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Stralsund Ostseestaal und Hochschule bringen sich gegenseitig vorwärts
Vorpommern Stralsund Ostseestaal und Hochschule bringen sich gegenseitig vorwärts
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00:05 05.05.2017
Nach der erfolgreichen Verteidigung seiner Masterarbeit zeigte Gregor Pohl ehemaligen Kommilitonen auf einem Rundgang seinen Arbeitsplatz bei Ostseestaal. Quelle: Foto: Jörg Mattern

25 Studenten der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau der Hochschule Stralsund schnupperten gestern Praxisluft bei Ostseestaal. Für Gregor Pohl in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag. Der 27-jährige gebürtige Rüganer verteidigte am Vormittag seine Masterarbeit mit dem Prädikat „sehr gut“ und führte am Nachmittag seine ehemaligen Kommilitonen durch das Werksgelände von Formstahl und Ostseestaal.

Pohls beruflicher Werdegang ist eng mit Ostseestaal verknüpft. 2006 hat er sich hier um eine Lehrstelle beworben. „Nach dem Einstellungstest hatte ich noch ein Gespräch, in dem man mir den dualen Studiengang Maschinenbau an der damaligen Fachhochschule Stralsund schmackhaft gemacht hat“, sagt Pohl. Dem konnte er nicht widerstehen. Er wurde Werkstudent bei Ostseestaal. Neben der Lehre büffelte er für die Hochschulreife und nach dem Facharbeiterabschluss ging’s 2010 zum Studium.

Gereizt hat Pohl am dualen Studium die Verknüpfung von Theorie und Praxis. „Zwei Projektarbeiten mit Themen aus der Firma waren eine gute Vorbereitung auf die Abschlussarbeit“, sagt er. Den Bachelor hatte er 2014 in der Tasche. Gregor Pohl war nun Ingenieur bei Ostseestaal. Doch er hatte mehr vor.

Das Unternehmen ermöglichte ihm neben seiner Arbeit gewissermaßen, halbtags auch noch für den Master zu studieren. Klar, dass auch das Thema der Masterarbeit aus dem Produktionsprozess kam:

Steuerung eines Brennzuschnitts. „Es ging darum, Arbeitsabläufe zu optimieren, sagt der frischgebackene Master und erklärte beim Rundgang den Studenten, wie das in der Praxis umgesetzt wird.

Torsten Koppe ist voll des Lobs auf den ersten Werkstudenten, und seinen erfolgreichen Abschluss. „Wenn wir das entsprechende Potenzial bei unseren Lehrlingen erkennen, dann fördern wir sie auch“, sagt der Betriebsleiter mit Blick auf Pohl.

Für Koppe ist dabei auch die Zusammenarbeit von Ostseestaal und Hochschule Stralsund wichtig. „Als Unternehmen schmort man ingenieurtechnisch mitunter im eigenen Saft“, sagt er. Für ihn hebt die Kooperation mit der Hochschule nicht nur wissenschaftlich den Blick über den Tellerrand. „Wir haben jedes Jahr etwa zwei bis drei Studenten, die Themen aus unserer betrieblichen Praxis bearbeiten“, sieht er beide Seiten davon profitieren. Aktuell ist Masterstudent Bernd Heine mit einem sechsköpfigen studentischen Projektteam dabei, eine Kalkulationsgrundlage für die Kantenbearbeitung von Blechen zu erarbeiten. „Das ist eine Aufgabe, die uns bereits im zweiten Semester beschäftigt, sagt der Student für Wirtschaftsingenieurwesen bei der Vostellung des Projekts.

Für seinen Professor Hein-Peter Landvogt besteht kein Zweifel: Für uns als Hochschule sind solche Kontakte zur Industrie enorm wichtig für eine praxisorientierte Lehre und Forschung“, sagt der Hochschullehrer. Und ergänzt: „Bei Ostseestaal treffen wir dabei auf aufgeschlossene Führungskräfte.“ Gut möglich, dass er da eines Tages wieder mit Gregor Pohl zu tun hat. Der Ingenieur mit dem Masterabschluss in der Tasche arbeitet jetzt erst einmal in seinem aktuellen Arbeitsgebiet bei Ostseestaal weiter: „Immer nach vorne und vielleicht auch nach oben.“

Weltweit im Stahl- und Formbau tätig

Ostseestaal und Form-

staal sind arbeitsseitig und personell eng verbunden. Sie gehören zu niederländischen Central Industry Group.

150 Mitarbeiter sind am Standort Stralsund beschäftigt und erwirtschaften einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro im Jahr.

Bei Ostseestaal werden Stahl- und Alubleche zugeschnitten und geformt. Die Nachbarfirma Formstaal schweißt die Komponenten zusammen.

Beide sind im Komponentenbau für die Offshore-, Flugzeug- und Windkraft-Industrie aktiv. Auch an moderner Architektur haben ihre Arbeiten weltweit Zeichen gesetzt.

Zu den Kunden gehören u. a. Airbus, Boeing und auch Nordic Yards.

Jörg Mattern

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