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Stralsund Mit rasanter Entwicklung Schritt halten
Vorpommern Stralsund Mit rasanter Entwicklung Schritt halten
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10:14 02.02.2018
Michelle Napiletzki (l.) und Isabel Schwerin lernen in der 8. Klasse der Adolph-Diesterweg-Schule in der Knieper Vorstadt. Hier experimentieren die beiden 14-Jährigen und ihre Mitschüler im Physikunterricht. Quelle: Fotos: Miriam Weber
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Stralsund

Fast ein Vierteljahrhundert ist sie jung: Vor 23 Jahren wurde die Regionale Schule „Adolph Diesterweg“ in Knieper Nord als damals „modernste und schönste Schule Mecklenburg-Vorpommerns eröffnet“, wie der heutige Schulleiter Gero Schwedhelm sagt.

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Moderne technische Ausstattung und Nutzung Neuer Medien gehören zum Schulalltag

Lehrer: Arbeit im Team ist wichtig

Die Schüler der Diesterweg-Schule werden von 30 Lehrern unterrichtet, die alle regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen. Außerdem bieten sie vertrauliche Schüler-Lehrer-Sprechstunden an. Die Organisation von Ausflügen liegt ebenfalls in der Hand der Lehrer. Als Bindeglied zwischen Lehrern und Schülern oder auch dem Elternhaus und der Schule gibt es einen Sozialpädagogen.

Freizeitangebote: Musik und Kunst

In der Freizeit werden unter anderem verschiedene Sportangebote unterbreitet. Außerdem gibt es einen Medienkurs und eine Filmwerkstatt. Dabei wird immer wieder der eigene Umgang mit den Medien thematisiert. Zu den Angeboten gehören auch verschiedene Gesangsensembles, unter anderem ein Shantychor und eine Gesangsgruppe für die höheren Klassen.

Liberaler Namensgeber

Adolph Diesterweg (1790 bis 1866) war deutscher Pädagoge und liberaler Schulpolitiker. Er forderte zu seiner Zeit, dass Kirche und Politik keinen großen Einfluss auf die Bildung nehmen dürfen.

Einige Grundgedanken Diesterwegs finden sich später in der Reformpädagogik wieder.

Ausstattung: Neue Technik im Blick

Interaktive Whiteboards gibt es in allen acht Klassenräumen sowie Internetzugang in allen Räumen. Außerdem steht den 420 Schülern ein Computerkabinett zur Verfügung. Weiterhin befinden sich in der Schule Musik- und Kunsträume und Labore für den Fachunterricht. Für den Sportunterricht können sowohl eine große Halle als auch ein Sportplatz genutzt werden.

Ein paar Jahre sind seitdem ins Land gegangen, doch mit einer Sache punktet die Schule nach wie vor: „Wir versuchen, mit der rasanten Entwicklung der Technik Schritt zu halten“, erklärt Gero Schwedhelm. Das sei nicht immer einfach, denn „der Zug der Neuen Medien fährt mit einer verdammt hohen Geschwindigkeit“, findet der Schulleiter den bildlichen Vergleich.

Doch moderne Medien spielen an der Schule eine große Rolle. Deswegen sei es ein fester Bestandteil im Diesterweg-Alltag, dass die Schüler immer wieder im Umgang damit geschult werden. Das kommt bei den Schülern insgesamt gut an: „Ich mag meine Schule auch deshalb, weil sie so modern ausgestattet ist“, sagt etwa die 14-jährige Isabel Schwerin.

Mit den Medien ist es möglich, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Doch an der Diesterweg-Schule geht man den Schritt von der virtuellen in die reale Welt. Nicht umsonst ist diese Schule eine Europaschule. „Wir sind eine Schule in Stralsund, wir sind aber auch eine in Mecklenburg-Vorpommern oder in Deutschland. Und wir sind eine Schule in Europa“, erklärt Gero Schwedhelm den Gedanken.

Dazu zählt folgerichtig auch, dass Schüler in andere Länder reisen, etwa bei den so genannten Erasmus-Projekten, die von der Europäischen Union gefördert werden.

Für Emely-Ann Lesch ist das ein Pluspunkt ihrer Schule. „Bei diesen Austausch-Projekten lernt man Jugendliche und deren Kulturen aus anderen Ländern kennen. Und es ist einfach schön, wie man im Verlauf so eines Projektes als Gruppe zusammenwächst“, sagt die 15-Jährige, die derzeit in der 10. Klasse lernt. Zur Weltoffenheit gehört im Übrigen auch, dass an der Regionalen Schule Mädchen und Jungen mit einem Migrationshintergrund oder Flüchtlingskinder lernen. So wie Amirmahdi Heidari. Seit einem Jahr lernt der aus dem Iran stammende Junge an der Diesterweg-Schule. „Ich bin gern hier“, sagt er in fast fließendem Deutsch. „Alle Lehrer haben mir geholfen und auch die Mitschüler sind hilfsbereit.“ Das Ziel des 15-Jährigen ist es zunächst, mit einer möglichst guten Mittleren Reife abzuschließen, wie der Achtklässler erklärt, der als seine Lieblingsfächer Mathematik und Sport nennt.

Natürlich sei die Integration der ausländischen Schüler momentan eine große Herausforderung“, fügt Gero Schwedhelm an. „Aber eine, der wir uns stellen und die bisher bei uns auch gut gelaufen ist.“

Das sei nicht zuletzt dem guten Miteinander des Lehrerkollegiums geschuldet. Etwas, das Franziska Dwars hervorhebt: „Wir sind ein Team und arbeiten gemeinsam an Problemen“, erklärt die Klassenlehrerin einer 9. Klasse. „Das bedeutet, dass man sich gegenseitig unterstützt und vor allem miteinander austauscht“, sagt die 31-Jährige.

Austausch ist für Gero Schwedhelm noch einmal das Stichwort. Denn damit es im Unterricht und im Schulalltag allgemein vernünftig läuft, ist für ihn ein guter Eltern-Schul-Kontakt entscheidend. „Ich halte eine offene Zusammenarbeit für wichtig und dass Probleme direkt angesprochen und ausdiskutiert werden können“, betont der Schulleiter. „Im Idealfall werden die Eltern unserer Schüler in die Gestaltung des Schulalltags mit einbezogen.“

Europaschule, Ganztagsschule, gesunde Schule. Die „Diesterweg“ kann sich mit vielen Titeln schmücken. „Allerdings sind die für mich das Salz in der Suppe“, erklärt Gero Schwedhelm. „Wichtig ist das tägliche Handwerk. Und das ist der Unterricht.“ Für ihn sei das Entscheidende, alle Schüler zu bilden und zu einem für sie bestmöglichen Abschluss zu führen.

Förderangebote: Nachhilfe möglich

Die Mädchen und Jungen in den 16 Klassen lernen an einer Ganztagsschule. Unter anderem wird dort auch eine Hausaufgabenbetreuung vorgehalten und es gibt sowohl Nachhilfe- als auch Förderangebote.

Die Schüler der „Adolph Diesterweg“ haben die Möglichkeit, die Berufsreife und die Mittlere Reife zu erreichen. Die Größe der Klassen variiert zwischen 26 und 28 Schülern.

Essen: Auswahl aus Menüplan

Etwa 125 Schüler nutzen das Mittagsangebot der Schule. Essenanbieter ist Strela-Menü, für ein Essen müssen rund 2,60 Euro gerechnet werden. Die Schüler nehmen ihre Speisen in separaten Räumen ein.

Sie können im Vorfeld aus verschiedenen bereits zusammengestellten Gerichten wählen. Der Plan hängt sowohl in der Schule aus und ist auch im Internet abrufbar.

Miriam Weber

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