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Mit dem „Seefuchs“ zum Nautineum

Der vorerst letzte Shuttle Mit dem „Seefuchs“ zum Nautineum

Traditionsschiff musste den Greifswalder Museumshafen verlassen und liegt jetzt am Dänholm

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Morgen startet der alte Fischkutter aus Stahl zur vorerst letzten Shuttle-Fahrt vom Stadthafen zum Nautineum. Fotos (2): Marlies Walther

Der vorerst letzte Shuttle. Einen Seemann kann so schnell nichts erschüttern. Natürlich bedauert Oliver G. Schmidt sehr, dass er mit dem Traditionsschiff „Seefuchs“ nicht mehr in den Greifswalder Museumshafen kommt. Schuld ist die ungenügende Durchfahrtstiefe des neuen Sperrwerks in Wieck. Da ereilte den alten Fischkutter dasselbe Schicksal wie das Segelschulschiff „Greif“. Doch auf der anderen Seite ist die Fügung so schlecht nicht. Denn nun liegt das Schiff am Dänholm und ist damit der Heimatstadt des Stralsunders ein ganzes Stück näher gerückt. Zudem eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Hansestadt.

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Traditionsschiff musste den Greifswalder Museumshafen verlassen und liegt jetzt am Dänholm

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Als erster erfolgreicher „Testballon“ wurde mit dem Deutschen Meeresmuseum dienstags ein Shuttle-Verkehr zum Nautineum, einem „vergessenen Ort“, wie Schmidt sagt, gestartet. Morgen fährt das Schiff allerdings vorerst zum letzten Mal. „Die Resonanz war sehr gut. Wir überlegen, im August weiterzumachen“, so Schmidt. Zusammen mit rund 20 Freunden und Förderern steckt der Familienvater seit 23 Jahren viel Herzblut, Schweiß und Geld in das ehrenamtliche Projekt zur Erhaltung des Schiffes. Was da an Stunden und Summen zusammengekommen ist, „nein, das haben wir nie aufgerechnet“, sagt Schmidt, der einer von vier Eignern ist. „Das ist wohl auch der Grund, warum wir uns immer noch mögen und vertragen“, meint der 50-Jährige.

Gerade mal 28 war Schmidt, als er mit „Liebe auf den ersten Blick“ der Faszination des DDR-Hochseekutters erlag und ihn mit Gleichgesinnten vor der Verschrottung rettete. Denn eigentlich hatte man den Pott schon ausgemustert.

1958 war das Schiff in der Boizenburger Elbewerft gebaut worden. Es erhielt den Namen „Heringshai“. Insgesamt liefen 50 Schiffe dieses 26,5 Meter langen Typs vom Stapel – daher auch der Name „Sechsundzwanziger“. SAS 316 ging bis 1991 für den VEB Fischfang Sassnitz in der Nord- und Ostsee auf den großen Fang. Danach war ein privater Fischer der Besitzer. Doch er entschied sich für einen neuen Trawler. Damit lag der „Heringshai“ erst einmal am Kai fest. Ein Kabelbrand machte die ganze Sache auch nicht besser. All das hielt Schmidt und seine Mannschaft aber nicht davon ab, das Schiff zu übernehmen. Heute ist der „Seefuchs“ eine „Plattform für viele Unternehmungen“ zwischen Reisen und Meeresforschung, wie der Kapitän sagt, vor allem aber auch „ein sozialer Treffpunkt“.

Die Basis für das Traditionsschiff sei von Anfang an Ehrenamtlichkeit gewesen. „Es geht uns um die Umsetzung von Projekten, nicht um einen kommerziellen Hintergrund“, erklärt der Hansestädter.

So gebe es eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftler Thomas Förster auf dem Gebiet der Unterwasserarchäologie. Im Herbst ist die nächste Forschungsreise geplant. Doch zuvor geht es auf weitere Törns über die Ostsee. Die führten das Schiff bisher nicht nur rund um Rügen oder nach Bornholm, sondern auch bis St. Petersburg. Im August wird der „Seefuchs“ Kurs auf die Rostocker Hansesail nehmen und zu Mitfahrten einladen. An Bord gehen können bis zu 45 Gäste. Unterwegs ist das Schiff mit neun Knoten. Eintragungen im Gästebuch sprechen immer wieder von Begeisterung anderer Schifffahrtsverrückter, darunter auch von Seeleuten, die früher mal auf so einem Kutter angeheuert haben. Schmidt, der beruflich auf einem Vermessungsschiff zur Sondierung und Bergung von Munition fährt, kann sich in Zukunft für die Crew auf dem „Seefuchs“ durchaus einen Generationswechsel vorstellen. Seine Kinder im Alter von 13, 15 und 23 Jahren hat er bereits angesteckt. Auch der Idee eines Kulturschiffes steht er aufgeschlossen gegenüber. Schade findet Oliver Schmidt, dass es in Stralsund keinen Museumshafen gibt. „Wenn die Leute die Kanäle entlangbummeln, wollen sie alte Kutter und Holzmasten sehen“, sagt er. Dieses Flair vermisse er.

Willkommen an Bord

mit MS „Seefuchs“ zum Nautineum auf dem Dänholm wird am 12. Juli um 12.10 Uhr vom Hafenbecken vor dem Ozeaneum mit maximal 20 Teilnehmern starten. Die Rückfahrt erfolgt um 15.10 Uhr ab Nautineum.

Gäste mit einem Museumsticket vom Ozeaneum oder Meeresmuseum können den Shuttle kostenfrei nutzen. Passagiere ohne Museumsticket zahlen für die Überfahrt 5 Euro pro Person für die einfache Fahrt (8 Euro für Hin- und Rückfahrt). Mehr Infos unter www.seefuchs.de.

Marlies Walther

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