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Stralsund Bewerbung in Zeiten des Fachkräftemangels
Vorpommern Stralsund Bewerbung in Zeiten des Fachkräftemangels
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11:25 29.10.2018
Die klassische Bewerbungsmappe hat heute weitgehend ausgedient. Quelle: ws
Stralsund

Auf der Suche nach Fachkräften müssen sich Unternehmen heute etwas einfallen lassen. In Stralsund wirbt der Personaldienstleister Arwa per Flugblatt mit einem unkomplizierten Bewerbungsverfahren. Da heißt es: „Wir wollen kein Bewerbungsschreiben von dir! Wir wollen dich gleich persönlich kennenlernen.“

Bewerber sollen Ängste genommen werden

Tatsächlich bestätigt Sherin Witzke, Personaldisponentin bei Arwa, dass die klassische Bewerbungsmappe mit Lebenslauf und Zeugnissen bei diesem Verfahren keine Rolle spielt. „Das soll Hemmungen abbauen“, sagt sie und ergänzt: „Mancher ist unsicher, weil er lange keine Bewerbung mehr zusammengestellt hat. Diese Ängste wollen wir dem Interessenten nehmen.“

Ganz ohne Papier geht es bei Arwa aber nicht. Bewerber müssen einen Fragebogen ausfüllen, in dem viel angekreuzt werden muss. Im persönlichen Gespräch wird der Bogen ausgewertet, werden Interessen und Fähigkeiten besprochen. „Dabei kristallisiert sich heraus, ob der Bewerber zu dem passt, was unsere Kunden wünschen“, sagt die Disponentin der Zeitarbeitsfirma.

Torsten Grundke, Geschäftsführer des Stralsunder Media Marktes, plädiert ebenso für neue Wege bei Bewerbungen in Zeiten des Fachkräftemangels. Für ihn ist das Thema Ausbildung wichtig. „Es ist meine Leidenschaft, jungen Menschen den Start ins Berufsleben zu ebnen“, sagt er. Aktuell hat der Media Markt sechs Azubis. Ziel ist es, zwei bis drei Lehrlinge pro Jahr einzustellen. „Unternehmen, die ihre Fachkräfte nicht ausbilden, werden auf Dauer Probleme bekommen“, sagt Grundke, der diese Überzeugung auch als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock vertritt.

Interesse zählt mehr als die Schulnoten

Wie aber kommt der Elektronikmarkt zu seinen Lehrlingen? Etwa 20 Prozent über die Bewerbungsmappe, 30 Prozent per Onlinebewerbung, der Rest über Praktika“, sagt der Geschäftsführer. Die Praktikanten sind Grundkes Erfolgsgeheimnis. „Mich interessieren nicht die Schulnoten der Bewerber, sondern wo ihre Interessen liegen und mit welcher Leidenschaft sie agieren. Das wird im Praktikum deutlicher als über die Zensur.“ Praktikanten bekommen Azubis des 2. Lehrjahres als Ansprechpartner auf Augenhöhe an die Seite gestellt. Wer später eine Lehre beginnt, weiß, was er will. „Von 150 Azubis der letzten 20 Jahre haben nur zwei die Lehre abgebrochen“, sagt Grundke. Die IHK hat das Unternehmen bislang zwölfmal in Folge als Top-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.

Stadtverwaltung hält sich alle Wege offen

Um Lehrlinge für eine Ausbildung bei der Stadt zu interessieren, hält sich die Hansestadt Stralsund alle Wege offen. „Wir akzeptieren sowohl die Bewerbungsmappe als auch die Online-Bewerbung sowie den Zugang über die Jobbörse des Öffentlichen Dienstes Interamt.de“, sagt Sprecher Peter Koslik. Letztere habe durch ihren Aufbau den Vorteil, dass Daten schneller auswertbar sind und die Fachstellen der Stadt unkomplizierten Zugang haben. Koslik betont: „Wir nutzen alle drei Zugangswege, weil wir die Besten für eine Ausbildung suchen.“

Wachsender Trend zu Online-Bewerbungen

Bei der Arbeitsagentur Stralsund bestätigt Vermittlerin Daniela Schümann den wachsenden Trend zu Online-Bewerbungen. Jedoch würde hier die Standardbewerbung mit Lebenslauf und Qualifikationen favorisiert – nur als PDF per E-Mail-Anhang. Zunehmend setzen große Firmen und Behörden auf das so genannte E-Recruiting. Hier werden keine Mails mit Anhängen mehr verschickt, sondern alle Angaben in Kontaktformulare auf Internetseiten der Unternehmen eingetragen.

Unterschiede lassen sich zwischen den Branchen feststellen. So ist es in Handwerksunternehmen nicht unüblich, wenn auf die Bewerbung verzichtet wird. Hier reicht nicht selten der Lebenslauf.

Jörg Mattern

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