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Stralsund Neubau oder Abriss: Discounter-Landschaft im Wandel
Vorpommern Stralsund Neubau oder Abriss: Discounter-Landschaft im Wandel
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00:01 31.01.2018
Obwohl der Aldi-Umbau am Heinrich-Heine-Ring längst abgeschlossen ist, bleibt das Ausweichzelt am Strelapark geöffnet. Und zwar so lange, bis die neue Verkaufsfläche im Einkaufscenter fertig ist. Und das soll auf jeden Fall in diesem Jahr passieren. Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund/Richtenberg/Prohn. Immer das gleiche Muster: Das 20. Jubiläum der Einweihung ist noch nicht mal erreicht, da sehen sich Discounter nach einer neuen Immobilie für ihr Angebot um. Sie nutzen auslaufende Mietverträge für einen Neustart. Oft stehen die einst genutzten Objekte erst einmal leer, manchmal fallen sie sogar der Abrissbirne zum Opfer – so wie jetzt in Prohn geplant. Ein Investor möchte dort moderner und größer bauen, deshalb soll der 2001 errichtete Flachbau verschwinden (die OZ berichtete).

Stralsund/Richtenberg/Prohn. Immer das gleiche Muster: Das 20. Jubiläum der Einweihung ist noch nicht mal erreicht, da sehen sich Discounter nach einer neuen Immobilie für ihr Angebot um.

„Anders als oft vermutet wird, ist der Neubau eines Supermarktes für Investoren steuerlich nicht überaus lukrativ“, sagt der Stralsunder Steuerberater Richard Kinder. Das neue Gebäude sei bezahlt worden. Im Anschluss kann dann lediglich ein Anteil der Investitionskosten im unteren einstelligen Prozentbereich steuerblich geltend gemacht werden.

Anders verhalte es sich bei Modernisierungen von Gebäuden – zum Beispiel beim Einbau neuer Beleuchtungs- oder Kassenanlagen. Diese Kosten könnten im Anschluss in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden.

Beispiel dafür ist der Edeka-Markt im Quartier 17, der im Januar für zwei Tage geschlossen hatte, um zwei neue Expresskassen installieren zu lassen, an denen Kunden, die nur wenige Artikel kaufen, schneller bezahlen können. Zusätzlich soll eine digitale Kette aus Handy, Tablet und einer Smartwatch – einer digitalen Uhr, die von den Mitarbeitern getragen wird – schnellere Reaktionen ermöglichen, um eine zusätzliche Kasse zu öffnen.

Dennoch entscheiden sich viele Unternehmen im Einzelhandel für den Bau von komplett neuen Märkten. So hat Aldi Nord für den 2011 eröffneten Neubau in der Großen Parower Straße, der inzwischen schon erweitert wurde, das Gebäude in der Kleinen Parower/Ecke Virchow-Straße geopfert. Das in den 90er-Jahren gebaute Haus wurde abgerissen. Als Glücksgriff für die Stadtplanung erwies sich in diesem Fall, dass sich der benachbarte Markant-Markt ebenfalls verändern wollte. Dieser nutzte die einstige Aldi-Fläche für einen Neubau, riss die alte Markant-Kaufhalle ab, um Parkplätze zu bauen.

Weniger Glück hatten die Betreiber des Lindencenters in Grünhufe. Nach Zustimmung des Kartellamtes übernahm Edeka als führender Lebensmittelanbieter in Deutschland 2008 die Plus-Läden und konnte diese mit der eigenen Discount-Kette Netto verschmelzen. Offenbar eine gute Gelegenheit für einen Neubau. Und der entstand 2009 auf dem Areal, auf dem zuvor der Sky-Markt, zu DDR-Zeiten Konsum-Kaufhalle, abgerissen wurde. Gleichzeitig schloss Netto seine Verkaufsstelle im benachbarten Center. Zu klein, zu eng und für die Kunden nicht gut genug erreichbar, lautete damals die Begründung. Lange fand sich kein Mieter für die verlassene Fläche im Lindencenter. Heute befindet sich dort eine Kik-Filiale.

Unverständnis auch bei den Richtenbergern, als Netto 2011 der Stadt mitteilte, man wolle aus dem bisherigen Gebäude ausziehen und neu bauen. Begründung: Der bisherige Markt entspreche nicht mehr den marktüblichen Anforderungen in puncto Fläche und Technik, zudem fehlten Parkplätze. Besonders paradox: Für zwei Millionen Euro wurde direkt neben dem 1993/94 gebauten ein neuer Markt hochgezogen.

2012 feierte man Eröffnung, während die alte 1220 Quadratmeter große Immobilie wie sauer Bier für 450000 Euro angeboten wurde. Letztendlich entschloss sich „Getränkeland“ dort einzuziehen, musste dafür aber die Räume im Richtenberger Gewerbegebiet aufgeben.

In letzter Zeit ist es etwas ruhiger geworden auf dem regionalen Discount-Wechsel-Karussell. Dafür wurden 2011 an der B 194 in Negast und 2013 an der B 105 in Martensdorf zwei neue Netto-Märkte eröffnet. Gespannt sind die Prohner, die noch nicht wissen, welcher Lebensmittler sie nach dem Edeka-Wegfall versorgt.

Netto und Aldi versorgen die meisten Kunden in der Region

Der rote Netto, wie der Netto Markendiscount AG und Co KG mit Sitz in Maxhütte Haidhof bei den Verbrauchern genannt wird, ist in unserer Region stark vertreten.

4 Märkte versorgen die Stralsunder mit Lebensmitteln: Am Knieperdamm, am Frankendamm, im Carl-Heydemann-Ring und in der Lindenallee.

2011 hat Netto als Kette des Edeka-Unternehmens in Negast neu gebaut. 2012 bezog Netto in Richtenberg einen neuen Laden, nachdem man das 1993/94 errichtete Gebäude als Mieter verlassen hatte. 2013 wurde direkt an der B 105 in Martensdorf eine Filiale eröffnet. Dafür soll der Netto in Tribsees jetzt geschlossen werden. Welche Varianten sich für den geplanten Neubau in Prohn anbieten, behalten die Investoren vorerst für sich.

3 Aldi-Märkte gibt es derzeit in Stralsund: in Andershof, in Knieper West und in der Großen Parower. Hinzu kommt ein Verkaufszelt am Strelapark. Außerdem hat Aldi Nord eine Filiale in Richtenberg.

Neuer Aldi entsteht im Strelapark

Kramerhof/Stralsund. Verwunderung bei den Kunden: Das Aldi-Verkaufszelt, eigentlich aufgestellt, um die Bauarbeiten in Knieper West zu überbrücken (die OZ berichtete), bleibt geöffnet. Die Verkäuferinnen in dem mobilen Markt sind guter Dinge, bereiten sie sich doch auf einen späteren Umzug vor: Denn demnächst soll der Aldi im Strelapark öffnen. Erst dann wird das Zelt nicht mehr gebraucht.

Die Verkaufsfläche des neuen Aldi wird rechts neben dem gerade umgebauten „famila“ zu finden sein. Dort, wo einst Citti residierte, soll laut Bauantrag aber auch die Drogerie-Kette Rossmann ihre Türen öffnen – mit einem vergrößerten Geschäft. Imbiss und kleine Läden an der Mall sind davon nicht betroffen. Die Umbauarbeiten laufen aber inzwischen auf Hochtouren.

Trotz mehrfacher Nachfragen äußerte sich Aldi bis Redaktionsschluss gestern nicht zu einem genauen Eröffnungstermin. Von Ostern war bisher die Rede.

Für die Gemeinde Kramerhof, auf deren Territorium vor 23 Jahren der Strelapark gebaut und im April 1995 eröffnet wurde, geht mit dem Aldi-Bau ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die ursprünglichen Planungen stammen schon aus dem Vorhaben- und Erschließungsplan von 1995. Besonders in den letzten Jahren hatte sich Kramerhof immer wieder mit dem großen Nachbarn Stralsund angelegt. Doch die Hansestadt lehnte die Vergrößerung des Strelaparks kategorisch ab, weil man den Innenstadt-Handel gefährdet sah. Selbst vor Gericht zog Kramerhof den Kürzeren. So blieb nur, den Supermarkt in die vorhandene Fläche zu integrieren. Für diese Nutzungsänderung hatte die Gemeinde 2017 den Weg frei gemacht. Ines Sommer

Ines Sommer und Benjamin Fischer

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