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P+S-Werften: Insolvenzverwalter will Konzern verklagen

Stralsund P+S-Werften: Insolvenzverwalter will Konzern verklagen

KPMG Europe soll ein fehlerhaftes Sanierungskonzept einer Tochter-Firma haften. Etwas Geld sei nach der Pleite der Werften bereits gesichert.

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Die Insolvenz der P+S Werften Stralsund und Wolgast beschäftigt auch nach fünf Jahren noch Gerichte.

Quelle: Marcus Brandt

Stralsund. Im Rechtsstreit zur Pleite der P+S-Werften Stralsund und Wolgast plant Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann jetzt offenbar eine Mega-Klage gegen die Mutter der früheren P+S-Beraterfirma KPMG: Da Ende des Jahres Verjährungsfristen enden, müsse erwogen werden, auch gegen KPMG Europe LLP mit Sitz in London vorzugehen. Nach einem internen Bericht Brinkmanns an P+S-Gläubiger wird ein Betrag von 300 Millionen Euro an „Sicherheit“ verlangt. Basis: KMPG Europe habe bis vor Jahren Verlustübernahme-Verträge mit den nationalen Töchtern gehabt, dem Vernehmen nach eine Garantie „für alles“. Brinkmann regt an, „über eine Klageerhebung auch gegen die KPMG Europe zu entscheiden“. Denn der Konzern habe nicht auf die Ende 2017 drohende Verjährung von Ansprüchen verzichtet.

Die Pleite der P+S Werften 2012 hat allein das Land als Hauptgläubiger rund 270 Millionen Euro gekostet. Dem Insolvenzverwalter liegen bislang Ansprüche von über einer Milliarde Euro vor: etwa von Banken oder Zulieferern. Klagen laufen bereits: etwa gegen frühere Werften-Geschäftsführer und Aufsichtsräte im Gesamtwert von 212 Millionen Europ. Den größten Brocken, 514 Millionen Euro, will Brinkmann aber an Schadenersatz von der KMPG zurückholen, der früheren P+S-Beratergesellschaft, unter anderem wegen eines „fehlerhaften Sanierungskonzeptes“. Von diesem Verfahren, anhängig am Landgericht Hamburg, wird aus Sicht von Experten vieles abhängen. Nach einem Verhandlungstermin im März (die OZ berichtete) hätten die Streitparteien jeweils mündliche Stellungnahmen abgegeben, so Sprecher Kai Wantzen. Wie der Prozess fortgesetzt wird, stehe noch nicht fest. Berthold Brinkmann äußert sich nicht zum laufenden Verfahren.

Brinkmann fordert laut Unterlagen Geld von weiteren Handelnden der P+S-Zeit. Gegen Firmen des früheren Aufsichtsratschefs Detlef Hegemann (†) gebe es Ansprüche von 14,8 Millionen Euro, gegen weitere Berater und Wirtschaftsprüfer mehr als eine Million Euro. Ob und wie viel Geld womöglich P+S-Gläubiger am Ende zurückerhalten könnten, beantwortet der Bericht nicht. Er sehe aber „weiterhin gute Chancen“, so Brinkmann. Für das Land seien derzeit 1,77 Millionen Euro gesichert – aus dem Verkaufserlös für die Wolgaster Werft.

Frank Pubantz

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