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Öko-Konten sollen Geld bringen

Öko-Konten sollen Geld bringen

Naturschutzprojekte in Vorpommern-Rügen

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Projekt Polder 3 – das Bild zeigt den Auslaufgraben zur Recknitz.

Quelle: Lk Vr

Vorpommern-Rügen. Öko-Konten sind gut für die Umwelt – und fürs Portmonee. Mittlerweile gibt es in Vorpommern-Rügen 36 solcher Konten. In Bad Sülze zum Beispiel stand im vergangenen Jahr die Renaturierung des großen Polders 3 an. Ein aufwändiges Projekt, immerhin ging es um 326 Hektar. Dort wurden die Abflussverhältnisse zur Recknitz wieder hergestellt, die Deiche zurückgebaut und der Polder vom Schöpfwerk abgekoppelt. Tiere und Pflanzen sollten mehr Lebensraum erhalten.

Ein Naturschutzprojekt ohne Verpflichtung zum Ausgleich. Deshalb ist im Nachgang dafür ein Öko-Konto angelegt worden. Das wiederum ist in einem digitalen Verzeichnis beim Land einzusehen. Die Öko-Punkte können nun gehandelt werden. Durchschnittlich ist ein Öko-Punkt zwei bis drei Euro wert. An der Küste gibt’s mit drei bis vier Euro etwas mehr.

Für wen ist das interessant? Wer beispielsweise eine Baumaßnahme plant, muss Ausgleich schaffen. Das kann die Pflanzung von Hecken sein. Nicht immer ist ein Ausgleich aber möglich, so, wenn der Eigentümer keine Fläche hat, um dort etwas anzupflanzen. Stattdessen kann er dann bei anderen Kommunen Öko-Punkte kaufen und verwenden, erläutert Umweltexperte Hardo Wanke vom Landkreis. Auch der Kreis hat übrigens selbst zwei Öko-Konten, unter anderem für 6,3 Hektar Naturwald bei Willershusen.

Die Öko-Punkte sollen eingesetzt werden, wenn zum Beispiel bei Straßenbauarbeiten des Landkreises ein Naturausgleich nicht möglich ist. Woraus sind noch Öko-Konten entstanden? Ein Konto des Bundes bezieht sich auf das ehemalige Militärgelände nahe Abtshagen. Auf Rügen gibt es bei Prosnitz eine Naturwaldparzelle, eine rund 13 Hektar große Fläche ist dort dauerhaft aus der Nutzung herausgenommen worden. Gleiches gilt für eine 4,3 Hektar große Fläche bei Klein Kedingshagen in der Gemeinde Kramerhof. Ein weiteres Öko-Konto resultiert aus Naturwald bei Barth/Tannenheim.

Übrigens sind nicht alle 36 Öko-Konten im Landkreis handelbar. „In einigen Fällen dienen die Öko-Konten dem Eigenbedarf“, erklärt Hardo Wanke. Eigenbedarf hat etwa die Stadt Ribnitz-Damgarten, die Öko-Punkte ihrer Konten einsetzt, wenn Ausgleichsmaßnahmen bei eigenen Bauvorhaben nicht möglich sind. Angelegt wurden diese Öko-Konten unter anderem bei Maßnahmen in Freudenberg (Streuobstwiesen) und am Klosterbach.

Peter Schlag

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