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Stralsund Neuer Kirr-Anleger besteht Praxistest
Vorpommern Stralsund Neuer Kirr-Anleger besteht Praxistest
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00:00 13.06.2016
Blick aus dem Fährstand der „Seekuh“: Die ersten Rinder gelangen über den neuen Anleger auf die Vogelschutzinsel Kirr. Quelle: Timo Richter

Das Muhen der ersten 34 Jungrinder und Färsen, die über den neuen Kirr-Anleger ihre Hufe auf die Vogelschutzinsel gesetzt haben, klang mindestens ebenso erleichtert wie der Seufzer von Steffen Schwarz, als er mit der ersten wertvollen Fracht angelandet war. 210000 Euro hat das Seeheilbad Zingst in den Abbau der Altanlagen und den kompletten Neubau des Anlegers investiert. Gefördert wurde das Vorhaben im Zusammenhang mit dem ländlichen Wegebau zu 65 Prozent.

Naturschutz mit Hilfe von Rindern

320 Rinder werden bis Ende September auf der Insel Kirr dafür sorgen, dass Gras und Schilf kurz bleiben.

210 000Euro haben derAbbau der Altanlagen und der Neubau des Anlegers auf der Kirr gekostet.

In den vergangenen Jahren war der alte Anleger auf der Vogelschutzinsel immer wieder repariert worden, ragte immer weiter in das Fahrwasser des Kirr-Stroms hinein. Ein neuer Anleger für das Übersetzen der Rinder ist seit zehn Jahren Thema in der Kommune. Alternativen wurden wegen des höheren Aufwandes und größeren Eingriffs in die Natur innerhalb des Nationalparks verworfen. Also wurde nun an alter Stelle neu gebaut.

Die Kommune musste sich nicht lange bitten lassen, den Eigenanteil aufzubringen, wie Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) bestätigt. Schließlich handele es sich um eine Naturschutzmaßnahme. Eine touristische Bedeutung erschließt sich laut Bürgermeister Kuhn erst auf den zweiten Blick. Wenn nämlich die Rinder des Darß-Gutes Schilf und Gras auf der Kirr schön kurz halten, können die Vogelfreunde von Zingst aus mit ihren Spektiven beispielsweise die seltenen Säbelschnäbler beobachten.

Zwei Anfahrten hatte Steffen Schwarz zuvor geprobt, dann folgte der Praxistest – beobachtet von zig Urlaubern, die an dem Anleger im Zingster Ortsteil Müggenburg vorbeigeradelt kamen. Selbst der wasserscheue Bürgermeister setzte mit einem Schlauchboot über, um die Neukonstruktion auf der Kirr in Augenschein zu nehmen.

Bauamtsleiter Ingo Reichelt sah noch genauer hin – und entdeckte Schwalben, die unter den Holzbohlen die ersten Nester gebaut hatten. Kuhn sieht denn auch den Naturschutz im Vordergrund. Bestätigt wird er vom Geschäftsführer des Gutes Darß, Marc Fiege. Die Kirr wie auch die Schmidt-Bülten würden durch die Beweidung vor Verbuschung und übermäßigem Wachstum von Schilfgras geschützt. Darum sitzt auch die Nationalparkverwaltung mit im Boot, denn Artenvielfalt auf der Kirr hänge von der Beweidung ab. Raubwild hole sich die Eier von Bodenbrütern besonders gern dann, wenn diese wegen hohen Grasbewuchses die Feinde nicht ausmachen können. Die Rinder tragen also zum Naturschutz bei.

320 Tiere werden bis Ende September auf der Kirr weiden. Es handelt sich um Jungrinder und Färsen, erstmals tragende Rinder. Das Kalben erfolgt nach dem Abtrieb in den Ställen des Gutes Darß. Das An-und Ablegen am Kirr-Anleger ist für Steffen Schwarz bis dahin bestimmt zur Routine geworden.

Timo Richter

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