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Modernisierung und Umbauten sollen Alltag erleichtern

OZ-Serie zum demografischen Wandel: Spürbare Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt Modernisierung und Umbauten sollen Alltag erleichtern

„Wenn das so eintrifft“, schränkt sie ein. Denn Prognosen seien immer mit Vorsicht zu genießen. Dass die Bevölkerung in MV weiter abnehmen werde, sei unbestritten.

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Jasmin und Enrico M�ller mit ihren T�chtern Klara und Jenny vor ihrem Bungalow.

Quelle: Ines Engelbrecht

Stralsund. nn das so eintrifft“, schränkt sie ein. Denn Prognosen seien immer mit Vorsicht zu genießen. Dass die Bevölkerung in MV weiter abnehmen werde, sei unbestritten. Der Verband der Norddeutschen Wohnungsunternehmen gehe allerdings von etwa der Hälfte des prognostizierten Bevölkerungsschwundes aus. „Das alles hängt aber davon ab, ob für die Werft eine zukunftsfähige Lösung gefunden wird, Arbeitsplätze erhalten bleiben“, sagt Heike Mau.

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Zum Senioren-Haus wird die Wolfgang-Heinze-Schule umgebaut. Die Sanierung steht kurz vor dem Abschluss.

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Überzeugt ist sie hingegen, dass Stralsund vom Zuzug aus den ländlichen Bereichen profitieren wird. Die Tendenz, zurück in die Stadt, werde immer spürbarer. Zumal viele staatliche Aufgaben, wie Busverkehr, Ärzte, Schulen, Kitas, auf dem Land längst nicht so gewährleistet werden könnten, oft mit langen Wegen und zusätzlichen Ausgaben verbunden wären.

Die Anzahl der 60- bis 80-Jährigen nimmt in der Genossenschaft Volkswerft, die 4400 Mitglieder zählt, stetig zu. Der Durchschnitt liegt bei 55 Jahren. 33 Prozent sind über 60 Jahre alt. Deshalb sei die demografische Entwicklung „eine große Herausforderung“. Darauf habe sich die Genossenschaft bereits in den letzten fünf Jahren eingestellt. Als Beispiele nennt die Stralsunderin die Heinrich-von-Stephan-Straße, in der 60 Wohnungen modernisiert, die Grundrisse verändert und mit Fahrstuhl nachgerüstet wurden. Ähnlich wurde in der Lion-Feuchtwanger-Straße 43-47 bei 40 Wohnungen verfahren. Und auch in der Heinrich-Mann-Straße 54-56 werden 34 Wohnungen „generationsgerecht“ umgebaut.

Modernisierungen stehen ebenso ständig auf dem Plan. Wie in der Tiburtius-Straße 1-7 oder 2-8. Bäder und Küchen werden für die Mieter bequemer. Dazu gehören ebenerdige Duschen. Oft käme es auf kleine Hilfen im Alltag an, die das Leben für Ältere erleichtern: Tiefer gesetzte Fenstergriffe oder Lichtschalter, so dass sie auch von Rollstuhlfahrern besser bedienbar sind, Haltegriffe im Bad, niedrige Balkon-Austritte.

„Wir versuchen, den Anforderungen gerecht zu werden. Es ist doch toll, wenn die Menschen länger leben. Wir selbst werden ja auch älter“, kann sich die 55-Jährige gut in ihre Mieter hineinversetzen.

Ähnlich sieht die Altersentwicklung in der Wohnungsgenossenschaft Aufbau (WGA) aus, die 2744 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 157 000 Quadratmetern betreibt. Lag das Durchschnittsalter 2008 noch bei 54,6, waren die Mitglieder 2010 im Schnitt schon 56,3 Jahre alt. Im Vorjahr stieg der Altersdurchschnitt weiter auf 57,6.

Zugpferd der WGA ist das Knieperhaus, „ein bisher einzigartiges Gemeinschaftsprojekt unserer Genossenschaft und der Uhlenhaus Group“, so Vorstandschef Steffen Silbermann (41). „Ziel ist es, die Bedürfnisse älterer Menschen bei dem zentralen Thema Wohnungen besser zu erfüllen, als es bisher in Stralsund möglich war.“

Das Besondere liege in der Kombination aus genossenschaftlichem Wohnen, der Möglichkeit der Rehabilitation und der individuellen Betreuung und Pflege. „Gerade im Alter spielen spezielle Maßnahmen, die zum Erhalt der Gesundheit und der eigenen Selbstständigkeit beitragen, eine große Rolle“, sagt Silbermann.

Deshalb habe man das 1976 errichtete Wohngebäude so umgebaut, dass die Mieter altenfreundliche Wohnangebote vorfinden und selbst aus zusätzlichen Pflege- und Betreuungs-Leistungen wählen können. Es gibt eine 24-Stunden-Rufbereitschaft und weitreichende Alltags-Hilfen, eine Physio- und Ergotherapie, Kreativangebote, Gemeinschaftsveranstaltungen, Sport im Alter. „Hier kann man in Ruhe und Geborgenheit alt werden“, sagt Silbermann. Ein Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim sei nicht nötig.

10 000 Stralsunder weniger in den nächsten 20 Jahren , das wäre für Dieter Vetter, Chef der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft, eine Katastrophe. Würde es doch bedeuten, dass 7000 Wohnungen vom Markt genommen werden müssten. Im Stadtentwicklungskonzept, bei dem künftige Wohnformen untersucht worden seien, gehe man von anderen Zahlen aus, gibt Vetter zu bedenken. Dennoch sei es für die SWG unumgänglich, dass in den nächsten fünf bis sechs Jahren etwa 250 Wohnungen in Grünhufe und Knieper West abgerissen werden müssen.

Die Modernisierung erfolge bei der SWG seit Jahren unter altengerechten Gesichtspunkten. Dazu gehöre vor allem die Schwellenfreiheit, um Stolperquellen zu vermeiden. Zunehmend werden auch Aufzüge nachgerüstet. „Und wir werden auch darüber nachdenken, wie wir gemeinsam mit Sozialstationen Leistungen an unsere Mieter heranbringen können“, so Vetter. Schließlich möchten die meisten im hohen Alter in ihren Wohnungen bleiben. „Es muss aber bezahlbar sein“, ist Vetter wichtig.

• Mehr zur Serie:

www.ostsee-zeitung.de

„Sie sind genau unsere Zielgruppe“, begrüßt Wiebke Wegner, Geschäftsführerin des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), die Mitglieder der Seniorenbeiräte des Landes und der Stadt sowie Teilnehmer der Seniorenakademie.

Die sehen sich gründlich im neuen ASB-Seniorenhaus in der Wolfgang-Heinze-Straße 9 um. Und haben viele Fragen. Denn das Wohnen in einer WG, das kennt man wohl von Studenten. Aber jetzt auch für Ältere?

„Ich bin sehr neugierig, weil wir so etwas in MV kaum haben. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen und werden das auch bekannt machen“, sagt die Chefin des Landesseniorenrates, Brigitte Paetow (73).

„Oft besteht bei Menschen, die zu Hause gepflegt werden, die Gefahr der Vereinsamung. Hier hat man viele Möglichkeiten der Kontaktaufnahme“, findet die Stralsunderin Hildegard Koepe (77). Und auch Uwe Lewicki (68) meint: „Eine gute Sache.“

Für das neue Konzept hat der ASB die denkmalgeschützte Wolfgang-Heinze-Schule, die 1914 fertiggestellt wurde, umgebaut. Kostenpunkt: 2,2 Millionen Euro. Auf drei Etagen gibt es jeweils sechs Wohneinheiten für Mieter mit einem Pflege- und Betreuungsbedarf. Unterm Dach wird eine Intensivpflege eingerichtet.

„Gedacht ist unser Angebot für alle, die Pflegebedarf haben, nicht in ein Heim wollen, aber bereit sind, in einer Gemeinschaft zu leben“, erklärt Wiebke Wegner. Es gibt Gemeinschaftsräume, alle Wohnungen haben ein eigenes Bad und eine Mini-Küche. Die Kaltmiete liegt bei 8,50 Euro je Quadratmeter. Hinzu kommen neben den Betriebs- noch Betreuungskosten. Ab April ist der Bezug möglich.

mw Infos: ☎ 29 27 32/ 685 35 60

Senioren-WG in der alten Wolfgang-Heinze-Schule
Serie

Eine Region im Wandel

Familie setzt auf Bungalow
Spuren hinterlässt der demografische Wandel auch auf dem privaten Wohnungsmarkt. „Aus unserer Sicht spiegeln sich die Veränderungen überwiegend durch die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Bungalowstil wider“, sagt Ulf Graske vom gleichnamigen Immobilienunternehmen. „Ein ebenerdiger Bau ist für viele ältere Miet- und Kaufinteressenten das A und O bei der Suche nach einem neuen Zuhause.“

Die Firma besteht seit 1991 und hat derzeit rund 110 Immobilien im Bestand — mit den Schwerpunkten Stralsund, Rügen, Vorpommern und Usedom. Das Hauptaugenmerk richtet die Firma auf die Vermarktung und den Bau von Einfamilienhäusern und Wohnungen, teilweise auch von Gewerbeobjekten.

„Im Zusammenhang mit dem reinen Wohnungsmarkt ist der Wandel jedoch weniger zu spüren“, schätzt Graske ein. Zu 90 Prozent nachgefragt wird vor allem im Innenstadtbereich größerer, familienfreundlicher Wohnraum. „Sehr selten sind unsere Wohnungssuchenden älter als 55 bis 60 Jahre“, so Graske. Dennoch werde bei der Sanierung Wert auf eine zum größten Teil barrierefreie Ausstattung und Balkone gelegt, denn dies sei auch jüngeren Mietinteressenten bereits sehr wichtig.

Jasmin und Enrico Müller haben mit ihren Töchtern Klara (7) und Jenny (2) im Februar dieses Jahres ihr Einfamilienhaus im Klausdorfer Kranichblick bezogen. Erst im September hatte der Bau begonnen.

„Wir haben uns für den Bungalowstil entschieden, weil wir hier bleiben wollen. Man weiß doch, dass es im Alter schwer fällt, Treppen zu steigen. Auch unsere Dusche haben wir bereits so eingerichtet, dass es hier keine Barrieren gibt. Man baut ja schließlich nur einmal', sagt die 32-jährige Beamtin. „Außerdem wollten wir, dass sich das Familienleben auf einer Ebene abspielt“, fügt ihr Mann, der Maurer ist, an. Gemeinsam mit dem Baupartner, Firma Schurig, wo der 36-Jährige angestellt ist, hat er sein Haus gebaut.mw/ie

Marlies Walther

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Stralsund
Den demografischen Wandel bekommen in der Hansestadt Stralsund die Wohnungsunternehmen besonders zu spüren. Irmgard Rühlow (l.) und Angelika Balkow fühlen sich wohl im Knieperhaus.

Modernisierungen und Umbauten sollen den Alltag für Senioren in Stralsund erleichtern.

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