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Stralsund Mit ausgestreckter Hand

Ökumenisches Friedensgebet in der Stralsunder Marienkirche wirft Zweifel und Fragen auf

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Am Friedensgebet in der Stralsunder Marienkirche nahmen rund 60 Besucher teil.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Stralsund. Beim ökumenischen Friedensgebet am Montagabend in der Marienkirche gelang Pastor Winfried Wenzel ein schöner rhetorischer Einstieg und zwar mit einer Urlaubserinnerung: „Nur Frieden, wie im Himmel, habe ich gerade in der vergangenen Woche beim Skifahren in Mittelschweden erlebt“, sagte der evangelische Geistliche vor knapp 60 Besuchern in der eiskalten Kirche.

Doch die skandinavische Idylle in dem sonnigen verschneiten Urlaubsland sei je gestört worden, als er am Abend im Ferienhaus die neuesten Nachrichten über den amerikanischen Präsidenten hörte. „In mir kamen Zweifel und Fragen auf, wie Donald Trump die Vereinigten Staaten zukünftig regieren wird“, so Pastor Wenzel, der die protestantische Gemeinde Heilgeist/Voigdehagen als Seelsorger leitet und seinen Kollegen Pastor Christoph Lehnert an diesem Abend vertrat.

Im angeblich freiesten Land der Welt Mauern an der Grenze zu Mexiko errichten zu wollen und Menschen aus islamischen Staaten generell die Einreise zu verweigern, stimmte Wenzel skeptisch. Der Gottesmann forderte: „Wir sollten uns alle mit der ausgestreckten Hand begegnen und nicht mit der geballten Faust.“ Der katholische Pfarrer und Dekan Andreas Sommer wurde durch Martin Walter, Diakon der Stralsunder Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit“, vertreten.

Mit einem bewegenden Gedicht des Schriftstellers Wolfgang Borchert (sein berühmtester Roman ist „Draußen vor der Tür“), der jung an den Folgen des Zweiten Weltkrieges verstorben ist, sorgte Martin Walter für Ergriffenheit.

„Da gibt es nur eins: Sag nein“, war die immer wiederholte Gedichtzeile, wenn es unter anderem darum geht, in den Rüstungslaboratorien dieser Welt einen „neuen Tod zu erfinden“.

Ganz deutlich sprach sich Diakon Walter gegen Hass-Tiraden und Aufrufe zu Gewalt im Internet aus. Ein frommer Wunsch, der hoffentlich in Zeiten des beginnenden Bundestagswahlkampfes auch beherzigt wird. Christian Rödel

Nächstes ökumenisches Friedensgebet: 6. März um 19 Uhr in der Marienkirche Stralsund.

OZ

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