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Momente der Schöpfung

Groß Mohrdorf Momente der Schöpfung

Tierfotograf Knut Fischer aus Leipzig zeigt in seiner Ausstellung in Groß Mohrdorf mehr als Rehporträt und Hirschidyll

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Tierpräparator Martin Jost war mit Tochter Lotta gekommen. Beide schauen sich ein Eisvogelpärchen an.

Quelle: Foto: Susanne Retzlaff

Groß Mohrdorf. Mahlzeit! Gleich macht die Eule Mittag mitten in der Nacht und wird die Maus, die sie vor wenigen Augenblicken gefangen hat, verspeisen. Ein paar Schritte weiter hört man die Wellen plätschern, die der Zwergtaucher auf das Wasser schlägt, bevor er abhebt.

Wie es aussieht, wenn ein Naturfotograf die Zeit anhalten, komplexe Bewegung in einen Augenblick einfrieren kann, lässt sich seit Sonnabend in der Kirche Groß Mohrdorf bewundern. Knut Fischer aus Leipzig stellt in seiner Ausstellung „Tierische Impressionen“ nicht nur rare Faunenelemente vor, er zeigt auch seltene Action-, intime Familien- bis hin zu Liebesszenen: Rehporträt und Hirschidyll, hungrige Schwalbenkinder, Eisvögel beim Fischessen, elegante Schwarzstörche, bunte Bienenfresser, die mit ihrer Libellenbeute um die Wette schillern.

Ingrid Hartmann vom Förderverein der Kirche hatte rund 30 Gäste zur Eröffnung in der Groß Mohrdorfer Kirche begrüßt, einem passenden Ort, der Schöpfung liebevoll und mit Respekt zu begegnen. Sie hatten auch das Glück, dem Streichquintett „ViVaViVaCe“ beim Benefizkonzert in C-Dur zu lauschen. Sätze von Mozart und Haydn standen auf dem Programm. In einer filmischen Dokumentation erlebten die Gäste mit, wie Fischers Bilder entstanden und erhielten wertvolle Foto-Tipps. So gehen eine sorgfältige Beobachtung und Vorbereitung der Kamerapirsch voraus, Erfindungsgabe und handwerkliches Geschick helfen bei der unauffälligen Annäherung. Tiere nicht von oben herab, aber auch nicht von unten fotografieren, sondern auf Augenhöhe bleiben. Vor allem aber braucht der Fotograf Geduld und muss vor den Tieren am ausgespähten Treffpunkt sein. Dort so lange warten bis sie entspanntes Verhalten zeigen, zerstört er Knipser-Träume vom brillanten Schnappschuss, für den man nur durch die Natur stapfen und im richtigen Augenblick den Auslöser drücken muss. Ungeduldigen Zeitgenossen empfiehlt Fischer auch, bei einem Päuschen am Waldrand die Natur ohne Kamera zu genießen.

Susanne Retzlaff

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