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Stralsund Neues Bauensemble um alte Wasserkunst
Vorpommern Stralsund Neues Bauensemble um alte Wasserkunst
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00:00 23.07.2013
Blick vom Wasserturm auf das Areal am Kütertor. Dort sollen insgesamt 24 Eigentumswohnungen entstehen.
Stralsund

In die ehemalige Jugendherberge am Kütertor, die viele Jahre lang leer stand, soll ab Frühjahr 2014 wieder Leben einziehen. Vier Neubauten und die Sanierung von drei historischen Gebäuden umfasst das Projekt des Berliner Petruswerkes.

Allerdings wurden die ursprünglichen Pläne geändert. „Da war ja mal an ein generationsübergreifendes bezahlbares Wohnen gedacht“, sagt Niklas Rickmann (31), SPD-Fraktionschef in der Stralsunder Bürgerschaft. Nun werden es allerdings Eigentumswohnungen. „Man kann es zwar dem Investor nicht verdenken, dass er an die Rendite denkt, aber schade ist es trotzdem.“ Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) weist darauf hin, dass Sanieren in der Altstadt nicht einfach ist und oft unvorhergesehene Kosten entstehen. Er will sich das Projekt auf jeden noch einmal genau anschauen.

Noch ist das einst mit Efeu berankte denkmalgeschützte Fachwerkgebäude der Stralsunder Wasserkunst am Kütertor von einem Baugerüst umstellt. Im Gebäude sind Handwerker dabei, vier Wohnungen mit modernem Komfort auszustatten. „In der ersten Etage und im Dachgeschoss werden je eine große und eine kleine Wohneinheit entstehen“, erläutert Architektin Sarah Kubernus vom Projekt-Team des Stralsunder Planungsbüros Gnadler /Meyn/ Woitassek.

Sechs Millionen Euro wollte das Berliner Petruswerk in das Gesamtvorhaben investieren. Das ehemals als Jugendherberge genutzte Hauptgebäude am Knieperwall, wo einst der Meister der Wasserkunst lebte, wird seine historische Substanz weitestgehend behalten. So wird die originale Treppe im Flur des Hauses aufgearbeitet, und auch die alten Holzkonstruktionen bleiben fast ganz erhalten. Im Erdgeschoss entsteht nach Aussagen von Sarah Kubernus eine Gewerbeeinheit, für die auch eine gastronomische Nutzung möglich sei.

Bei der Dämmung des Fachwerkgebäudes wird ein altbewährter Baustoff, nämlich Lehm, verwendet, der für eine hervorragende Energieeffizienz sorgt.

Genau gegenüber, in Richtung Kütertor auf der mittelalterlichen Stadtmauer, befindet sich das Mauerhaus, in dem die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten ebenfalls zügig voran gehen. „Dort entstehen fünf Wohnungen und es wird auch einen Übergang zur Wohnung im Kütertor geben“, erklärt die Architektin und fügt hinzu, dass auf dem gesamten Areal rund um das Kütertor 24 exklusive Wohnungen unterschiedlichster Größe entstehen.

Das Berliner Petruswerk, eine Tochtergesellschaft der Avila Management & Consulting AG, sollte mit der Vermarktung aufgrund der besonderen Lage kaum Schwierigkeiten haben. Zu den Filetstücken gehören die drei Maissonettewohnungen im Wasserturm mit einem phantastischen Blick über den Knieperteich. Zwei Neubauten, die zukünftig die Adresse Kütertor 6 und 7 haben werden, entstehen am Knieperwall.

Die beiden Gebäude werden sowohl über Terrassen als auch Balkone sowie sieben Garagenstellplätze und Abstellräume verfügen. Das Kütertor-Bauensemble komplettieren zwei weitere Neubauten, jeweils ein giebelständiger und ein traufenständiger. Insgesamt entstehen in beiden Häusern, die über die Mühlenstraße erreichbar sein werden, sechs Wohnungen, unter denen auch zwei Maisonnette-Wohnungen sind.

„Wir rechnen damit, dass der Einzug in die 24 Wohnungen ab dem Frühjahr 2014 möglich sein wird", prognostiziert Architektin Sarah Kubernus die Fertigstellung des städtebaulich interessanten Kütertor-Projektes.

Übrigens: Die entfernten Efeuranken am Wasserkunst-Gebäude, deren Fachwerkmauer durch genau diese Begrünung stark beschädigt wurde, werden nunmehr durch eine Rosenbepflanzung ersetzt.

Neue Wasserleitung nach Krieg und Feuersbrunst
Die Stadt Stralsund wurde am 10. und 11. Oktober 1678 durch Kurfürst Friedrich Wilhelm furchtbar zerstört. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen wurde mehr als die Hälfte der Gebäude in Trümmerhaufen verwandelt.

Außerdem fielen am 16. Juni 1680 durch eine Feuersbrunst — verursacht durch die Unvorsichtigkeit einer

Frau— abermals 230 Häuser in Schutt und Asche. Hierbei brannte auch

das Rathaus teilweise aus, und der

Artushof wurde völlig zerstört.

Nach diesen Ereignissen wurde im Sommer 1687 die Errichtung einer

neuen Wasserleitung beschlossen. In den darauffolgenden Jahren entstand die Stralsunder Wasserkunst. Das

Wasser wurde aus dem Knieperteich, zu dessen Reinhaltung sich die schwedische Krone 1685 verpflichtet hatte, durch zwei Röhren entnommen und

in einen Brunnen unter dem Kunstgebäude geleitet.

Im Jahre 1878 wurde das Sammelbassin unter dem Dach der Wasserkunst auf einen Wasserturm verlegt. Dieser erlaubte es, das Wasser in die oberen Stockwerke der Häuser zu

leiten. Noch heute ist dieser Turm

vorhanden. Er wurde von der einstigen Jugendherberge am Kütertor viele

Jahre als Unterkunft genutzt.

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