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Mit Leergut die Haushaltskasse aufgebessert

Stralsund Mit Leergut die Haushaltskasse aufgebessert

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Das kam den Mitarbeitern eines Greifswalder Discounters seltsam vor. Das ausgegebene Pfandgeld für leere Einweg-Getränke-Flaschen aus dem Plastikstoff PET stimmte am Ende des Monats selten mit dem vorhandenem Leergut überein. Doch dazu gab es eine bestimmte Vermutung.

„Die Mitarbeiter des Supermarkts argwöhnten, dass ein Zulieferer in die Vorgänge verwickelt sein könnte“, sagt Dietmar Grotzky, Leiter des Polizeihauptreviers Stralsund. Er weiß auch, wie die Anzeige dazu schließlich auf seinem Tisch landete.

Um ihren Verdacht zu überprüfen, legten sich nämlich zwei Supermarktangestellte nachts im Lager auf die Lauer. Sie mussten eine Weile warten, bis sich etwas tat. Um 5.30 Uhr kam dann Bewegung in die Sache. Ein Transporter fuhr vor. Der Fahrer lud Ware ab und machte sich an den Säcken mit den PET-Flaschen zu schaffen.

„Die Hobby-Detektive sahen ihren Verdacht bestätigt“, erzählt der Revierleiter. Ein Sack mit Leergut wanderte auf die Ladefläche des Transporters. Dann rauschte das Fahrzeug ab. Die Privatermittler, unschlüssig, was zu tun sei, hinterher. Die Fahrt führte aus Greifswald hinaus in Richtung Stralsund. Der Transporter vorneweg — im Schlepptau das Auto mit den aufgeregten Supermarktmitarbeitern.

In Stralsund angekommen, hatten sie etwas Mühe, dranzubleiben. Schließlich wollte man wissen, wohin der Sack mit den leeren Flaschen gebracht wird. Doch dann hielt der Transporter plötzlich. Die Verfolger sprachen den Fahrer an, warfen einen Blick über die Ladekante und sahen dort den Sack aus ihrer Filiale liegen. Jetzt war es Zeit, die Polizei einzuschalten.

„Dank der Vorarbeit wussten wir ja bereits, wo der Verdächtige zu finden war“, sagt Dietmar Grotzky. Der Delinquent hatte gegenüber den Polizisten keine Chance zu leugnen, denn der Sack mit den leeren Plastepullen war so präpariert worden, dass er eindeutig zugeordnet werden konnte. So räumte der 44-Jährige schließlich ein, dass er knapp bei Kasse gewesen sei, weil er eigentlich zu wenig verdiene. Um seine finanzielle Lage etwas aufzubessern, sei er auf die Idee mit dem Leergut gekommen. Der Sack, der auf der Ladefläche lag, sollte erst der zweite gewesen sein, den er mitgenommen habe.

„Der Inhalt hatte einen Wert von 80 Euro“, sagt Grotzky. Dafür gab‘s eine Anzeige wegen Diebstahls. „Wir sind in der Vergangenen als Polizei öfter mit dem Diebstahl von Pfandflaschen befasst gewesen“, berichtet der Revierleiter. Doch seit die meisten Discounter dazu übergegangen sind, Plastikflaschen nach der Annahme zu schreddern, seien solche Fälle weniger geworden.

Von Jörg Mattern

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