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Neue Kita soll in Altstadt entstehen

Stralsund Neue Kita soll in Altstadt entstehen

Planungsbüros stellten drei mögliche Standorte beim Gestaltungsbeirat vor.

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Mühlenbastion am kleinen Frankenteich, Sicht vom Parkhaus am Bahnhof.

Quelle: Fotos: Nicole Arndt

Stralsund. Dass die Altstadt dringend eine neue Kita braucht, daran ließ Ekkehard Wohlgemuth, Leiter Abteilung Planung und Denkmalpflege, gestern im Rathaus keinen Zweifel. „Die Spielkiste, deren Träger die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist, platzt aus allen Nähten.“

Im Gestaltungsbeirat wies er jedoch darauf hin, dass es noch kein konkretes Projekt gebe, dass man lediglich drei Standorte näher ins Auge gefasst habe, bei denen drei Planungsbüros die städtebaulichen Rahmenbedingungen abgeklopft hatten und ihre Entwürfe und Planungen gestern dem Gremium vorstellten.

Zu den Grundstücken gehört das so genannte Quartier 60, gelegen zwischen Frankenwall, Franken- und Blauturmstraße und Fischergang. Außerdem wäre das Gelände an der Jahnsportstätte, neben der neuen Awo-Kita eine Option. Auch das Gebiet an der Mühlenbastion, auf der sich derzeit die Awo-„Spielkiste“ befindet, steht zur Diskussion. Einzige Vorgabe an die Planer war, dass 300 Hort-, Kindergarten- und Krippenkinder Platz finden müssen. Genau das ist die eigentliche Herausforderung, waren sich die Planer von ppp architekten aus Lübeck, Keller-Jordi Architekten aus Berlin und dem Planungsbüro stadt+haus aus Wismar einig. Faktisch sei das an einem einzigen Standort nicht möglich.

Großer Vorteil beim Quartier 60 ist die Nähe sowohl zur Altstadt als auch zur Gerhart-Hauptmann-Schule, aus der die Kinder dann den Hort in der neuen Einrichtung besuchen würden. Derzeit müssen sie dafür teilweise in die „Spielkiste“ oder in den Containerbau auf dem Schulhof des Goethe-Gymnasiums wechseln. Schwierig planbar sei dort wegen der räumlich begrenzten Möglichkeiten die Gestaltung der Außenanlagen. Platz bietet die Kita bei allen Entwürfen für nur rund 100 Kinder.

Näher untersucht wurde auch das Grundstück neben dem „Zwergenhaus“ in der Karl-Marx-Straße zur Jahnsportstätte hin. „Vom baulichen Aspekt gibt es dort überhaupt keine Probleme“, sagte Architekt Markus Weise. Zudem könne man das bereits bestehende Gebäude und das mögliche neue miteinander verbinden. Der Nachteil: das Ganze ist ziemlich weit ab vom Schuss, zumal wenn es vorrangig darum geht, eine Kita für die Innenstadt zu errichten.

Favorit für ihn ist die Mühlenbastion. Damit sprach er auch Fanny Glawe, Bereichsleiterin Kita bei der Awo, aus der Seele: „Wir liebäugeln schon mit unserer Bastion“, sprach sie die Hoffnung aller Awo-Mitarbeiter aus. Derzeit sind 198 Hort-, Kindergarten- und Krippenkinder in der „Spielkiste“. „Das würden wir an diesem Standort, als künftiger Träger der neuen Kita, natürlich gern ausbauen“, so Fanny Glawe. Doch aus denkmalpflegerischer Sicht eine schwierige Situation, wie Dr. Ulrike Wendland, Mitglied des Gestaltungsbeirats, anmerkte. „Das ist an einer sehr prägnanten Stelle ein massiver Eingriff.“ Doch noch sind nicht alle Würfel gefallen.

Gestaltungsbeirat
Der Gestaltungsbeirat als externes, mit Fachleuten besetztes und unabhängiges Beratungsgremium begutachtet in der Hansestadt seit 1999 Vorhaben im Altstadtbereich von besonderer städtebaulicher und architektonischer Bedeutung. Damit trägt er zur Aufwertung des Stadtbildes, zur Vermittlung von Baukultur sowie zur Verhinderung städtebaulicher und architektonischer Fehlentwicklungen bei.

 



Miriam Weber

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