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Stralsund Niepars: Familie findet rätselhaften Tresor
Vorpommern Stralsund Niepars: Familie findet rätselhaften Tresor
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10:00 17.01.2019
Martin Pillukats Tochter Mia (7) vor dem gefundenen Tresor. Aktuell steht er im Schuppen der Familie. Quelle: Pauline Rabe
Niepars

Mühsam schleppt Martin Pillukat einen Strahler aus dem Rohbau seines neuen Eigenheimes auf den Hof. „Licht haben wir hier draußen noch nicht“, sagt er und greift nach dem Stecker. Plötzlich ist der alte Schuppen vor ihm hell erstrahlt. Zwischen Holzlatten und einer alten Simson steht er nun: der massive braune Tresor – von dem niemand aus der Familie weiß, wo dieser überhaupt herkommt. Nun begibt sich der Nieparser auf Spurensuche und versucht mit wenigen Informationen herauszufinden, wem der Tresor einst gehörte.

In Pillukats Besitz ist der Stahlschrank über ein Erbe gekommen. Sein Onkel verstarb im Frühjahr des vergangenen Jahres und hinterließ ein knapp 5000 Quadratmeter großes Grundstück –mitsamt Haus und Schuppen. „Eigentlich perfekt für uns“, sagt der junge Familienvater. Beide Gebäude aber waren in einem schlechten Zustand, die Räume vollgestopft mit unterschiedlichsten Dingen. „Wir waren mehrere Monate nur mit sortieren und ausmisten beschäftigt“, berichtet Ehefrau Anja. Dabei sei ein Großteil für den Müll gewesen. Auch das verfallene Wohnhaus musste weichen, für ein Einfamilienhaus im Bungalowstil.

Eine halbe Tonne Sicherheit

Was geblieben ist, sind der alte Schuppen und ein Tresor. Letzteres wurde dabei nicht ganz freiwillig behalten. „Wir hatten einen Schrotthändler bestellt und diesem angeboten, dass er auch den Tresor mitnehmen könnte“, erzählt Pillukat. Die Voraussetzung? Er hätte ihn alleine tragen müssen. „Das war natürlich eher scherzhaft gedacht.“ Denn der Stahlschrank sei nicht nur unhandlich, sondern auch schwer. Der Nieparser vermutet, dass er locker eine halbe Tonne wiege. Damit sei es unmöglich, ihn einfach mal so von einem Ort zum anderen zu bewegen.

Also ist der Tresor geblieben. Und umso länger er im Schuppen der Pillukats steht, desto größer wird auch ihr Interesse an dessen Geschichte: Wem könnte er gehört haben? Und was wurde darin einst vor der Außenwelt gesichert? Dass der unhandliche Kasten auch Platz für größere Gegenstände bieten würde, zeigt ein Größenvergleich mit Pillukats siebenjähriger Tochter Mia. Passt knapp. Den Schlüssel habe die Familie beim Durchstöbern des Wohnhauses gefunden. Zu ihrer Überraschung funktioniert er auch noch.

Dass der Tresor schon einige Jahre hinter sich gebracht haben muss, sieht man sofort. Innen bröckelt der grüne Anstrich ab. Quelle: Pauline Rabe

Wer ist „A. Schütz“?

Wie genau der Tresor aber nun in den Besitz seines Onkels gekommen ist, weiß Pillukat nicht. „Er war kein leidenschaftlicher Trödler oder so etwas.“ Er hätte als Bauingenieur gearbeitet und den Tresor möglicherweise bei eines seiner Projekte entdeckt. Das seien jedoch nur Mutmaßungen. „Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als er das alte Teil mitgebracht hat“, sagt der 34-Jährige. Er sei damals noch ein Kind gewesen und hätte gerade auf dem Hof seines Onkels gespielt. Neugierig habe er bei der Verladung zugeschaut.

Ebenso interessiert begutachtet Pillukat den Tresor auch heute noch. Lediglich eine Stelle gibt Hinweise darauf, wem das Stück gehört haben könnte. Auf der Innenseite der Tür hängt ein kleines Schild mit folgender Gravur: „A. Schütz Stralsund No 613“. Doch wer ist dieser „A. Schütz“? Und was bedeutet die Nummerierung? „Beides habe ich bisher noch nicht herausgefunden.“ Pillukats erste Spur sei gewesen, dass das Schild mit der Herstellungsfirma zu tun haben könnte. Seine Recherche dazu hätte aber nichts ergeben.

Auf der Innenseite der Tresortür hängt ein kleines Schild. Darauf ist der Schriftzug „A. Schütz Stralsund No 613“ eingraviert. Quelle: Pauline Rabe

Nun hofft er, dass sich vielleicht ein Leser findet, der solch einen Tresor schon einmal gesehen oder sogar selbst besessen hat. Menschen mit dem Namen „Schütz“ im gesamten Landkreis abzutelefonieren, käme für den Nieparser nämlich nicht infrage. „Ist ja kein seltener Nachname.“ Noch besser als nur einen Hinweis zu bekommen, wäre natürlich den eigentlichen Besitzer aufzuspüren und mehr über die Geschichte des augenscheinlich alten Tresors zu erfahren. Bis dahin bleibe er einfach im Schuppen der Pillukats stehen – „Wo sollte das schwere Teil auch sonst hin?“

Wer Hinweise für Martin Pillukat hat, kann sich telefonisch unter 03831/206756 an die OZ-Redaktion in Stralsund wenden.

Pauline Rabe

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