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Neue Hoffnung für ein altes Meisterwerk

Richtenberg Neue Hoffnung für ein altes Meisterwerk

Die Sanierung der Richtenberger Mehmel-Orgel könnte in der Minimalvariante ca. 60 000 Mark kosten. Geld, das der Gemeindekirchenrat nicht hat. Alle Hoffnungen ruhen auf einem Förderprogramm.

Richtenberg. Wolfgang Fiedler hatte gestern nur einen großen Wunsch: „Hoffentlich können sich die Herren für unsere Orgel erwärmen.“ Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von St. Nikolai erwartete Besuch. Angekündigt hatten sich Orgelsachverständige, Denkmalschützer, Kirchenleute sowie Vertreter der ZEIT-Stiftung und der Hermann-Reemtsma- Stiftung, unter ihnen mit Hermann-Hinrich Reemtsma der Hamburger Mäzen persönlich.

Für sie alle war Richtenberg die dritte Station einer Reise durch vorpommersche Kirchen, zu denen gestern Abend und heute Vormittag in Stralsund auch St. Nicolai und St. Marien zählen. Zweck der Fahrt: Die ZEIT-Stiftung hat ein Programm zur Restaurierung alter Kirchenorgeln in Mecklenburg-Vorpommern aufgelegt. Es wird von der Reemtsma-Stiftung unterstützt, um, wie deren Geschäftsführer Jochen Münnich betonte, die finanzielle Durchschlagskraft des Vorhabens zu erhöhen. Dessen Volumen stieg dadurch sowie durch Mittel von Kirche und Denkmalpflege auf ca. fünf Millionen Mark, wie Philipp Adlung, Programmleiter der ZEIT-Stiftung, betonte. Laut Adlung seien über dieses Programm bisher im Land 23 Restaurierungsvorhaben alter Orgeln unterstützt worden. Der Bedarf sei enorm.

So auch in Richtenberg. Die laut Wolfgang Fiedler älteste Stadtpfarrkirche der Region verfügt seit 1861 über eine Orgel aus der Stralsunder Werkstatt des Friedrich Albert Mehmel. Wie Orgelsachverständiger Martin Rost ausführte, gehört sie zu den großen und wenigen noch erhaltenen Werken des Meisters. Doch ein kurzes Anspiel des Instruments durch Rost machte deutlich: Unsachgemäße Reparaturen in den 20er- und 60er-Jahren haben die Orgel im letzten Jahrhundert ihres ursprünglichen Klanges beraubt.

Der Richtenberger Gemeindekirchenrat hatte sofort nach Bekanntwerden des Förderprogramms reagiert und einen Antrag gestellt. Wie Wolfgang Fiedler betonte, habe er im Vorfeld mit namhaften Organisten gesprochen, die sich für den Erhalt des Instruments aussprachen. Dieses habe samt der Kirche kulturelle Bedeutung für ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Mit Einschätzungen hielt sich die Expertenrunde gestern zurück. Eine Entscheidung, welche Orgeln in Vorpommern mit bis zu 50-prozentiger Förderung rechnen können, werde erst im Oktober fallen, hieß es zum Abschied. Dennoch: Plötzlich war wieder viel Hoffnung in der Kirche.



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