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Stralsund Neuer Chef für Wendisch Baggendorf
Vorpommern Stralsund Neuer Chef für Wendisch Baggendorf
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00:00 01.11.2016

Eberhard Graßhoff gibt heute seinen Posten als Bürgermeister (Wählergemeinschaft) der Gemeinde Wendisch Baggendorf auf. „Aus gesundheitlichen Gründen“, sagt er. Weiter ausführen will er das nicht. Ihr Haus in Leyerhof haben Graßhoffs verkauft. Sie ziehen nach Stahlbrode. Der Ort in der Gemeinde Sundhagen war schon immer Graßhoffs zweites Zuhause.

Der 63-Jährige liebt das Angeln.

Sieben Jahre leitete Eberhard Graßhoff, der in Hoikenhagen geboren wurde und seit 1981 in Leyerhof mit seiner Familie lebte, als Bürgermeister die Geschicke der kleinen Gemeinde. Seit 1984 setzte er sich in der Gemeindevertretung für die Bürger ein. Es war nicht immer leicht. „Und trotzdem hat er verdienstvolle Arbeit geleistet“, sagt Gemeindevertreterin Christiane Opitz (Wählergemeinschaft).

„Er war immer vor Ort, hat sich immer gekümmert. Er ist auf die Bürger zugegangen“, weiß sie. Aber nicht nur dafür war Eberhard Graßhoff bekannt. Mit seiner Meinung hielt er nie hinter’m Berg. Dass diese nicht jedem gefiel, war ihm egal – ist es immer noch. Ebenso war er ein Mann der Taten. Ein Buswartehäuschen in Borgstedt wurde immer wieder demoliert und verschmutzt. Als es Graßhoff über war, das Haus auf Gemeindekosten zu reparieren und zu reinigen, riss er es kurzerhand selbst ab.

„Als Politiker macht man sich eben nicht nur Freunde“, weiß auch Christiane Opitz, die vor Graßhoffs Amtszeit das Amt bekleidete. „Wir waren selbst beide nicht immer einer Meinung“, erzählt sie. Für beide waren die Diskussionen konstruktiv.

Und so sei sehr viel Positives in den vier Orten der Gemeinde geschafft worden, lautet das Resümee von Eberhard Graßhoff. Das sei aber nicht sein Verdienst, sagt der 63-Jährige. „Sondern der der Gemeindevertretung“, ist er überzeugt. „Von einst 460 Einwohnern ist die Gemeinde auf über 530 gewachsen, darunter viele Familien, was Leben in die Dörfer gebracht hat“, erzählt Graßhoff. Zu den positiven Entwicklungen zählt der scheidende Bürgermeister den Straßenbau. „Alle Wege und Straßen sind fertig, wurden größtenteils über die Flurneuordnung erneuert“, berichtet er. Stolz mache ihn, dass dabei kein Bürger zur Kasse gebeten werden musste.

Aber steigende Kreis- und Amtsumlagen, die Doppik – „das verdammte Finanzausgleichsgesetz“, wie er sagt – damit habe für die kleinen Gemeinden der Kampf um’s Überleben begonnen. Ein Kampf, den er angenommen hat. Er ließ keine Gelegenheit aus, um dies anzusprechen, nutzte auch eine Bürgersprechstunde von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in Grimmen im Jahr 2014.

Lobend hebt Graßhoff noch die Zusammenarbeit mit dem Amt Franzburg-Richtenberg hervor, das die Gemeinde verwaltet.

Die Geschicke von Wendisch Baggendorf übernimmt jetzt Parteikollege Igor Hein, Graßhoffs Wunschkandidat für den Posten. Hein sitzt seit 2014 in der Gemeindevertretung Wendisch Baggendorfs und fungierte seitdem als Graßhoffs Stellvertreter. „Für mich persönlich ist es ein großer Verlust, dass Eberhard aufhört“, sagt der Borgstedter. „Er war für mich ein großer Mentor.“

Anja Krüger

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