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Nur noch 450 Schweinswale leben in der Ostsee

Stralsund Nur noch 450 Schweinswale leben in der Ostsee

Mit der Ausstellung „Die letzten 300“ soll auf die kritische Situation der Meeressäuger aufmerksam gemacht werden. Bis zum 19. April ist sie im Meeresmuseum zu sehen.

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Mitorganisator Fabian Ritter (l.) und Gerhard Adams vom Bundesumweltministerium in der Ausstellung „Die letzten 300“. Fotos (3): Miriam Weber

Stralsund. Mit der Ausstellung „Die letzten 300“, die gestern im Meeresmuseum eröffnet wurde, soll auf die prekäre Lage der Schweinswale aufmerksam gemacht werden. Nach wissenschaftlichen Schätzungen leben nur noch rund 450 Tiere in der Ostsee. Damit ist diese Population vom Aussterben bedroht. „Die Situation vor der eigenen Haustür ist kritisch“, sagte Mitorganisator Fabian Ritter.

Umweltverbände und das Kleinwalschutzabkommen Ascoban hatten zu diesem Thema einen deutschlandweiten Kreativwettbewerb aufgerufen. „Am Ende hatten wir über 100 Einsendungen“, sagt Fabian Ritter. Die Werke reichen von Kinderzeichnungen bis hin zu Bildhauereien, professionellen Drucken oder Installationen. „Fast alle Arbeiten sind in dieser Werkschau zu sehen. Für die Premiere dieser Wanderausstellung hätte ich mir keinen besseren Ort als das Meeresmuseum vorstellen können“, sagte Fabian Ritter.

„Das Meeresmuseum hat sich seit Jahrzehnten der Forschung der Schweinswale verschrieben“, erklärte auch Museumsdirektor Harald Benke. So werden unter anderem von den Mitarbeitern des Museums die Detektoren und Hydrophone eingesetzt, um einen Überblick über die Ostseeschweinswale zu bekommen. 304 „Lauschstationen“ gibt es mittlerweile in der Ostsee. Die Auswertungen der Messungen zeichnen jedoch kein rosiges Bild: „Die Zeit ist knapp. Wenn wir jetzt nicht die Gefahren für Schweinswale reduzieren oder weitere Schutzgebiete schaffen, wird diese Population schon bald verschwunden sein“, sagte Benke.

Fabian Ritter ergänzt, dass mit den gezeigten Arbeiten zudem ein Signal in Richtung Politik gesendet werden soll: „Wir brauchen den Schutz der Wale jetzt.“ Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Schirmherrin der Ausstellung, teilte per Videobotschaft mit, dass derzeit an einer Verordnung gearbeitet werde, um den Schutz der Tiere zu vergrößern. „Immerhin wissen wir seit Langem, wie effektive Schutzmaßnahmen aussehen“, sagte Fabian Ritter. Etwa Alternativen zu den gefährlichen Stellnetzen, in denen Schweinswale immer wieder als Beifang landen oder die Verringerung der Geräuschbelastung.

„Doch dafür brauchen wir die Politik.“

Bis zum 19. April sind die Malereien, Illustrationen oder Filme zum Wettbewerb im Meeresmuseum zu sehen. Einmal wöchentlich wird das Thema in einem Kinderprogramm für die Jüngsten aufbereitet. „Da gibt es dann Malvorlagen und kindgerechte Infos“, betonte Fabian Ritter. Zudem wird es verschiedene Fachvorträge geben, und das Theaterstück „Fräulein Brehms Tierleben“ wird aufgeführt. Darin erklärt Schauspielerin Barbara Geiger auf amüsante und sehr anschauliche Art und Weise die Welt der Schweinswale, jedoch nicht, ohne auf die Gefahren für die Tiere hinzuweisen — die Moralkeule schwingt sie dabei nicht.

Die Situation vor der eigenen Haustür ist prekär. Die Ostseeschweinswale sind vom Aussterben bedroht.“Fabian Ritter, Mitorganisator
„Fräulein Brehms Tierleben“ im Meeresmuseum am 30. Januar um 17 Uhr (Karten an der Abendkasse) und am 10. Februar um 14.30 Uhr.

 



Miriam Weber

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