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Stralsund Neues Motto „Wir nordeln“: Genial oder bescheuert?
Vorpommern Stralsund Neues Motto „Wir nordeln“: Genial oder bescheuert?
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14:17 09.05.2018
„Wir nordeln“: OZ-Redakteur Alexander Müller findet den Slogan schräg aber gut. Kollegin Marlies Walther lässt das Nordeln hingegen lieber sein. Quelle: Montage Benjamin Barz
Stralsund

PRO – Bescheuert, aber gut

Ja, „wir nordeln“ klingt irgendwie bescheuert. Und genau deswegen finde ich den Spruch gut. Wenn ich mich spontan an legendäre Werbeslogans erinnern soll, fallen mir „Bin ich da schon drin oder was?“ (Boris Becker für AOL) und „Mach nochmal blubb“ (Verona Pooth für Iglo Rahmspinat) ein. Das ist beides natürlich total behämmert, aber es hat sich über Jahrzehnte in mein Gehirn gebrannt. Weil es griffig gewesen ist und alle darüber geredet haben. „Wir nordeln“ spielt zwar nicht ganz in der gleichen Liga, ist aber der richtige Ansatz. Die sonst eher mausgraue Kreisverwaltung hat mich damit überrascht - und somit meine Aufmerksamkeit bekommen. Heute scrollen insbesondere junge Menschen bei Facebook, Instagram und Co durch hunderte Nachrichten, Bilder und Clips. Doch hängen bleiben oft nur die Wie-verrückt-ist-das-denn-Sachen. Dieses Buhlen um Zuwendung kann man blöd finden. Fakt ist aber, dass es funktioniert. Da brauchen wir nur die Slogans anschauen, die es sonst noch bei uns gibt: „Land zum Leben“ (Mecklenburg-Vorpommern), „Raum für Zukunft“ (Ludwigslust-Parchim). Das ist alles nett und richtig, aber eben auch ein bisschen langweilig. „Wir nordeln“ ist dagegen so irre, dass es hängen bleibt. Und darum geht es.

Alexander Müller

KONTRA – Genordelt wird nur in Nordeln

So, nun haben wir den Salat. Mir ist schon ganz nordelig. Und das nach noch nicht einmal 24 Stunden, da ich von dem heißen Slogan gehört habe, der jetzt um die Welt gehen soll - von Nord nach Süd, von Ost nach West. Am Anfang war das Wort. Und ehrlich, das fand ich am Montag um 20.09 Uhr, als es zum ersten Mal durch unsere redaktionsinterne Whatsapp-Gruppe geisterte, eigentlich nur bescheuert. Aber seitdem geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Es hat mir praktisch das Gehirn vernordelt. Mit dem Ergebnis, dass ich total genordelt bin. Nordeln, bordeln, kordeln, orgeln. Das klingt für mich gar nicht nach unserer gemütlichen Mundart. Eher wie jodeln oder rodeln in den bayerischen Bergen. Und vor allem: warum wollen wir Werbung für eine kleine Stadt in Nordrhein-Westfalen machen? Denn genau dort liegt Nordeln - eine Hofschaft in Halver, im Märkischen Kreis im Regierungsbezirk Arnsberg, im Westen des Halveraner Stadtgebietes und im Tal der Ennepe. Also irgendwo hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen. Die Leute dort können von mir aus nach Herzenslust nordeln. Vielleicht auch die Bewohner der Nachbarorte Burbach, Ober- und Niederbuschhausen oder vom Nordeler Schleifkotten. Ich passe. Für mich hat sich’s ausgenordelt.

Marlies Walther

 
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