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Müll wird noch passgenauer sortiert

Stralsund Müll wird noch passgenauer sortiert

Mit neuem Sieb und Abscheider wurde die Anlage für Ersatzbrennstoffe auf dem Betriebshof der Stadtentsorgung fit gemacht.

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Die neue Flotte der Stralsunder Entsorgungs GmbH. 22 Fahrzeuge nach Euro-6-Norm sammeln in der Hansestadt und auf Rügen Haus-, Gewerbe-, Bio- und Sperrmüll ein.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Gut 500000 Euro hat die Ostmecklenburgisch Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD) in diesem Sommer in die Ertüchtigung der Aufbereitungsanlage für Ersatzbrennstoffe in Stralsund investiert. „Dafür haben wir unter anderem ein neues Trommelsieb und einen Abscheider für Nichteisenmetalle eingebaut“, sagt Eiko Potreck, Geschäftsführer der OVVD.

Die Anlage gehört der Verwertungsgesellschaft, wird aber in deren Auftrag von der Nehlsen-Tochter Stralsunder Entsorgungs GmbH (SEG) auf deren Betriebsgelände betrieben. Am Voigdehäger Weg wird damit der Haus-, Sperr- und Gewerbemüll aus Stralsund, Greifswald und von Rügen so aufbereitet, dass daraus ein Brennstoff für das Vattenfall-Kraftwerk Rostock entsteht. Verrottbare Reststoffe werden in Rosenow, unweit von Stavenhagen, deponierfähig verarbeitet. Die Aufbereitungsanlage in Stralsund arbeitet seit Juni 2005. Damals wurde in Deutschland gesetzlich festgelegt, keine unbehandelten Abfälle mehr auf Deponien einzulagern. Jetzt wurde sie erstmals ertüchtigt.

Laut Heidi Waschki, SEG Betriebsleiterin, sind an der Aufbereitungsanlage 12 Mitarbeiter in bis zu zwei Schichten beschäftigt. „Das neue Trommelsieb erleichtert den Kollegen die Wartung“, betont die Chefin. Es ist für ein groberes Siebergebnis ausgelegt, was dazu führt, dass weniger hängen bleibt, als im alten Scheibensieb.

Etwa 60000 Tonnen Müll werden mit dieser Technologie pro Jahr sortiert“, weiß Heidi Waschki. 20000 Tonnen davon gehen weiter nach Rosenow, wo sie mechanisch-biologisch weiterbehandelt werden. „Davon landen später noch etwa 60 Prozent auf unserer Deponie“, berichtet Eiko Potreck. Die restlichen 40000 Tonnen des sortierten Mülls werden überwiegend zu Energie, ein Teil davon, etwa metallische Rohstoffe, wird verkauft, und gelangt so wieder in den Wertstoffkreislauf.

Neu am Standort der Stralsunder Stadtentsorgung ist jedoch nicht nur die ertüchtigte Sortieranlage. Heidi Waschki freut sich, dass es gelungen ist, in Zeiten eines Überangebots an Lehrstellen, sieben Azubis einzustellen. „Zwei von ihnen werden nach dem neuen Berufsbild Fachkraft für Abfall- und Kreislaufwirtschaft ausgebildet“, sagt sie und betont: „Die Arbeit des Müllmanns ist heute viel mehr als nur gelbe Säcke aufs Auto werfen.“ Sie sieht den Müllwerker heute als Umwelttechniker, der mit Wert- und Schadstoffen fachgerecht umgehen kann und zudem in ständigem Kundenkontakt steht. Die anderen Azubis lernen Berufskraftfahrer, Mechatroniker oder Kauffrau für Büromanagement. Ihre Chancen auf eine Zukunft in der Firma stehen gut. „Von den zuletzt ausgelernten drei Lehrlingen haben wir einen Kraftfahrer und eine Büromanagerin übernommen“, so Heidi Waschki.

Bewährt haben sich im Alltag der Entsorgungsfirma auch die 22 neuen Fahrzeuge nach Euro-6- Norm, mit denen jetzt Haus-, Bio- und Sperrmüll eingesammelt wird und die mit ihren Riesenaufklebern im Stadtbild für Schmunzeln sorgen. Die Autos mussten angeschafft werden, weil der Landkreis in der Ausschreibung der Entsorgung darauf bestanden hatte. Die bisherige Entsorgungsflotte wurde auf andere Nehlsen-Standorte verteilt, bzw. auslaufende Leasing-Verträge nicht verlängert.

Energie und Wertstoffe aus Müll

OVVD: Gesellschafter der Ostmecklenburgisch-Vorpommerschen Verwertungs- und Deponie GmbH sind die die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Mecklenburgische Seenplatte sowie Vorpommern-Rügen.

SEG: Die Stralsunder Entsorgungs GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Nehlsen GmbH & Co. KG mit Sitz in Bremen.

Im Auftrag der OVVD betreibt die Stralsunder Stadtentsorgung die Aufbereitungsanlage für Ersatzbrennstoffe.

60 000 Tonnen Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll aus Stralsund, Greifswald und von Rügen werden jährlich mit der Sortieranlage auf dem Betriebshof der SEG am Voigdehäger Weg sortiert zu Ersatzbrennstoff für das Vattenfall-Kraftwerk in Rostock sowie zu deponierbarem Abfall. Zweck der Anlage ist neben der energetischen Verwertung von Müll, die Verringerung des Müllvolumens auf der Deponie sowie die Rückgewinnung von Wertstoffen für den Wirtschaftskreislauf.

165 Frauen und Männer arbeiten für Nehlsens Stralsunder Betriebsstätte, darunter sieben Lehrlinge. Sie sind an den Standorten Stralsund, Samtens und Ribnitz-Damgarten eingesetzt.

• www.entsorgung-stralsund.de www.ovvd.de

Jörg Mattern

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