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Ostsee und Hafenaquarium als Weinkeller

Stralsund Ostsee und Hafenaquarium als Weinkeller

Ein Rostocker Händler lässt Bordeaux in zehn Metern Tiefe reifen. Die Szenerie wird im Ozeaneum gezeigt.

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Am Mittwoch wurden eine Kiste Rotspon und zwei alte Weinf�sser symbolisch im Hafenbecken-Aquarium versenkt.

Quelle: Fotos: Bernd Hinkeldey

Stralsund. In der Ostsee reift französischer Rot- und Weißwein. „Die Paletten mit je 600 Flaschen wurden in etwa zehn Metern Tiefe versenkt“ sagt Marketingleiter Alexander Lau (41) von der Hanseatischen Kolonialwaren Gesellschaft in Rostock. Die ungewöhnliche Weinlagerung wird seit gestern in der Ostseeabteilung des Ozeaneums demonstriert.

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Der Rotspon ist auch bei uns erhältlich. Ich finde gut, dass damit eine alte hanseatische Tradition weitergeführt wird.“Anne Pilgrim (37), Marketingleiterin der Stralsunder Tourismuszentrale

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Der traditionsreiche Familienbetrieb, der 1899 gegründet wurde, hat wegen Platzmangels in den Weinkellern kurzerhand eine französische Praxis aufgegriffen. Ohne Versiegelung drang beim ersten Probelauf allerdings Salzwasser durch die Korken, was dem hanseatischen Traditionswein Rotspon gar nicht bekam.

Seit einigen Wochen aber durchleben nun einige Hundert Flaschen — fachmännisch mit Wachs verschlossen — rund ein Jahr lang eine besondere Reifung. Wo die Paletten mit Rot-, Weißwein und Prosecco zu finden sind, will der findige Weinhändler aus verständlichen Gründen nicht verraten.

Eine kleine Charge des Bordeauxweins aber liegt den Besuchern des Ozeaneums nun quasi zu Füßen. Am Mittwoch wurden eine Kiste Rotspon und zwei alte Weinfässer von einem Taucher im Hafenbecken-Aquarium versenkt.

„Wir wollen den Verkauf regionaler Produkte auch in unserem Museumsshop unterstützen“, meinte Marketingchef Jens Oulwiger. „Darum halten wir diese Aktion für eine pfiffige Idee“. Wein mit Ostsee-Flair — dann zu erkennen an den typischen Ablagerungen an der Flasche — wird ab Herbst 2013 auch in der Stralsunder Tourismuszentrale angeboten. Mit einem geringen Aufpreis, da „die Reifung im Meer dem Wein eine besondere Note gibt“, wie Alexander Lau ausführt. Das Schaukeln im bewegten Wasser und der höhere Druck würden Geschmack und Aroma fördern.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal, das den Wein als offizielles Präsent der Verwaltungen in Stralsund, Greifswald, Wismar, Rostock, Anklam und Demmin zusätzlich prädestiniert. Der Rotspon war bereits zu Hansezeiten der charakteristische Wein und ein begehrtes Handelsgut in den sechs Städten.

Die Rostocker Kolonialwaren Gesellschaft lässt mit dem Import des französischen Fassweines, der auch damals in den Kellern der Hanse reifte und abgefüllt wurde, eine alte Tradition aufleben. Mit schmucken Zinn-Wappen der Städte versehen, gehört der Rotspon schon heute zu den meistgefragten Urlaubs-Souvenirs in MV, war bei der spektakulären Tauchaktion im Ozeaneum zu erfahren.

Angeheizt wurde die Meereslagerung durch einen spektakulären Fund im Sommer 2010 in der Ostsee: Taucher hatten in einem auf dem Grund der Ostsee liegenden Wrack 145 Flaschen edlen Champagner entdeckt.

Das Schiff war wahrscheinlich zwischen 1825 und 1830 vor Finnland gesunken. Acht Flaschen gingen dann im Juni 2012 bei einer Auktion für 96 500 Euro über den Tisch.

Bernd Hinkeldey und Ralf Sommer

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Ein Taucher versenkt symbolisch Weinflaschen in einem Aquarium des Stralsunder Ozeaneums.

Sechs Hansestädte aus Mecklenburg-Vorpommern lassen ihre Weine seit diesem Jahr auf dem Grund der Ostsee reifen. Im Januar versenkte die Hanseatische Kolonialwaren Gesellschaft an einem geheimen Ort vor Mecklenburg-Vorpommern sechs Paletten mit je rund 600 Flaschen Rotspon oder Wittspon, wie Geschäftsführer Alexander Lau am Mittwoch in Stralsund sagte.

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