Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Neues Projekt: Flüchtlinge und Deutsche zusammenführen
Vorpommern Stralsund Neues Projekt: Flüchtlinge und Deutsche zusammenführen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:46 29.09.2016
Kinder von Flüchtlingen und deutsche Kinder basteln gemeinsam im Nachbarschaftszentrum in Grünhufe. Dabei kommen sich auch die Eltern der Mädchen und Jungen näher. Quelle: Fotos: Privat/jens-Peter Woldt

„Gemeinsame Heimat Stralsund“ heißt ein neues Integrationsprojekt, das beim Kreisdiakonischen Werk (KdW) in der Hansestadt angesiedelt ist. Es ist eins von deutschlandweit insgesamt elf Projekten, das speziell auf das Miteinander von erwachsenen Ausländern und Deutschen ausgerichtet ist und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über drei Jahre finanziert wird.

Träger ist das Kreisdiakonische Werk in Stralsund / Finanziert wird es über insgesamt drei Jahre vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Koordinatorin in Stralsund ist die Diplom-Sozialpädagogin Cornelia Gürgen (39), die zuvor im Nachbarschaftszentrum des KdW in Grünhufe in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war. Diese Erfahrungen will sie jetzt auch für ihre neue Arbeit nutzen. „Ziel ist es, Begegnungen zu organisieren, damit Flüchtlinge unsere Kultur kennenlernen und Deutsche interkulturelle Kompetenz erwerben“, erklärt sie.

Menschen entwickelten am schnellsten bei gemeinsamer Tätigkeit Verständnis füreinander. Das gelte natürlich auch für Frauen und Männer aus unterschiedlichen Kulturen.

Cornelia Gürgen will jetzt in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Initiativen und Behörden der Region entsprechende Möglichkeiten schaffen. Ein Ansatz ist für sie, Eltern von deutschen und ausländischen Mädchen und Jungen gezielt bei Veranstaltungen für die Kinder zusammenzuführen. „Mütter und Väter begleiten ihre Töchter und Söhne regelmäßig zum Beispiel zu Bastelnachmittagen in das Nachbarschaftszentrum. Das will ich nutzen.“ Es gehe nicht darum, das Rad neu zu erfinden oder etwas, was es bereits gibt zu kopieren, sondern auch darum, Vorhandenes aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Wichtig ist Cornelia Gürgen auch die gemeinsame ehrenamtliche Arbeit. „Ich kenne zum Beispiel eine Frau aus Syrien, die Lehrerin ist. Ihr Wissen und ihre Kompetenz sind ganz sicher von großem Wert für die Allgemeinheit.“ Ehrenamt könne so gleich mehrfach von Bedeutung sein. Nämlich auch als wichtiger Indikator für die Integration, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gemeinsam für die Allgemeinheit tätig sind. Auf diese Weise würde ein Netzwerk entstehen, dass das staatlich finanzierte Integrationsprojekt unter hauptberuflicher Anleitung ersetzen kann. „Das wir dafür drei Jahre Zeit haben, ist schon eine gute Grundlage“, sagt die Sozialpädagogin.

Nutzen will sie auch die Idee des „World Cafés“ der Sundine. Dahinter verbirgt sich der Wunsch vieler Besucherinnen des Frauentreffs in der Altstadt, mehr über die Menschen zu erfahren, die in den vergangenen Monaten nach Stralsund gekommen sind. „Da geht es auch darum, Ängste abzubauen. Aber es bietet sich auch wieder die Chance, die Begegnung von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zu fördern und für gegenseitiges Verständnis zu nutzen.“

Der Startschuss für das Integrationsprojekt ist offiziell bereits am 1. September gefallen. Unabhängig davon plant das Kreisdiakonische Werk noch eine große Auftaktveranstaltung im Nachbarschaftszentrum in Grünhufe, zu der auch alle potenziellen Partner eingeladen werden sollen. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

Jens-Peter Woldt

Mehr zum Thema

Eine Veranstaltung des Pflegestützpunkts im Vereinshaus in Grevesmühlen bringt Licht ins Dunkel

28.09.2016

Für fast 1,4 Millionen Euro wurde der kostbare Dachstuhl der Kirche gerettet / Am 2. Oktober wird das gefeiert

28.09.2016

Heilung hinter den Kulissen: In der Wildvogelauffangstation des Tierparks beginnt so manches zweite Leben

28.09.2016

Im Auftrag des Bundesbildungsministeriums führt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) weltweit die Kampagne „Study in Germany“ durch, mit der qualifizierte ...

29.09.2016

Am Donnerstag, 6. Oktober, stellt Rolf Reinicke in einem Abendvortrag unter dem Wal im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund sein neuestes Buch „Unsere Ostseeküste ...

29.09.2016
Stralsund Trent/Wittower Fähre - Der schnellste Weg nach Norden

Die Fähre, die die Halbinsel Wittow und das Rügener Muttland verbindet, befördert jedes Jahr mehr als eine Viertelmillion Menschen

29.09.2016
Anzeige