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Stralsund Niepars will Demokratie sexy machen
Vorpommern Stralsund Niepars will Demokratie sexy machen
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00:00 30.08.2018
Niepars

Demokratie sexy machen – für Kristina Freyberger ist das nicht nur ein Spruch, sondern der Anspruch, mit dem sich die 61-Jährige seit 2015 in Niepars für ein bundesweites Projekt engagiert – „Demokratie leben“.

Kristina Freyberger vor einem Graffito am Stützpunkt der Demokratie, das gut zum Thema des Festes passt: „Das Amt Niepars ist bunt“. Quelle: Foto: Jörg Mattern

„Und zum Leben gehört auch, dass gefeiert wird“, sagt die Projektkoordinatorin. Warum dann nicht dem Anspruch gerecht werden und ein Demokratiefest feiern. Derzeit bereitet Kristina Freyberger dieses Fest für den 15. September vor. Es ist bereits die Zweitauflage, seit der Stützpunkt der Initiative 2016 im Parkweg 4 im ehemaligen Seniorenklub der Gemeinde ein Dach über den Kopf bekam. „Damals weihten wir unseren Stützpunkt mit einem Demokratiefest ein“, sagt Freyberger.

Es gibt also Erfahrungen mit dieser Art Feierei. Etwa, wenn es darum geht, ein Programm so zu gestalten, dass Jung und Alt sich gleichermaßen angesprochen fühlen. Der Mix macht’s. „Bislang bereiten sich zehn verschiedene Initiativen und Vereine auf das Fest vor“, lässt die Koordinatorin durchblicken. Wenn sich also Cindy Doratzillo mit ihrem Tanzprojekt Sunshine-Girls aus Zarrendorf auf den Weg nach Negast macht, dann ist die Zielgruppe zwar jugendlich, doch stehenbleiben und zuschauen werden da wohl nicht nur Heranwachsende. Mit „Working Negast“ kommt ein Seniorenprojekt zum Fest, das sich auf altersübergreifende Freizeitkonzepte konzentriert, die dessen Mitglieder in Niepars vorstellen werden. Motto: Lernen von Oldies.

Wenn die Künstler Rainer Herold mit seinem Malkurs und Regina Apitz mit ihrer Kalligraphie-Kunst „Kluge Sprüche“ unter die Gäste bringen werden, dann mit einem besonderen Anspruch. „Der Blick geht voraus auf die Kommunalwahlen 2019 in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Kristina Freyberger und erläutert: „Die Idee ist, bereits jetzt schon Wahlplakate zu entwerfen, die nicht für eine Partei werben

sollen, sondern mit ansprechenden Schlagworten Reklame für die Demokratie machen.“ Und zum demokratischen Miteinander heutzutage gehört es dann nach den Vorstellungen der Organisatoren auch, dass es auf dem Fest eine internationale Küche geben wird, so etwa ein Büfett mit syrischen Spezialitäten vom Grill und selbstgebackenem Brot, von den Zugereisten angerichtet.

Mit diesem Angebot hofft Kristina Freyberger nicht nur auf viele Besucher, sondern auch auf den Austausch der Gäste untereinander. Für sie ist das ein Beitrag, mittels kultureller Bildung soziale Intelligenz zu fördern und Empathie zu wecken und so Schutz vor menschenverachtenden Ideologien zu erreichen.

Ein Ansatz, den das Projekt „Demokratie leben“ in Niepars seit seiner Gründung verfolgt. Etwa mit dem Einsatz für den Bücherturm. Mit Mitteln aus der Initiative wurde die Bibliothek in Niepars wieder fit gemacht, mit aktuellen Büchern und Internetzugang, die großen und kleinen Nutzern den Umgang mit neuen Medien erleichtern werden. „Am 3. September wird der Bücherturm mit einer Lesung des Strandläuferverlags Stralsund eröffnet.

Es ist eben nichts unpolitisch, wenn es um die Demokratie geht. So wie die Unterschriftensammlung, die Kristina Freyberger im Amtsbereich Niepars mit angestoßen hat, und die Druck machen will, dass endlich ein Fahrradweg entlang der L 21 von der Bundesstraße 105 bis zum Ostseeküstenradwanderweg Einheimischen wie Urlaubern mehr als auf der engen Landstraße Schutz bietet und neue touristische Möglichkeiten erschließt. Was für die Unterzeichner oft nur ein Stück Infrastruktur ist, ist für die Projektkoordinatorin ein gutes Stück gelebter Demokratie. „Hier tun sich Leute mit unterschiedlichen Ansichten, aber den gleichen Interessen für ein Ziel zusammen“, sagt Kristina Fryberger und fügt hinzu: „Die Unterschriftenaktion läuft noch bis Oktober – und sie läuft gut.“

Demokratisches Miteinander vor Ort fördern

Die Anfänge des beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angesiedelten Projekts liegen am Beginn der 1990er-Jahre.

Ziel der Initiative ist es, parteiübergreifende partnerschaftliche Strukturen zu unterstützen, die ein demokratisches Miteinander und Vielfalt vor Ort fördern.

Deutschlandweit werden Projekte in 365 Kommunen durch den Bund unterstützt.

2017 wurden für solche Projekte 104,5 Millionen Euro bundesweit bereitgestellt.

In Niepars ist die Initiative unter Leitung von Kristina Freyberger seit 2015 aktiv. Treff ist im Parkweg 4. Hier startet am 15. September, 15 Uhr, das „Fest der Demokratie – Das Amt Niepars ist bunt“.

Weitere Informationen im Internet: www.demo kratie-leben-niepars.de

Jörg Mattern

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