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Stralsund Modellprojekt Genesungsbegleiter
Vorpommern Stralsund Modellprojekt Genesungsbegleiter
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17:00 31.10.2018
Der Verein Ex-In Mecklenburg-Vorpommern möchte Genesungsbegleitung in MV in der sozialpsychiatrischen Versorgung etablieren. Quelle: Verein Ex-In Mecklenburg-Vorpommern
Stralsund

Frank Hammerschmidt ist ein Experte aus Erfahrung. „Ich habe selbst eine psychische Krise erlebt und mit medizinischer Hilfe Strategien entwickelt, diese zu bewältigen“, sagt der Rostocker. Er weiß, wovon er spricht, wenn er anderen psychisch erkrankten und seelisch behinderten Menschen seine Hilfe anbietet. Frank Hammerschmidt ist einer von 20 Genesungsbegleitern in Mecklenburg-Vorpommern. Von seinen Erfahrungen berichtete er bei einer Informationsveranstaltung in Stralsund.

Modellprojekt im Norden

Genesungsbegleitung ist ein Modellprojekt, dessen Träger der Verein „Ex- In Mecklenburg-Vorpommern“ ist. Dabei geht es darum, dass Menschen, die selbst Psychiatrieerfahrungen haben, fortgebildet werden, um anderen zu helfen. „Unser Ziel ist es, dass die Genesungsbegleiter einen festen Platz in der sozialpsychiatrischen Versorgung erhalten“, sagt Franziska Streiber vom Verein Ex-In. In Rostock sei das zum Teil bereits gelungen und Genesungsbegleiter haben Tageskliniken, im Betreuten Wohnen, Wohnheimen, Sozialpsychiatrischen Diensten, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen Arbeitsplätze erhalten.

Aus Erfahrung lernen

„Der Grundgedanke ist, dass Psychiatrie-Erfahrene aufgrund des selbst Erlebten ein besonderes Verständnis und Mitgefühl für andere psychisch leidende Menschen entwickeln und ein gutes Wissen über das psychiatrische Hilfesystem besitzen“, sagt Carolin Langbein, Psychiatriekoordinatorin des Landkreises Vorpommern-Rügen. Das kann im Übrigen in verschiedenen Bereichen von Nutzen sein. Es gibt drei große Einsatz-Säulen für die Experten aus Erfahrung. Das sind zum einen die Genesungsbegleiter, die direkt mit den Patienten arbeiten. Der zweite Bereich ist die Forschung und Entwicklung, bei dem vor allem das Wissen und de Erfahrungen genutzt werden, um Projekte zu entwickeln oder die psychische Vorsorge zu verbessern. Und schließlich geben die Experten aus Erfahrung ihr Wissen zum Beispiel in Vorträgen in der Lehre und Fortbildung von medizinischen Fachkräften weiter.

Begegnung auf Augenhöhe

Frank Hammerschmidt begleitet nun Menschen, die sich in einer psychischen Krise befinden. „Das ist eine Begegnung auf Augenhöhe, weil ich weiß, wie es ihnen geht“, sagt der Rostocker. Während des Gesprächs hält er immer wieder inne und überdenkt seine Worte. Im Idealfall ist Frank Hammerschmidt schon bei dem Aufnahmegespräch eines Patienten in einer psychiatrischen Einrichtung dabei. „Ich versuche, den Menschen das Ankommen und den Kontaktaufbau zu erleichtern.“ Er selbst hatte es so erlebt, dass es in seiner Einrichtung damals zwar keinen Begleiter, aber einen Paten gab. Das sei eine große Hilfe gewesen, erinnert er sich. „Was dann aber noch wichtiger ist, dass ich beim Übergang von der Klinik in die Häuslichkeit da bin, denn das ist für viele noch einmal ein schwerer Schritt.“ Er betont immer wieder, dass er nicht medizinisch eingreifen kann, sondern lediglich ein Begleiter ist.

Aus der Not eine Tugend machen

Es gibt mehrere Gründe, warum sich Frank Hammerschmidt dazu entschlossen hat, Genesungsbegleiter zu werden. Es sei ein bisschen so, als wenn man aus der Not eine Tugend macht. „Man kann viel von dem, was man selbst erfahren hat, weitergeben und so den Menschen Leid ersparen“, sagt Frank Hammerschmidt. Außerdem sei es ein schönes Gefühl, etwas für andere zu tun und nicht zuletzt könne er so etwas im sozialen System bewirken, und das stärke das eigene Selbstbewusstsein.

Es gibt einige Voraussetzungen, um Genesungsbegleiter zu werden. „Man muss psychisch stabil sein, und über die eigenen Erfahrungen reflektiert sprechen können und über einen Krisenplan verfügen“, sagt Franziska Streiber. Schön wäre es zudem, wenn Freunde und Familie den Weg zum Genesungsbegleiter unterstützen.

Miriam Weber

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