island, Frankreich, Italien und Deutschland zusammen.

Das Projekt ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Erasmus-Programms.

An dem Programm sind die EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei beteiligt.

In der vergangenen Woche, waren vier Mitschülerinnen und ich mit zwei Lehrern zum Schüleraustausch in Pantin nordöstlich von Paris. Tatsächlich fanden wir das eine oder andere Klischee bestätigt – was aber überhaupt nicht schlimm ist.

Als wir nämlich die anderen Mitglieder des englischsprachigen Projekts „Think, Act, Work, Sustainable“ zum ersten Mal trafen, waren wir Deutschen wirklich eine Dreiviertelstunde zu früh in der Schule. Die Italiener waren gut gelaunt und haben immer wieder gesungen und auch viele Späße gemacht. Die Isländer waren eher zurückhaltend. Sie haben anfangs nur mit uns geredet, wenn wir etwas gefragt haben. Das lag vielleicht daran, dass die meisten schon über 20 Jahre alt waren.

In Island gehen viele mit 15 Jahren von der Schule ab und beginnen zu arbeiten. Erst später kehren sie zur Schule zurück, um zu studieren. Trotzdem war es immer sehr interessant, sich mit ihnen und allen anderen zu unterhalten, etwas über ihren Alltag, ihre Kultur zu erfahren.

Letztendlich erfuhren wir auch, dass in Frankreich wirklich sehr viel Baguette gegessen wird. Fast zu jeder Mahlzeit gibt es das längliche, mit Weizenmehl gebackene Brot. Wir bekamen morgens dazu immer etwas Marmelade und Orangensaft. Mittags war das Baguette die Beilage zur warmen Mahlzeit. Das empfanden wir innerhalb einer Woche doch als eintönig.

In unserer internationalen Arbeitsgruppe beschäftigten wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit. Gemeinsam wurden Kartoffeln gepflanzt, Samen ausgesät und ein Bienenhotel besichtigt. Wir besuchten unter anderem auch das Nationalmuseum für Naturwissenschaften, Gewächshäuser sowie den 815 Hektar großen Schlosspark von Versailles. Es war eine sehr schöne Woche mit reichlich Sonnenschein, um die 20 Grad.

Der kulturelle Aspekt durfte natürlich auch nicht fehlen. So besichtigten wir die Thaddeus Ropac Galerie, Notre Dame, Sacré-coeur und die Mona Lisa im Louvre. Wohl kein Bauwerk ist typischer für Frankreich als der Eiffelturm. Jedes Kleinkind kennt ihn. Genau aus diesem Grund durfte er auch auf unserer Liste nicht fehlen.

Durch unsere verschiedenen Sprachen wurde es bei den Ausflügen oft sehr lustig. Wir brachten den Franzosen und den Italienern deutsche Wörter und Sätze bei und sie uns einige in ihrer Sprache. Nach einer sehr erlebnisreichen Woche, in der auch Freundschaften entstanden, fiel uns der Abschied besonders schwer.

Unser Heimweg verlief dann aber leider nicht wie geplant. Aufgrund eines Vorkommnisses am Flughafen Paris Orly, wurde unser Flug storniert und wir saßen zuerst fünfeinhalb Stunden im Terminal West fest. Ein Ersatzflug wurde für einen späteren Tag angeboten, woraufhin unsere Lehrer kurzfristig Bahntickets organisierten. Erschöpft und mit knapp 16 Stunden Verspätung kamen wir in Stralsund wieder an.

Nichtsdestotrotz war es für mich das erlebnisreichste Projekt, an dem ich bislang teilgenommen habe. Dass es unsere Schule seit September 2016 für zwei Jahre von der EU gefördert bekommt und ich daran teilnehmen darf, darüber bin ich sehr froh.

Laura Martens

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