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Nach 22 Jahren: CDU-Mitglied Kremser wirft hin

Stralsund Nach 22 Jahren: CDU-Mitglied Kremser wirft hin

Weil die Partei weder christlich noch demokratisch geführt werde, ist der frühere Stadtvertreter gestern ausgetreten / Eine Abrechnung

Stralsund. Aus Enttäuschung über den Führungsstil innerhalb der Stralsunder CDU hat ein langjähriges Mitglied jetzt das Handtuch geworfen: Reinhard Kremser ist nach 22 Jahren gestern aus der Union ausgetreten. Der 64-Jährige war von 1999 bis zum Jahr 2004 auch Mitglied der Stralsunder Bürgerschaft, hat lange weiter im Familienausschuss der Stadt und anderen Gremien mitgearbeitet.

 

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Reinhard Kremser.

„Bei der CDU in Stralsund kann man das C und das D streichen. Die kann sich höchstens noch Union nennen, weil sie weder christlich noch demokratisch ist“, sagt er mit Nachdruck. „Seit ungefähr zwei Jahren hat sich die CDU stark gewandelt.“ Zudem wirke Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) mit einem umstrittenen Führungsstil stark in die Partei hinein. An Jubiläen älterer Parteimitglieder würde grundsätzlich nicht mehr gedacht.

Kremser zählt konkrete Beispiele auf, die er erlebt hat und so nach und nach den Glauben an die Christlich Demokratische Union verloren habe. So hätten einige Mitglieder bei der Kreistagsabstimmung über eine drastische Erhöhung der Müllgebühren für die Menschen in Stralsund bewusst den Saal verlassen, um sich dem Votum zu entziehen. Ohne CDU-Landrat Ralf Drescher zu beschädigen, hatte der Rest der Kreistagsfraktion für die Änderung der Entsorgungspreise gestimmt. Von den Stralsunder Abgeordneten unter ihnen hatte damals nur der frühere CDU-Mann Detlef Lindner gegen die Erhöhung seine Hand gehoben. Anschließend hätten die Verweigerer gesagt, man könne Drescher nicht bloßstellen und gegen die eigene Fraktion stimmen. „Die habe ich anschließend gefragt, ob sie von den Stralsundern oder von der CDU in den Kreistag gewählt worden sind“, sagt Kremser.

Außerdem missfalle ihm, dass wenige einflussreiche Parteimitglieder gleich mehrere Funktionen ausüben und Sitze in den städtischen Gremien besetzen. Es gebe Christdemokraten, die bis zu sieben Sitze in den Ausschüssen der Bürgerschaft an sich selbst und ihre Familienmitglieder verteilen würden.

Auch der politische Stil des früheren Präsidenten der Bürgerschaft, Rolf-Peter Zimmer, stört ihn. „Vor sieben Jahren hat der Mann durchgesetzt, dass nur gewählte Stadtvertreter Vorsitzende der Fachausschüsse sein können.“ Zimmer ist 2014 aus Altersgründen aus der Bürgerschaft ausgeschieden.

Kremser: „Jetzt wird die Regel, die Zimmer durchgeboxt hat, um den sachkundigen Einwohnern in den Ausschüssen nicht zu viel Macht zu geben, abgeschafft. Warum? „Damit Zimmer Vorsitzender des Kleingartenausschusses werden kann“, sagt Kremser.

bfi

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