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Stralsund Modernste Technik statt Wünschelrute
Vorpommern Stralsund Modernste Technik statt Wünschelrute
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07:28 25.11.2016
Brunnenbauer Johannes Utecht (19) gehört zu den besten Gesellen. Bei einem Bundesausscheid belegte er den 3. Platz. FOTO: LOTHAR SCHOKA

Die Zeiten, in denen Brunnenbauer mit der Wünschelrute, einem Eimer und einer Schaufel loszogen, sind längst Geschichte. Wer sich heute Brunnenbauer nennen möchte, braucht zwar nach wie vor handwerkliches Geschick, aber vor allem technisches Verständnis. Von beidem hat Johannes Utecht jede Menge, denn der 19-jährige Klausdorfer gehört bundesweit zu den besten Gesellen seines Berufs.

Nach seiner dreijährigen Ausbildung bei der Vormann & Partner Bohrgesellschaft nahm er zunächst am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks Mecklenburg-Vorpommern teil und wurde dort Landessieger.

Beim Bundesausscheid reichte es schließlich für einen hervorragenden 3. Platz.

Doch wie kommt man auf die Idee, Brunnenbauer zu werden? „Ein Bürojob wäre gar nichts für mich“, sagt der junge Mann. „Ich denke, dass ich handwerklich ganz gut unterwegs bin“, sagt er und erklärt, dass ihm das sozusagen in die Wiege gelegt worden sei. „Mein Vater ist Tischler.“ Außerdem habe ein größerer Bruder ebenfalls den Beruf des Brunnenbauers ergriffen. „Er hat mir immer so davon vorgeschwärmt, dass ich mich auch dafür entschieden habe. Und ich habe es nicht bereut.“ So ist es gekommen, dass beide Brüder nun als Gesellen in ihrem einstigen Ausbildungsbetrieb arbeiten.

Man muss sich nicht nur mit technischen Gerätschaften gut auskennen und Ahnung von Erdkunde haben. „Man muss wissen, was sich dort unten abspielt“, sagt Johannes Utecht, der derzeit auf einer Baustelle in Berlin arbeitet. Dort unten bedeutet in einer Tiefe zwischen 100 und 300 Metern. „Das ist natürlich davon abhängig, was wir machen.“

Brunnenbauer arbeiten heutzutage in erster Linie auf dem Gebiet der Baugrunderkundung. „Also wenn irgendwo Neubauten entstehen sollen. Dabei handelt es sich nicht nur um Gebäude, sondern das können auch Gleise oder Brücken sein. Es geht darum, wie tragfähig der Boden ist.“ Um das herauszufinden, werden Messsonden unterschiedlich tief in die Erde gebracht oder bei tieferen Bohrungen auch Kernproben der Erde genommen. „So kann die Bodenbeschaffenheit bestimmt werden“, erklärt Johannes Utecht. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Installation von Förderungs- und Aufbereitungsanlagen für das Trinkwasser.

Geologie, Schweißen, Vermessen, Arbeit am Rechner und an den technischen Geräten. „Der Job ist unglaublich vielfältig und interessant, man weiß vorher nie, was auf einen zukommt, es wird nicht langweilig.“

Miriam Weber

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